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29. Juli 2010 08:25 Uhr

Sommerfestivals

Wie war’s bei … Freshlyground bei Stimmen?

Mit tanzbarer Wohlfühlmusik hat die Band Freshlyground beim Stimmen-Festival für Stimmung gesorgt. Doch sind Freshlyground mehr als die partytaugliche Option für die bessere Welt?

  1. Mitreißend und voller Lebensmut: Der Auftritt von Freshylground beim Stimmen-Festival in Lörrach. Foto: Promo

Der erste Eindruck: Mehr Südafrika war seit dem Ende der Apatheid nicht mehr. Feshlyground profitieren von dieser Sympathiewelle, die die WM und ihre Promoter losgetreten haben. Wenn aber nicht viel wäre, könnten auch die besten Promoter nichts holen. Freshlyground ist mehr als der mit Shakiras Gesang garnierte WM-Hit "Waka Waka" Und die südafrikanische Popmusik hat längst mit der europäisch-amerikanischen aufgeschlossen. Die afrikanischen Elemente beleben die Popmusik, und gehen mit den europäischen, die es dort eben auch gibt, eine frische tanzbare Symbiose ein.
Die Musik: Freshlygrounds Musik ist vor allem eins: tanzbare Wohlfühlmusik. Mit Querflöte und Violine erweitern sie das gewöhnliche popmusikalische Spektrum, erst recht das der afrikanischen Musik. Und Zolani Maholas Stimme wie Zartbitterschokolade tut ein Übriges. Fast nordisch mythisch können sie beginnen und sind doch immer Botschafter Afrikas, weil sie den Wandel besingen, die Dinge, die sich ändern, die Dämmerung eben. Doch schon beim zweiten Stück bietet freshlyground, was der Mitteleuropäer erwartet, rhythmische fröhliche Musik, tanzbar voller Lebensfreude. "Buttercup" ist experimentelle Pop-Jazzfusion, mit einem Querflötensolo von Simon Attwell, das Jethro Tull vergessen lässt. Dann steigt Julio Sigauque mit der Gitarre ein, der Funk hält Einzug, das zehnminütige Stück wird zur mitreißenden musikalischen Weltreise. Oder "Baba". Es klingt nach Akkordeon, was Aron Turetz-Swartz seinem Keyboard entlockt, nach Seefahrermusik, nach allem was an Südafrikas Küsten gespült wurde. "The Fire Is Low", ist das Liebeslied für Langzeitpaare ist eher irisch angehaucht, sicher sind auch Iren unter den fast zehn Prozent Weißen am Kap. Mitreißend und voller Lebensmut. Freshlyground machen die richtige Musik am richtigen Platz.

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Augenschmaus: Sicher Sängerin Zolani Mahola in ihrem weißen Hängerkleidchen und dem pinkfarbenen Bustier, der ebensolchen Stulpe an der einen Hand und den Leggings an den Beinen. So viel mutige Farbenfreude ist selten und nein, es war nicht zuviel, schließlich stand sie auf der Bühne und nicht in irgendeiner Fußgängerzone.
Politische Korrektheit: Ganz groß, nicht nur der Hautfarbe wegen, mit Kyla Rose Smith und Zolani Mahola sind immerhin zwei Frauen unter den sechs Musikern. Nachbar Robert Mugabe ist Zielscheibe des Spotts der Band. Alles wird gerecht verteilt.
Bewertung: Energiegeladener Eine-Welt-Konzertabend mit einem weitereren musikalischen Export aus Afrika, Staff Benda Bilili aus Kinshasa, die tanzbare Musik boten zwischen Samba und Rock. Wer nun diese Angebot an mitreißender Musikalität, an spürbarer Authenzitität mit den 30 Euro Ticketpreis in Relation setzt, muss erkennen: tolles Preis-Leistungsverhältnis. Ganz im Gegenteil zu den großen Namen, die schon in Lörrach auftraten.

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Autor: Martina David-Wenk