Papierfabrik Koehler will in Willstätt bauen

Robert Ullmann

Von Robert Ullmann

Di, 06. Dezember 2016

Oberkirch

Oberkircher Unternehmen will sechs Millionen Euro investieren.

OBERKIRCH/WILLSTÄTT. Die Oberkircher Papierfabrik Koehler will in Willstätt ein Veredelungszentrum für Spezialpapiere errichten. Für das Unternehmen wäre es nach Oberkirch und Kehl der dritte Standort in der Ortenau. Wie bekannt wurde, wollte der Willstätter Gemeinderat das Anliegen von Koehler am Dienstagabend behandeln.

Koehlers Pressesprecher Stephan Schwietzke bestätigte die Pläne. Die Firma mit Hauptsitz in Oberkirch will im Baugebiet Lossenfeld III in Willstätt sich auf 19 000 Quadratmeter ansiedeln. Zunächst soll eine 5000 Quadratmeter große Produktionshalle errichtet werden. Schwietzke zufolge liegt die Investitionssumme bei sechs Millionen Euro.

Die Investition sei ein "erster Schritt" am künftigen Standort Willstätt. Koehler geht davon aus, dass sich das Vorhaben als erfolgreich erweist, weshalb man Erweiterungsflächen mit eingeplant hat. Mittelfristig sollen 20 Arbeitsplätze entstehen, langfristig könnte die Zahl der Willstätter Koehler-Belegschaft weiter steigen. Das Unternehmer drückt in Sachen Zeitplan auf die Tube. Mit den Arbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Die Wahl fiel auf Willstätt wegen der günstigen Anbindung an die Autobahn sowie an den Stammsitz Oberkirch und auch an den Kehler Hafen, der im Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb eine große Rolle spielt. Am Standort Kehl noch vorhandene Optionsflächen sind anderweitig verplant.

Koehler überlegt, auch dort in absehbarer Zeit die Produktion auszuweiten. Am Standort Oberkirch wurde 2014 nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit das neue Logistikzentrum eingeweiht, mit einem 34 Meter hohen Hochregallager als Kernstück – eine Investition von rund 40 Millionen Euro, die sich Schwietzke zufolge bewährt hat. Größere Flächen, wie sie Willstätt nun zur Verfügung stellt, habe man weder am Stammsitz noch in Kehl, so Schwietzke. Was konkret in Willstätt produziert werden will, darüber hält sich das Unternehmen aus Marktgründen bedeckt. In Willstätt wird Koehler einer der Nachbarn der Philipp Kirsch GmbH: Der Hersteller von Spezialkühlgeräten für Medikamente und Labore wird bekanntlich seinen Firmensitz in Offenburg auf geben und mit 80 Mitarbeitern an den neuen Standort in Willstätt umziehen.

Willstätt hat bald 4000 Arbeitsplätze

"Aktuell haben wir in Willstätt bei knapp 9600 Einwohnern 3600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze", erklärt Willstätts Bürgermeister Marco Steffens auf Anfrage, "und wir steuern stark auf die 4000 zu." Die von Kirsch und Koehler kommen noch hinzu. Darüber hinaus will das Feinkost-Unternehmen Lackmann, das 2011 nach Willstätt zog, die Zahl seiner Arbeitnehmer mehr als verdoppeln – auf dann 300 Mitarbeiter. Das Loch, das 2004 nach dem Abzug der BASF entstand, sei lange schon aufgefüllt, sagt Steffens. Für Willstätt als Industriestandort spreche die Nähe zur Autobahn und zum Kehler Hafen. Allerdings engagiere sich die Gemeinde auch, um Gewerbeflächen bereitzustellen, wobei Bauamtsleiter Schönle ein großes Verdienst zukomme. Steffens: "Für die Ansiedlung von Koehler sind wir dankbar."