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24. November 2009 07:18 Uhr

Konzertkritk

Wie war’s bei... Pink in Freiburg?

"Funhouse" heißt ihre aktuelle Tour und ein großer Spaß sind Pink-Konzerte tatsächlich immer – selten rauschten knapp zwei Stunden Musik so rasant vorbei. Die 9000 Zuschauer in der ausverkauften Freiburger Rothaus-Arena feierten atemlos aber begeistert.

  1. Von der Kissenschlacht zum Antikriegslied und zurück zur Zirkus-Revue ist es bei Pink nur ein kurzer Sprung. Foto: Dominic Rock

Der erste Eindruck: Eine große Show ist bei Pink stets garantiert und der Auftakt macht sofort klar, dass sich auch dieses Mal daran nichts ändern wird. Als Vorspann wird ein Video mit "Highway to Hell" untermalt, dann schwebt die Sängerin aus dem Boden am Ende des Laufstegs hoch in die Luft Richtung Bühne, wo sich bereits ein ganzes Heer von Musikern, Tänzerinnen und Akrobaten versammelt hat. Massig Spektakel also – und dabei ist gerade erst der erste von 19 Songs vorbei…

Set-List: 19 Titel zählt die Set-List und neben dem aktuellen Album "Funhouse" finden sich zuverlässig die größten Single-Hits. Aber auch für originelle Cover-Versionen ist Pink bekannt, wobei es sie dieses Mal in die 1970er Jahre verschlägt: Der ganz schön knifflige Led Zeppelin-Klassiker "Babe, I’m gonna leave you" passt überraschend gut zur kratzigen Blues-Stimme der Sängerin. Und auch in "Bohemian Rhapsody" gibt sie einen sehr achtbaren Freddie Mercury.

Die Musik: "So What – I’m still a Rockstar" heißt einer der Hits vom "Funhouse"-Album. Damit stellt Pink klar, dass sie kein Pop-Püppchen sein will – schließlich zieht sie gerade die in ihrem Song "Stupid Girls" durch den Kakao. Pop kann sie aber natürlich auch wie überhaupt ihre Wandlungsfähigkeit überrascht: Beim Familiendrama "Family Portrait" etwa schaltet sie nochmal einen Gang runter und singt es als tieftraurige Ballade mit Piano und Streicherbegleitung. Das tanzbare "Get this Party Started" wird dagegen ziemlich runtergerotzt, aber das ist beim Show-Finale den meisten ohnehin egal.

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Augenschmaus: Was Kostümwechsel angeht, steht Pink ihren Pop-Konkurentinnen kaum nach – nur dass diese kaum einen Dress tragen würden, der nur eine Brust bedeckt, während auf der anderen lediglich ein Herz aufgeklebt ist. Zum Finale turnt sie im extrem knappen Artistenkostüm nochmals durch die Luft und lässt sich zwischenzeitlich gar in Wasser tauchen.

Das Publikum: In den ersten Reihen dominieren klar die jungen Mädchen, die ihre große Schwester Pink anhimmeln – weiter hinten stehen aber auch Jungs mit "Hells Angels" Jacken, brave Radiohörer und lesbische Pärchen.

Was in Erinnerung bleibt: ist vermutlich die große Kissenschlacht zu "So What", weil hier konsequent jede Zielgruppe etwas geboten bekam: So heizten die Tänzerinnen in ultraknappen Hotpants einem hochmuskulösen Doppelgänger von Carey Hart ein. Mit dem befand sich die Sängerin zum Beginn der "Funhouse"-Tour gerade im Scheidungsstadium, jetzt sind die beiden wieder zusammen – so schnell kann’s gehen….

Wie Freiburg Pink in Erinnerung geblieben ist: Auf ihrem Twitter-Account schrieb sie keine Viertelstunde nach Programmende: "Show 2night was a lil' strange Bcuz the ceiling was 2 low 4 most of my fun stunts!!! But the crowd was INSANELY AWESOME. So thanx Freiburg!”

Note: 1 Zirkuszelt

Kurzkommentar: Kurzweiliger geht’s kaum – Pink bietet in ihrer Revue wirklich perfekte Pop-/Rock-Unterhaltung. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen werden aber nicht nur die Hits mit aufwändiger Untermalung abgespult, sondern es gibt auch einige musikalische Höhepunkte, der Led Zeppelin-Song gleich vorneweg. Schwer vorstellbar, dass jemand unzufrieden die Rothaus-Arena verließ.

Autor: Stefan Rother