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13. Juni 2012

Wiederverheiratete nicht aus der Kirche ausgrenzen

Peter Schnappinger spricht sich bei seinem Priesterjubiläum für ein engeres Miteinander mit evangelischen Christen aus.

  1. Dekan Peter Schnappinger (links am Mikrofon) feierte in der Staufener Pfarrkirche Sankt Martin sein Priesterjubiläum. Foto: Manfred Burkert

STAUFEN. In der vollbesetzten Staufener Pfarrkirche Sankt Martin sowie anschließend im Martinsheim feierte am Sonntag der seit seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2006 in Staufen lebende Dekan und Geistliche Rat Peter Schnappinger sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Die Festmesse wurde umrahmt vom katholischen Kirchenchor unter der Leitung von Kerstin Bögner sowie vom Organisten Gerhard Gnann.

Ein wahrer Prozessionszug von Priestern und Diakonen sowie Ministrantinnen und Ministranten, mit Dekan Gerhard Disch aus Bad Krozingen und Staufens Stadtpfarrer Johannes Frische an der Spitze, begleitete den Jubilar bei der kirchlichen Feier seines Priesterjubiläums, auf den Tag genau 50 Jahre, nachdem er in Karlsruhe seine Primiz gefeiert hatte. Unter den Mitzelebranten befanden sich auch einstige Studienkollegen Peter Schnappingers, wie der ehemalige Freiburger Dompfarrer Erich Wittmer, Diözesan Präses Robert Henrich aus Wettelbrunn sowie der Staufener Bürgersohn, Pfarrer in Ruhe Heinrich Moll, der im Jahr 1961 seine Primiz in Sankt Martin gefeiert hatte.

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Den Wunsch des Jubilars, keine Lobeshymnen auf ihn zu singen, beherzigten sowohl Dekan Disch in seiner Predigt wie auch die Redner beim anschließenden Empfang im Martinsheim. Der Prediger beschäftigte sich stattdessen mit der derzeitigen Unruhe in der katholischen Kirche und machte dabei die für viele Christen hoffnungsvolle Aussage, dass das Zweite Vatikanische Konzil in den 1960er Jahren erst der Anfang von Veränderungen in der katholischen Kirche und nicht schon deren Ende bedeuteten.

Mit Glückwünschen an ihren einstigen Pfarrer begnügten sich die Kirchenvertreter aus Müllheim, Schwetzingen und Offenburg. Ebenso Michael Hagedorn, als Vertreter der Seelsorgeeinheit Staufen-Münstertal sowie Bürgermeister Michael Benitz im Namen der Stadt Staufen.

Am Ende war es Jubilar Peter Schnappinger selbst, der sein Priesterleben in launigen Worten nochmals Revue passieren ließ. Dabei machte der Dekan in Ruhe die klare Aussage, dass ein Seelsorger auch wiederverheiratete Geschiedene nicht aus der Kirche ausgrenzen dürfe. Ebenso sprach er sich für ein engeres Miteinander mit den evangelischen Brüdern und Schwestern im Zeichen der Ökumene aus und erklärte, er selbst habe dies in all seinen Pfarreien stets praktiziert.

Autor: Manfred Burkert


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