Der englische Zauber ist verpufft

Wild Wings kassieren unter Trainer Paul Thompson mit dem 2:5 gegen Bremerhaven die vierte Niederlage in Folge

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

So, 09. Dezember 2018 um 17:10 Uhr

Schwenningen Wild Wings

Vierte Niederlage in Folge: Wild Wings müssen sich nach dem 1:3 in Köln auch den Fishtown Pinguins mit 2:5 geschlagen geben und verharren auf dem letzten Tabellenplatz der DEL.

EISHOCKEY. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Paul Thompson, neuer Trainer der Schwenninger Wild Wings, feierte in den ersten fünf Spielen als Chef an der Bande vier Siege und wurde nach dem famosen Heimerfolg gegen DEL-Spitzenreiter Mannheim von den Fans gefeiert. Jetzt ist der Trainer-Effekt verpufft. Vor einer Woche kassierten die Wild Wings unter Thompson ein Null-Punkte-Wochenende – das sich jetzt wiederholte. In Köln unterlagen die Wild Wings mit 1:3, am Sonntag gab es in der Helios-Arena eine 2:5 (0:2,0:2,2:1)-Heimniederlage für das DEL-Schlusslicht.

Die Wild Wings hatten am Sonntag zunächst überhaupt keinen Zugriff aufs Spiel. In der dritten Minute ging Bremerhaven in Front. Dylan Schwartz überwand nach Zuspiel von Corey Quirk Schwenningens Goalie Dustin Strahlmeier. In der sechsten Minute fiel auch schon das 0:2. Alexander Friesen tanzte SERC-Verteidiger Dominik Bittner aus und legte quer auf Justin Fester, der den Puck ins Netz drosch. Friesen kam in der zwölften Minute noch einmal völlig frei zum Schuss, brachte die Scheibe aber nicht im Tor unter. Die Schwenninger fanden jetzt endlich ins Spiel. Rihards Bukarts, Anthony Rech und Stefano Giliati besaßen erste Chancen, Torwart Tomas Pöpperle blieb aber Sieger. Der 1,91 Meter große SERC-Neuzugang Vili Sopanen zeigte bei einer kleinen Raufeinlage mit Bremerhavens Friesen, dass mit ihm nicht zu spaßen ist.

Chad Nehring besaß zu Beginn des zweiten Drittels eine gute Möglichkeit für die Fischtown Pinguins. Von den Schwenningern war nun kaum etwas zu sehen. Die Pässe der Wild Wings kamen nicht an, auch nicht in Überzahl. In der 28. Minute fiel das 0:3. Mit einem langen Pass hebelte Will Weber die gesamte Schwenninger Mannschaft aus und Miha Verlic traf. Kurz darauf hieß es 0:4. Christopher Rumble zog ab, Schwenningens Schlussmann Strahlmeier ließ den Puck unglücklich durch die Schoner rutschen. Zu Beginn des dritten Drittels durften die Schwenninger in doppelter Überzahl ran und nützten diese Chance: Rech gelang mit seinem neunten Saisontor das 1:2. Gerade einmal 37 Sekunden später verkürzte Simon Danner nach Vorarbeit von Giliati und Hult auf 2:4. Plötzlich schien wieder etwas möglich für die Schwenninger. Jetzt war auch das Publikum da. Doch erneut trafen die Gäste: Der überragende Friesen fälschte einen Schuss von Feser erfolgreich zum 2:5-Endstand ab.

In Köln hielten die Wild Wings vor 7511 Zuschauern einigermaßen mit, unterlagen aber mit 1:3 (1:1, 0:1, 0:1). Das Überzahlspiel der Schwenninger war nicht gut, Schlussmann Strahlmeier kassierte leichte Gegentore. SERC-Trainer Paul Thompson ließ den jungen Schwenninger Stürmer Kai Herpich und den deutschkanadischen Verteidiger Kyle Sonnenburg als überzählige Akteure auf der Tribüne. Sein 700. DEL-Spiel bestritt in Köln Stürmer Tobias Wörle. Es waren aber die Kölner, die in der ersten Hälfte des ersten Drittels mächtig Druck machten. Frederik Tiffels und Jason Akeson vergaben in der Anfangsphase gute Möglichkeiten. In der elften Minute gingen die Haie verdientermaßen in Front. Alexander Oblinger überwand den in dieser Situation unglücklich agierenden SERC-Torwart Dustin Strahlmeier. Die WildWings fanden erst allmählich ins Spiel und glichen in der 14. Minute im Powerplay aus. Simon Danner hatte Vili Sopanen mustergültig bedient und der Neuzugang brauchte die Scheibe nur noch ins leere Tor zu schieben.

Das zweite Drittel plätscherte zunächst so vor sich ihn. Dann fiel das 2:1. Felix Schütz setzte sich gegen Strahlmeier durch, der den Puck durch die Beine passieren ließ. Im letzten Drittel lief den Schwenningern die Zeit davon. Zumal Stefano Giliati kurz vor Schluss zwei plus zehn Minuten wegen eines Bandenchecks kassierte. Die Wild Wings nahmen dennoch ihren Torhüter vom Eis. Die Haie stellten sich erst dumm an und liefen bei vier gegen zwei ins Abseits. Sekunden später traf Schütz aber doch zum 1:3-Endstand ins leere Schwenninger Tor.