Vier wollen Marco Steffens beerben

Karen Christeleit

Von Karen Christeleit

Di, 08. Januar 2019

Willstätt

Bewerbungsfrist für Willstätter Bürgermeisterwahl endete.

WILLSTÄTT. Das Wahljahr 2019 ist eröffnet: So stehen nicht nur die Europawahlen, sondern in Baden-Württemberg auch Kommunalwahlen und in sechs Städten des Ortenaukreises Bürgermeisterwahlen an. In Willstätt tauschte Marco Steffens (CDU) bereits im Dezember nach elfjähriger Amtszeit seinen Bürgermeistersessel gegen den von Chefsessel im Offenburger Rathaus ein, sodass nun die Willstätter am Sonntag 3. Februar zum ersten Urnengang des Jahres aufgerufen sind.

Der Rathaussessel in der historischen "Alten Mühle" von Willstätt ist begehrt. Bislang haben sich laut Auskunft des Hauptamtsleiters Andreas Leupolz drei Kandidaten und eine Kandidatin beworben und streben nun nach der Gunst der Wählerinnen und Wähler.

Bereits frühzeitig warf der parteilose Wirtschaftsjurist Christian Huber seinen Hut in den Ring. Der 38-jährige lebt mit seiner Frau Christina und den Kindern Luisa und Raphael im Ortsteil Sand und ist dort seit Mai 2018 auch Mitglied im Ortschaftsrat. "Willstätt ist eine wundervolle Gemeinde und zur Heimat meiner Familie geworden, wir schätzen die Natürlichkeit, Attraktivität und Lebendigkeit unserer Gemeinde sehr", erklärte der Manager für interne Unternehmenszusammenschlüsse und -käufe sowie Berichtsprogramme in der Konzernbuchhaltung bei einem führenden Medienunternehmen in Offenburg. "Mit vollstem Engagement" werde er sich nicht nur dafür einsetzen, den Charakter der fünf Ortsteile zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern auch zukünftig zu erhalten und zu bereichern, er werde darüber hinaus auch insbesondere den Erhalt der Nahversorgung in der Gemeinde, die Lösung der Verkehrsprobleme innerhalb der Ortsteile sowie die weitere Verbesserung der Förderung unserer Vereine, Kultur, Kirchen- und Ehrenämter angehen.

Zweiter Kandidat ist der 29-jährige Felix Ockenfuß, der nach Ausbildung an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl als Wirtschaftsförderer bei der Stadtverwaltung Gengenbach wirkt. Er lebt mit seiner Verlobten Daniela und deren Sohn Luca in Offenburg. "Die großen Gestaltungsmöglichkeiten bei den anstehenden Aufgaben und allen wichtigen Themen, die Willstätt zukunftsfähig machen, sind für mich Ansporn und Motivation mich mit Herz und Verstand für Willstätt einzubringen", so das CDU-Mitglied, "in Willstätt wurde in den vergangenen Jahren viel erreicht, aber auch künftig müssen die verschiedensten Themen, seien es der Erhalt der bestehenden Infrastruktur, die Sicherstellung der örtlichen Nahversorgung, Verkehrsthemen, Fragen der Kinderbetreuung, der Jugendarbeit oder der Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen aktiv angepackt werden. Gemeinsam mit der Bürgerschaft, dem Gemeinderat und den Ortschaftsräten sollen die richtigen Entscheidungen für die Zukunft Willstätts getroffen werden."

Als Dritter hat sich der 46-jährige Andreas Huber für das Amt des Bürgermeisters beworben. Er lebt mit seiner Frau und drei erwachsenen Kindern in Freiburg. "Ich möchte mein Wissen dafür verwenden, die gute Arbeit meines Vorgängers weiterzuführen und die begonnenen Vorhaben erfolgreich abzuschließen, aber auch neue Impulse setzen", so der studierte Stadtplaner und Experte für Verwaltungsmodernisierung in Kommunen und Behörden, "ich möchte die Gemeinde stark für alle Generationen aufstellen, dabei ist mir eine behutsame Wohn- und Gewerbeentwicklung ebenso wichtig wie schnelles Internet und offene Bürgerkommunikation."

Auch die Ortsvorsteherin von Kehl-Auenheim, Sanja Tömmes, hat sich als Vierte im Bunde und bislang einzige Frau für die Nachfolge von Steffens beworben. Die 45-jährige Mutter zweier fast erwachsener Kinder hat sich 2016 entschieden sich ganz der Politik zu widmen und absolvierte hierfür ein Kontaktstudium an der Verwaltungshochschule Kehl. "Menschen brauchen vor Ort eine gute Infrastruktur, sowohl zum Leben als auch zum Arbeiten, da wurde gerade im Betreuungsangebot der Kindergärten und an den Schulen der Gemeinde viel Arbeit geleistet und vom Gemeinderat ein guter Weg eingeschlagen, erfolgreich könne man dabei aber nur sein, wenn man "gemeinsam stark ist", so die Vorsitzende der Freien Wähler Kehl, die ihre Stärke darin sieht, die Bedürfnisse der einzelnen Ortschaften gut nachvollziehen und die Arbeit der Ortsvorsteher wohl am besten schätzen zu können und sich sicher ist, "nur ein zielgerichtetes Miteinander aller fünf Ortsteile bringt letztlich die Gemeinde voran."

Bis zum 7. Januar Punkt 18 Uhr konnten sich Bewerber noch bei der Gemeindeverwaltung melden. Danach entscheidet der Gemeindewahlausschuss über die Zulässigkeit der Bewerbungen. Am Donnerstag 24. Januar um 19.30 Uhr findet in der Hanauerlandhalle in Willstätt die offizielle Kandidatenvorstellung statt.

Falls kein Bewerber die absolute Mehrheit, also über 50 Prozent der gültigen Stimmen, auf sich vereinen kann, muss am Sonntag, 17. Februar, nochmals gewählt werden. Für diesen Wahlgang können sich dann auch neue Kandidaten bewerben. Die Bewerbungsfrist für diesen Wahlgang würde am Mittwoch 6. Februar enden.