Er bleibt dem SC Freiburg gerne treu

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 25. August 2018

Winden im Elztal

Heute ist Bundesligastart: Wie seit über 25 Jahren schaut Zimmermeister Hubert Dufner, 88, von der Haupttribüne aus genau zu.

WINDEN/FREIBURG. Wenn heute, Samstag, um 15.30 Uhr gegen Eintracht Frankfurt auch in Freiburg die neue Bundesligasaison angepfiffen wird, sitzt er wieder auf seinem Platz auf der Haupttribüne, Block A, Reihe 5, Platz 37: Hubert Dufner, 88 Jahre alt, aus Niederwinden, ist dem SC schon lange treu. Sogar noch länger als 25 Jahre, damals stieg der SC erstmals in die Bundesliga auf. Seine Dauerkarten hat Hubert Dufner fast alle noch aufbewahrt.

Wie kam es denn zu dieser außergewöhnliche Treue zum SC? "Wenn der SC in der Bundesliga spielt, seh’ ich alle Bundesligavereine." Und wenn er doch mal wieder absteigt? "In de Zweite Liga wird au’ kickt". Dazu kam später, dass sein Enkel Felix sechs Jahre lang in der SC-Jugend spielte. Überhaupt: " Ich bin e Fußballfan, ich gong auch hier bi uns im Ort uf de Sportplatz", sagt Hubert Dufner. Übrigens gab’s in Niederwinden schon mal jemand, der in ähnlich hohem Alter zu jedem SC- Heimspiel ging: Josef Eschle, einst selbst ein sehr guter Fußballer, der in der Kriegsgefangenschaft sogar in Glasgow spielte.

Mit seinen Elzacher Kollegen Eberhard Hirschbolz und früher Josef Disch fährt Hubert Dufner bequem mit dem Fanbus zum Schwarzwaldstadion. Dort wissen sich vor dem Spiel die Elztäler im Falle eines Falles zu helfen: Als es Wein nur noch in Plastikbechern gab, schrieben sie wegen diesem "Frevel" an SC-Präsident und Winzer Fritz Keller. Weil das nichts nutzte, bringen sie ihr eigenes Viertele mit, das sie vor dem Stadion leeren. Seit es dort jetzt auch keine Sitzgelegenheiten mehr gibt, hat der handwerklich immer noch tätige und einfallsreiche Zimmermeister in seiner Niederwindener Werkstatt Hand angelegt und fand auch hier eine praktische Lösung fürs Zusammensein vor dem Spiel und vor dem Stadion.

Wie wird der SC Freiburg denn in der neuen Saison abscheiden? Hubert Dufner ist zurückhaltend: "Schwierig zum Sage. Sie hän nit schlecht ikauft und mit dem Söyüncü e mord’s G’schäft g’mocht. Ich denk’ und hoff’, sie müsste sich halte könne." Und neuer Meister wird natürlich wieder der FC Bayern München? Abwarten, sagt der pensionierte Handwerksmeister: "So longsom isch des Durchschnittsalter z’hoch: Robben Ribéry..."

Und was hält er von Trainer Christian Streich: "Er versteht viel vom Fußball, aber für eine Bundesligamannschaft isch er manchmal zu weich. Die Spieler gehören ab und zue härter opackt", meint der kernige Zimmermeister. Und wie war Volker Finke? "Ohne Finke", so Dufner, "wäre der SC nicht so weit gekommen. Aber seine Ära war dann einfach mal zu Ende."An das legendäre Duo Volker Finke-Präsident Achim Stocker erinnert sich Hubert Dufner noch, als sie in der damaligen Stadiongaststätte "ab und zu miteinander Skat spielten."

Auch zum neuen Stadion hat Hubert Dufner eine klare Meinung: "Es gefällt mir architektonisch sehr gut. Aber ich hätte keines gebaut. Freiburg, mit 220 000 Einwohner und Studentenstadt, ist dafür einfach zu klein. Auch wenn der Verein gut geführt wird: Mir wäre bei einem Neubau das Risiko zu groß. Wenn da was schiefgeht, also Abstieg – siehe Paderborn oder Kaiserslautern, die alte Fußballhochburg. Auch in Karlsruhe dachte man, man ist gleich wieder oben. Ich hätte das alte Stadion erweitert. Sie sagen, das geht nicht, ich glaub’s aber nit. Bis zur Dreisam ist noch viel Platz."

In den über 25 Jahren schätzt Hubert Dufner, dass er kaum zehn Mal bei SC-Heimspielen gefehlt hat. Nasses, kaltes Wetter schreckt ihn nicht ab? Seine kurze Antwort: "Die Kicker müeße au rus." Seien Frau Ruth bestätigt: "Wenn’s e klei weng goht, isch er debi im Stadion." Und sie selber? Nie: "Ich bin nur e Fan deheim". Außerdem, so verrät sie so nebenbei zum Schluss: "Ich bin Bayern-Fan. Es mueß e weng e Kontrast si bi uns zwei."

SC-Fanbus: Elzach Bahnhof 13.30 Uhr, Oberwinden "Adler" 13.35, Niederwinden Schule 13.40, Bleibach Schießbrückle 13.44.

Ab Gutach Brücke 13.30 Uhr, Kollnau Post 13.35, Waldkirch Post 13.40, Kastelbergschule 13.42, Denzlingen Kauftreff 13.50, Rathaus 13.55 Uhr. Etwa eine Viertelstunde nach Spielende fahren die Busse zurück. Das einfache Ticket hin/zurück kostet sieben Euro, für Kinder bis 14 Jahre vier Euro.