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19. Juli 2009 14:02 Uhr

Wie war's bei... ORSO in Freiburg?

Von Queen über Deep Purple bis hin zu Michael Jackson: Das Rock Symphony Orchestra ORSO machte in der gut besuchten Messe Freiburg ordentlich Dampf.

  1. ORSO in Aktion Foto: Nicolas Rogoll

Die "größte Band der Welt" ließ den Wohlklang eines Symphonieorchesters mit dem Drive einer Rockband verschmelzen – konnte dieses Konzept aufgehen?

Der erste Eindruck: Wie zu erwarten: Es ist laut, rockig und bunt. Das Tempo ist von Anfang an hoch und Dirigent Wolfang Roese hat sichtlich Spaß an seiner Arbeit. Es wird viel experimentiert.

Set-List: Der Opener "The Final Countdown" von Europe ist wegweisend. ORSO lädt ein auf einen Streifzug durch Rock ("Smoke on the Water", Deep Purple), Pop (RobbieWilliams' "Let me Entertain you" sowie eine Collage der Hits von Michael Jackson) und viele andere Genres.

Die Musik: Fühlt sich an wie Filmmusik. Die über 200 Musiker liefern einen überwältigenden Sound, der den Zuschauer nicht erdrückt, sondern mitreißt – Gänsehautmomente inklusive.

Augenschmaus: Dirigent Wolfgang Roese fiebert mit. Durch seinen teilweise übertriebenen Gesten macht er es dem Zuschauer schwer, ruhig auf seinem Sitz zu bleiben. Streckenweise droht das ganze Orchester samt Roese jedoch unter der Gewalt der Licht- und Bühneneffekte zu verschwinden. Eine dezentere Beleuchtung hätte vollkommen gereicht.

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Größte Überraschung: Die Verwirrung ist groß, als plötzlich während eines Stückes die Musik von Foyer her erklingt: Ein kleines Ensemble schlich sich unbemerkt von der Bühne und spielte von draußen mit dem großen Orchester im Wechsel.

Was in Erinnerung bleibt: Die grandiosen Solisten – unter anderem Tenor Fausto Reinhart und der ehemalige Saga-Frontsänger Michael Sadler – verpassen den mit Liebe fürs Detail arrangierten Songs den letzten Schliff. Der Abschluss, "Smoke on the Water", könnte besser nicht gewählt sein: Zum wiederholten Male "standing ovations" seitens der Publikums – und der Chor kommt von der Bühne, läuft durchs Publikum und heizt die Stimmung noch weiter an.

Note: 1-2

Kurzkommentar: Das Publikum bekam genau das, was ORSO verspricht – harter Rock zu melodischen Orchesterklängen. Mit hochkarätigen Solisten und einer feschen Bühnenshow fuhr ORSO alles auf, was man als Konzertbesucher erwarten kann. Dieses audiovisuelle Feuerwerk rechtfertigte Eintrittspreise von bis zu 49 Euro, die aber vor allem Rock-Fetischisten der Queen-Ära verschmerzen konnten.

Fotos: Das Rock Symphony Orchestra spielt in Freiburg

Autor: Nicolas Rogoll