Das Wunder von Winden wird Wirklichkeit

Nikolaus Bayer und der Redaktion

Von Nikolaus Bayer & der Redaktion

Di, 21. Juli 2015

Winden im Elztal

Die Baufreigabe von Minister Alexander Dobrindt für die Ortsumfahrung ist da / Baubeginn "spätestens Anfang 2016" / Erste Stellungnahmen.

WINDEN. Der 20. Juli 2015 wird als Tag der Freude in Windens Geschichte eingehen: Am späten Vormittag ging die frohe Mitteilung von der Baufreigabe der Ortsumfahrung durch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Rathaus ein. Damit steht für die vom Durchgangsverkehr geplagten Windener das Ende einer langen Leidenszeit bevor. Bereits im Jahr 1959 gab es erste Pläne für eine Umgehungsstraße B 294 für die damals noch selbstständigen Gemeinden Niederwinden und Oberwinden.

Mit einem Baubeginn der Umfahrung Winden wird jetzt spätestens Anfang 2016 gerechnet. "Die Ausschreibung der Arbeiten durch das Regierungspräsidium wird umgehend erfolgen, so dass wir hoffen, spätestens Anfang kommenden Jahres" den ersten Spatenstich machen zu können, so Windens Bürgermeister Klaus Hämmerle. Vom Bund fließen 68 Millionen Euro nach Winden. Mehr über den möglichen Zeitablauf wird bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag zu erfahren sein. Am Montag war dies aber erst mal noch Nebensache. Schnell machte die frohe Kunde die Runde und pure Freude war angesagt. Schon Ende voriger Woche hatten sich die Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) und Johannes Fechner (SPD) per Pressemitteilungen weit aus dem Fenster gelehnt und den Windenern geraten, am Montag "den Sekt kalt zu stellen" (siehe BZ vom Samstag). Entsprechend erfreut und von Genugtuung erfüllt waren erste Stellungnahmen, welche die BZ einholte:

Clemens Bieniger, Bürgermeister a.D. von Winden: "Es erfüllt mich mit großer Freude, dass im Infrastrukturprogramm des Bundes nun Straßenbaumaßnahmen für Südbaden enthalten sind und natürlich – im besonderen – die Baufreigabe für die Ortsumfahrung Winden erteilt wurde. Nach 32 Jahren Kampf um dieses Projekt ist es dafür Zeit geworden. Die Freigabe ist ein verspätetes i-Tüpfelchen auf meine Amtszeit. Winden erhält damit die tolle Perspektive, mittelfristig den noch wachsenden Durchgangsverkehr aus dem Ort zu bekommen. Dies ist Voraussetzung für eine gelingende Innenentwicklung und wird sicher eine Initialzündung für die vorgesehene Bürgerbeteiligung sein. Entscheidend wichtig ist, dass die Gesamtmaßnahme mit einem Volumen von 68 Millionen in die Finanzplanung des Bundes aufgenommen worden ist. Damit ist nach der Umfahrung von Niederwinden die direkte Fortsetzung der Baumaßnahme in Oberwinden gesichert. Der Tunnel wird kommen. Mit dessen Ausführungsplanung kann nun sofort begonnen werden, damit nach Bauabschluss in Niederwinden übergangslos in Oberwinden weitergemacht werden kann. "

Marita Schmieder, Vorsitzende der Bürgerinitiative Ortsumfahrung Winden: "Ich bin glücklich über die endlich erreichte Baufreigabe. Das Bundesverkehrsministerium hat 68 Millionen Euro für Winden bereitgestellt und damit die geplante Gesamtmaßnahme bewilligt – Zweifel daran, dass in Winden jemals ein Tunnel gebaut würde, sind widerlegt. Die Bürgerinitiative wird nun darauf achten, dass zügig mit der Umsetzung der Baumaßnahme begonnen wird. Wir mussten lange auf diesen Tag warten. Sieben Jahre hat die Bürgerinitiative dafür gekämpft. Dieser Kampf hat sich für alle gelohnt. Aktuell sind wir 95 Mitstreiter. Ihnen allen danke ich für ihr unermüdliches Engagement, trotz vieler Rückschläge, die wir ertragen mussten. "

Klaus Hämmerle, Bürgermeister von Winden: "Die seit Jahrzehnten bestehende hohe und unerträgliche Verkehrsbelastung der B 294 als Hauptverkehrsachse mit allen negativen Auswirkungen für die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Winden, die ansässigen Wirtschaftsunternehmen, für die Menschen des Elztals und für die gesamte Region wird nun endlich beseitigt. Vielen Dank allen für die jahrzehntelange Unterstützung und den unermüdlichen Einsatz für die baureife und seit dem Jahr 2006 rechtskräftig planfestgestellte Ortsumfahrung B 294 Winden im Elztal! Ganz besonders freut es mich für unseren Bürgermeister a.D. und Ehrenbürger Clemens Bieniger, der sich 32 Jahre mit aller Kraft für den Bau der Ortsumfahrung eingesetzt und gekämpft hat."

Roland Tibi, Bürgermeister der Nachbarstadt Elzach: "Damit wird die letzte Lücke auf der B 294 gefüllt. Winden macht einen Riesenschritt. Auch Elzach freut sich riesig darüber, auch für den ehemaligen Kollegen Clemens Bieniger, der so lange darum gekämpft hat. Nach dem vor kurzem zugesagten Halbstundentakt auf der Breisgau-S-Bahn ist dies die nächste Infrastrukturmaßnahme, die für das obere Elztal Zukunft bedeutet."

Bärbel Schäfer, Regierungspräsidentin in Freiburg: "Wir sind stolz darauf, dass es gelungen ist, für alle angemeldeten Maßnahmen, für die bereits ein Baurecht besteht, grünes Licht zu bekommen. Endlich werden wichtige Investitionen ausgelöst, auf die die Region seit langem gewartet hat. Damit hat sich das Regierungspräsidium Freiburg ein großes Stück des Kuchens gesichert".

Die Abgeordneten: Erfreut und zufrieden zeigten sich in ihren jeweiligen Stellungnahmen auch die Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU), Johannes Fechner und Elvira Drobinski-Weiß (beide SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Marcel Schwehr (CDU), Alexander Schoch (Grüne) und Sabine Wölfle (SPD), die sich in den vergangenen Jahren bei jeder sich bietenden Gelegenheit immer wieder für den baldigen Bau der Ortsumfahrung eingesetzt hatten. Die Baufreigabe sei das Ergebnis jahrzehntelanger gemeinsamer Bemühungen. Schwehr und Weiß haben am Montag unmittelbar nach der Bekanntgabe der Baufreigabe die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer angeschrieben und ihre Behörde gebeten, jetzt unverzüglich die Ausschreibungen vorzubereiten. "Wir möchten erreichen, dass wir noch in diesem Jahr auch den ersten Spatenstich für den Bau der Ortsumgehung durchführen können", erklärten Peter Weiß und Marcel Schwehr.