Genussfestival

Wie war’s bei … der Premiere der Weinkult Breisgau in Ettenheim?

Markus Zimmermann , Patrick Kerber und Michael Saurer

Von Markus Zimmermann (Text), Patrick Kerber und Michael Saurer (Video)

Mo, 21. Mai 2018 um 19:14 Uhr

Gastronomie

Es war ein gelungener Start für die Veranstaltung Breisgauer Winzer und der BZ: Ein bisschen wie im Paradies fühlen konnten sich mehr als 800 Besucher bei der Premiere der Weinkult Breisgau im Weingut Weber.

Traumhafte Atmosphäre unterm blauen Himmel, ein weiter Blick in die Rheinebene bei Ettenheim und Verführung pur. Mehr als 40 Weingüter und Winzergenossenschaften präsentierten 129 verschiedene Erzeugnisse.



Erster Eindruck: Es ist angerichtet, das Ambiente könnte nicht besser sein. Die Gastgeber – Breisgauer Weinwelt und Badische Zeitung – haben sich mehr als alle Mühe gegeben. In elegantem schwarz stehen Bänke und Tische auf dem Parkplatz vor der großen Glasfront des modernen Weingutgebäudes. Drinnen warten an langen Theken die Menschen hinter dem Wein auf ihre Gäste. Schon das gemütliche Hinaufschlendern ins Offental verwandelt die Gemütslage. In den kommenden Stunden ist genüssliche Ruhe angesagt, Alltag, Hektik, all das bleibt weit zurück.



Das Angebot:
Die Qual der Wahl wird zum Genussfestival. Übersicht bietet eine kleine Broschüre, detailliert gelistet findet der Weinliebhaber schnell die Orientierung. Weiß, Rot, Rosé, Sekt und Secco – ein "Tasting"-Fahrplan lässt sich unkompliziert zusammenstellen. Andere lassen sich einfach so von der spontanen Lust durch den Abend treiben. Je nach Gusto.

Der Breisgauer: Differenziertes Terrain, Winzer, die sich auf ihr Handwerk verstehen und es mit Herzblut angehen, der Breisgau als Weinanbaugebiet hat alles zu bieten, was das Herz des Weinfreundes erfüllt. "Qualität und differenzierte Stilistik gilt es zu entdecken", so BZ-Verleger Christian Hodeige bei der Begrüßung der Gäste. Sein Fazit am frühen Abend: Der Breisgau muss sich hinter keinem Anbaugebiet verstecken, kann sich mit breiter Brust dem Wettbewerb stellen. Also, kein Grund in die Ferne zu schweifen, wo das Gute liegt so nah.

Die Überraschung: Wer hier nicht den Wein seiner Wahl findet, findet den nirgendwo. In die Reihe der bekannten Sortennamen mischt sich auch manch weniger bekannter Tropfen. Ein Lemberger aus dem Badischen, wer hätte den hier vermutet. Aber auch Bacat, Helios, Johanniter lassen aufhorchen, Nasen und Gaumen sind an diesem Abend gefordert wie sonst kaum.

Die Speisen: Zum Wein das passende Essen. Deutlich hebt sich das Angebot ab von dem, was auf Weinfesten serviert wird. Pasta aus dem Parmesanlaib, raffiniert angerichtete Spargelsalat oder Käseplatte, auch auf den Tellern zeigt sich das Besondere der Weinkult und dafür stehen die Besucher auch einmal länger in der Schlange.

Das Unterhaltungsprogramm: Fein abgestimmt verstehen die Musiker von Randy Club die Stimmung zu lesen. Dezente Background Pianoklänge begleiten zum Auftakt die angeregten Gespräche, peu à peu steigert die Band Dynamik und Lautstärke, wirkt einladender und ansteckender und wandelt so die Gourmet-Atmosphäre zur Party-Stimmung. Die kocht so richtig hoch, als die Emmendinger Soul-Röhre Angela Mink spontan zu "I will survive" das Mikro ergreift und gegen 23 Uhr DJ "Mr. T" übernimmt und bis weit über Mitternacht am Brodeln hält.

Die Gäste: Junges Publikum für den Wein gewinnen, das scheint nicht mehr dringend nötig zu sein. Von Mitte 20 bis Senioren, es sind alle dabei. In netter Atmosphäre zu zweit, zu viert oder im größeren Freundeskreis einen gelungenen Abend verbringen und, wer Lust hat, die Gelegenheit zum Fachsimpeln zu nutzen, stehen im Vordergrund. An Stehtischen, im Weingarten oder in der Lounge auf der Dachterrasse, ein jeder findet sein ideales Plätzchen.

Fazit: Gemeinsam sind wir stark – miteinander das große Rad drehen statt sich im Klein-Klein verlieren. Die Weinkult Breisgau hat gezeigt wie es geht. Eine Premiere die eine Prämierung verdient und regelrecht nach Wiederholung schreit.

Mehr zum Thema: