Bau der Ortsumfahrung im Zeitplan

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Mi, 05. Juli 2017

Winden im Elztal

Besuch der Landtagsabgeordneten Marion Gentges auf den Baustellen an der B 294 in Winden / Straßenbaubeginn im März 2018.

WINDEN. Die Bau- und Planungsarbeiten für die Ortsumfahrung Winden, in die auch Brückenbauten der Deutschen Bahn einbezogen sind, gehen termingerecht voran. Dies bestätigte Projektleiter Daniel Haberstroh bei einem Ortstermin der Landtagsabgeordneten Marion Gentges, die auf Einladung der CDU Winden die Baustelle besuchte.

Als momentan wichtigste Aufgabe bezeichnete der leitende Ingenieur die termingerechte Ausschreibung des Tunnelbaus, für den die Detailplanungen voll im Gange seien.

Die CDU-Politikerin, wohnhaft in Welschensteinach, die für ihre Partei den Wahlkreis Emmendingen mit betreut, kennt, wie sie sagte, die prekäre Verkehrslage im oberen Elztal mit den Staus schon lange aus eigener Erfahrung. An die Baustelle kam sie nun aber zum ersten Mal.

Vom Projektleiter wurden ihr die beiden Bauabschnitte in Nieder- und Oberwinden, Einzelvorhaben und Zeitpläne (die BZ berichtete mehrfach) sowie der Stand der Arbeiten vorgestellt.

An der Umfahrungsstrecke Niederwinden sind derzeit drei der fünf geplanten Brücken im Bau. Weitgehend fertiggestellt ist die große Elzbrücke am Ortsausgang Ost (Bauwerk 5). Zusammen mit dem Klärbecken zum Gewässerschutz werden hierfür noch etwa drei Wochen benötigt.

Etwas anders sieht es bei den beiden Bahnbrücken über die künftige B294 (Bauwerke 1 und 4) aus. Hier laufen unter den acht Behelfsbauteilen, über die derzeit die S-Bahn verkehrt, große Erdarbeiten. Zur Erstellung der Widerlager werden bis zu zehn Meter tiefe Aushübe eingebracht. Die Fertigstellung dieser Bahnbrücken bestimmt über den Beginn der Trassierung der Fahrbahn, die oberhalb des Schienenwegs verlaufen wird. Für die Dürrenbergbrücke (Bauwerk 2), kurz hinter der Bahnbrücke 1 am Ortsausgang West, hat das Regierungspräsidium kürzlich den Auftrag an ein Unternehmen in Furtwangen vergeben. Die Hurstwaldbrücke (Bauwerk 3), die etwa 200 Meter oberhalb des Bahnhofs (jetzt Baubüro) an versetzter Stelle neu gebaut wird, wird erst zeitgleich mit dem Straßenbau errichtet werden. Sie wird mit 44 Meter lichter Weite Bahnlinie und B294 überdecken. Für ihre Anbindung ist unterhalb des Friedhofs aber eine neue Zufahrt nötig, die noch vor dem Brückenbau hergestellt werden muss.

Zur Fertigstellung der beiden Bahnbrücken, bei der die parallel aufgebauten Brückenkörper eingeschoben und auf die Widerlager gesetzt werden, ist eine Sperrpause im Bahnverkehr nötig. Diese wurde seitens der Bahn von den Herbstferien 2017 bereits auf März 2018 verschoben. "Eine weitere Verzögerung wird sich die Baufirma gegenüber der Bahnzentrale in Frankfurt nicht erlauben", sagte Daniel Haberstroh. Dies aber bedeutet, dass mit der Trassierung der Straße weiterhin pünktlich im März 2018 begonnen werden kann. Für den Straßenbau wird dann ein Jahr benötigt. Im Ergebnis heißt das: Die Ortsumfahrung Niederwinden wird im Frühjahr 2019 fertig sein und in Betrieb genommen werden.

Zur Umfahrung Oberwinden kündigte der Projektleiter erneut an, dass hier bereits ab September 2018 die ersten vorbereitenden, aber nicht verkehrsbehindernden Arbeiten beginnen werden. Zur Vorbereitung der späteren Großbaustelle an der Waldhornkurve muss die gesamte Infrastruktur an Versorgungsleitungen abgehängt und verlegt werden; Kostenpunkt allein etwa 2,5 Millionen Euro. Außerdem wird – abgehend vom Gasthaus Sonne und durch das Gewerbegebiet Frohnacker führend – der spätere Anschluss Oberwinden West gebaut. Über ihn wird während des Tunnelbaus der Verkehr der B294 fließen. Der Anschluss wird aber zeitgleich mit der Umfahrung Niederwinden fertig sein, so dass ab Frühjahr 2019 auf der gesamten Umfahrungsstrecke keine Lichtanlagen den Verkehrsfluss erschweren werden. Der dann wegen der geplanten Elektrifizierung der Elztalbahn nötige Schienenersatzverkehr werde so nicht zusätzlich beeinträchtigt, sagte Haberstroh.

Weit vorausschauend erläuterte der Projektleiter auch bereits Details zum Tunnelbau. Um den Gesamtplan einzuhalten, sei momentan aber die termingerechte europaweite Ausschreibung der Tunnelbau-Aufträge am dringlichsten. Derzeit befasst sich im Regierungspräsidium ein Team von sieben Planern und Fachbeamten allein mit der Ortsumfahrung Winden. Gegenüber der Abgeordneten Gentges, dem CDU-Vorstand um Michael Moser und Marita Schmieder sowie Bürgermeister Klaus Hämmerle äußerte sich Haberstroh sehr zuversichtlich: "Wir arbeiten dran. Wir sind guter Dinge."