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04. Juli 2010 11:43 Uhr
Sprecher-TÜV
Wie war … der ZDF-Kommentar zum Deutschlandspiel?
ZDF-Mann Béla Réthy hat beim deutschen 4:0 gegen Argentinien den Menschenkenner mit dem psychologisch geschulten Auge gegeben. Zum Glück war die Sprechstunde nach 90 Minuten zu Ende.
Sprecher-Typ: Auch das Sportreporterdeutsch kennt Moden. Bei dieser WM stehen Verteidiger nicht nur tief, sondern auch hoch. Wer von schmerzenden Bandscheiben auf die Bank gezwungen wird "hat Rücken". Und das Aufwärmen, lehrt uns Béla Réthy, heißt mittlerweile "Anschwitzen". Réthy, der Trendscout des geschraubten Wortes, brilliert beim deutschen "Triumph am Fuße des Tafelbergs" aber auch als Menschenkenner mit psychologisch geschultem Auge. Das fällt vor allem auf Trainer Diego Maradona, den "vom Leben gezeichneten" "Rinderbaron". Dessen Miene wird von Minute zu Minute finsterer. Denn wer solche Kommentatoren am Mikro weiß, der braucht keine Feinde.
Herzschmerz des Tages: Mesut Özil hat "die Tricks von Zinedine Zidane auf den Hinterhöfen Gelsenkirchens" geübt.
Kalauer des Tages: Maradona "kennt keine Grautöne. Höchstens in seinem Bart oder bei der Anzugswahl".
Schlimmster Klischee-Satz: "Götterdämmerung an der argentinischen Bank".
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Weisheit des Abends: "Es ist kein Projekt wie bei Klinsmann. Es ist ein Konzept, das auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist." (über Löws Arbeit als Bundestrainer)
Tagesform: Katrin Müller-Hohenstein versucht weiter, möglichst wenig aufzufallen und nichts falsch zu machen. Klappt leider nie so ganz. Diesmal erspäht sie eine Flagge mit dem Berliner Bären und stellt kenntnisreich fest: "Ach, da ist ja noch ne österreichische Fahne." Oli Kahn dagegen arbeitet weiter an seiner neuen Leichtigkeit des Seins. Setzt erstmals eine richtig gute Pointe. Lächelt danach still in sich hinein. Eines Tages wird aus dem Titan vielleicht doch noch mal eine Sphinx.
Fiesheit des Tages: "Ich habe es einfach genossen zuzuschauen, wie Deutschland das Trainingsspiel gegen Argentinien 4:0 gewonnen hat." (Oli Kahn)
Geschraubte Frage des Tages: "Inwieweit tanzen die Glückshormone Tango?"(Reporter Boris Büchler im Gespräch mit Thomas Müller)
Gute Antwort des Tages: "Wenn ich jetzt nicht ins Finale wollte, würde etwas mit mir nicht stimmen." (Bastian Schweinsteiger im Gespräch mit Boris Büchler)
Was wir gerne noch gewusst hätten: Wer hat Martin Demichelis erlaubt, in der ersten Hälfte dieses unglaubliche Ohrenwärmer-Stirnband zu tragen?
Gesamteindruck: Das Spiel sprach für sich. Für Leistungen der ZDF-Mannschaft leider auch.
Béla Réthy: Auf dem Weg zum Nebenerwerbs-Mentalcoach
Oliver Kahn: Auf dem Weg zur grauen Eminenz
Katrin Müller-Hohenstein: Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit
Boris Büchler: Auf dem Weg ins Abseits
Autor: Peter Disch
