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17. März 2011 17:07 Uhr

Offener Brief

Widerstand gegen Krähen-Umsiedelung

"Lassen Sie den Krähen das Recht auf freie Auswahl ihrer Nistplätze": In einem Offenen Brief haben neun Anlieger der Lahrer Theodor-Kaufmann-Straße gegen die städtische Politik der Vergrämung der Saatkrähen Front gemacht.

  1. Die Saatkrähe soll in Lahr wieder ein ruhiges Leben führen dürfen, finden Anrainer der Theodor-Kaufmann-Straße. Foto: usage worldwide, Verwendung weltweit

LAHR. Ihr simples Fazit an die Adresse von Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller und der Stadtverwaltung: "Lassen Sie den Krähen das Recht auf freie Auswahl ihrer Nistplätze. Vergeuden Sie nicht unsere Steuergelder für fragwürdige Nestumsiedlungen. Und versuchen Sie nicht, unsere Bevölkerung zu klassifizieren." Unterzeichnet wurde das Schreiben von den Firmen Wilde Mietarbeitsgeräte, Maler Wilde, Waschbär, Schlosserei Meier, Schreinerei Megro, Bosch Service Heitzmann, Oberflächentechnik Munz, trw-Werkstatt und der Fahrschule Eberhard Klatt.

"Keiner von uns Anliegern kam jemals auf die Idee, die Stadt Lahr aufzufordern, diese Tiere umzusiedeln." Zitat aus dem Offenen Brief
Seit 20 Jahren, so heißt es im Offenen Brief, lebten sie mit den Saatkrähen in der Nachbarschaft. "Keiner von uns Anliegern kam jemals auf die Idee, die Stadt Lahr aufzufordern, diese Tiere umzusiedeln." Man habe sich daran gewöhnt, zur Zeit des Nestbaus für vier Wochen die Autos nicht direkt am Wald zu parken. Eventuelle Verunreinigungen durch Vogelkot wurden entfernt. "Mit diesen Umständen haben wir, ohne zu murren gelebt – auch wenn es sich um Kundenfahrzeuge handelte, was dem Umstand entspringt, dass wir hier jeder ein Gewerbe betreiben und somit Gewerbesteuerzahler der Stadt Lahr sind", schreiben sie.

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Die Lärmemissionen am Morgen und Abend habe man ertragen gelernt und nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr wahrgenommen, wie die Menschen, die in Bahnnähe wohnen, Züge nicht mehr wahrnehmen. Umso mehr habe die Unterzeichner jetzt Presseberichte und eine Broschüre der Stadt zu den Saatkrähen verwundert, die angeblich an die "betroffene Bevölkerung", nicht aber an die Unterzeichner verteilt wurde. Durch Äußerungen in der Broschüre und in der Öffentlichkeit fühlen sie sich jetzt als Menschen zweiter Klasse diskriminiert. Saatkrähen, so heißt es darin, sollten durch die Vergrämung an andere Orte umgesiedelt werden, "weil dort das Konfliktpotenzial nicht so groß ist wie in Wohngebieten." Oberbürgermeister Müller werde mit den Worten zitiert, durch die Aktion werde "für die Bürger ausreichender Schutz gegen Lärm und Verunreinigung erreicht." Ob die Stadt glaube, in der Theodor-Kaufmann-Straße das Thema Krähen entsorgen zu können?

Forderung: Stadt soll die Vergrämaktionen beenden

Bislang habe die Vergrämungsaktionnur dazu geführt, dass sich die Krähen mit ihren Nestern auch in der Römerstraße, der Hugo-Eckener- und der Flugplatzstraße, aber auch in Langenwinkel, ja selbst im Stadtpark niederlassen. "Wie lange möchten Sie weitermachen mit ihren Geld vernichtenden Krähenvergrämaktionen?", schreiben die Anlieger an die Adresse Müller gerichtet. Wenn der städtische Umweltbeauftragte Manfred Kaiser ankündige, die Aktionen sollten weitere Jahre vorgenommen werden, dann unterstreichen die Unterzeichner ihre Position: "Beenden Sie sofort die Debatte und jegliche Aktion zur Krähenumsiedlung." Dies sei aktiver Natur- und Umweltschutz, da die Tiere aus gutem Grund unter Schutz ständen. Lärm- und Schutzemissionen hielten sich für betroffene Anlieger in einem erträglichen Rahmen.

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Autor: dü