Die Arbeit im Berg geht nicht aus

Paul Berger

Von Paul Berger

Di, 27. November 2018

Wieden

Zur Barbarafeier in Wieden kamen zahlreiche Delegationen / Das Besucherbergwerk Finstergrund soll ein Infozentrum erhalten.

WIEDEN. Über viele Jahrhunderte hat bergmännische Geschichte das Leben der Menschen in Wieden und Umgebung geprägt. Dieses Erbe zu pflegen und zu erhalten haben sich die Mitglieder des Bergmannsvereins und die Kirche bei der Barbarafeier die Fahne geschrieben.

Der Brauch: Bis heute wird die heilige Barbara von vielen Bergleuten als Patronin und Schutzheilige verehrt und bewundert. Ihr Festtag, der 4. Dezember, ist daher nicht nur für die Kirche, sondern auch für die Menschen unter Tage ein bedeutender Gedenktag, an den die Barbarafeier erinnert. An den Brauch, frisch geschnittene Kirschzweige am Barbaratag in eine Vase zu stellen, erinnerte Bürgermeisterin Annette Franz in ihren Grußworten. Diese Zweige tragen dann oft zu Weihnachten frische Blüten.

Die Feiern: Das Fest der Schutzheiligen in der Belchengemeinde Wieden wird mit einer kirchlichen und einer weltlichen Feier begangen. Im Festgottesdienst zeichnete am vergangenen Samstag Pfarrer Franz Leppert ein Bild vom Wirken der Heiligen, die nach christlicher Überlieferung im 3. Jahrhundert in Nikomedien (heute Izmit in der Türkei) lebte. Wegen ihres christlichen Glaubens sei sie von ihrem eigenen Vater getötet worden, so die Legende. Musikalisch begleitet wurde die kirchliche Feier vom Männerchor Wieden unter der Leitung von Norbert Asal. Eng zusammenrücken musste, wer als Besucher in der Festhalle einen Platz für sich ergattern wollte. Unter den Gästen, die Clemens Jäger vom Vorstands-Trio des Bergmannsvereins begrüßte, waren neben dem Landesvorsitzenden Christian Proß von der Stollengemeinschaft Neubulach und seiner Delegation auch die Freunde des Patenvereins aus Buggingen sowie Wolfgang Werner vom Landesamt für Geologie und Rohstoffe. Zur Barbarafeier, die der Männerchor und die Bergmannskapelle unter Leitung von Hubert Behringer ansprechend musikalisch gestalteten, waren in diesem Jahr Abordnungen aus dem Saarland, dem Ruhrgebiet, der Schweiz und dem Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege. Zu den besonderen Darbietungen der Feier der viel bewunderte Bergknappen-Tanz.
Besucherbergwerk Finstergrund: Das von den Mitgliedern des Bergmannsvereins betreute Besucherbergwerk hat sich auch 2018 großer Beliebtheit erfreut. Neben 71 regulären Führungen fanden wieder zahlreiche Sonderführungen statt, die von 16 ehrenamtlichen Führern begleitet wurden. Einen Besucherrekord erlebte die Einrichtung am 1. August mit 201 Teilnehmern. Gefordert waren die Mitglieder des Vereins auch bei ihren zahlreichen Arbeits- und Sondereinsätzen, um Einrichtungen und Material der Anlage in Schuss zu halten.

Forschung und Lehre: Bei einem gut besuchten Workshop zu aktuellen Themen des Bergbaus, an dem 82 Besucher in Wieden teilnahmen, ging es in erster Linie um die "Forschung unter Tage", wie von Wolfgang Werner vom Landesamt für Geologie und Rohstoffe in Freiburg zu erfahren war. Geradezu ideale Voraussetzungen hierfür finden sich in Wieden, wo "ein wahres Biotop für geologische Forschungen" vorhanden sei. Gleichzeitig soll das von Bürgermeisterin Franz angesprochene Infozentrum der Unterrichtung von Personen und Gruppen dienen.

Voll des Lobes für den Bergmannsverein zeigte sich Landesvorsitzender Christian Proß: Er sei immer wieder erstaunt, was die kleine Berggemeinde Wieden auf die Beine stelle.