Funktional, nicht ästhetisch

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Di, 27. März 2018

Winden im Elztal

Gemeinderat Winden befasste sich mit Tunnelbetriebsgebäude.

WINDEN. Im Mittelpunkt der Märzsitzung des Gemeinderats Winden stand die Planung für das künftige Tunnelbetriebsgebäude an der B 294-Ortsumfahrung Oberwinden.

Tunnelbetriebsgebäude: Im Planfeststellungsbeschluss vom September 2005 zur B294-Ortsumfahrung Winden war als Standort für das Tunnelbetriebsgebäude noch die Freifläche unterhalb des Gasthauses "Sonne" nördlich der jetzigen Ortsdurchfahrt vorgesehen. Durch den Erwerb des Waldhorn-Areals seitens der Straßenbauverwaltung haben sich die technischen Planungen jedoch geändert; das Betriebsgebäude wird südlich der Ortsdurchfahrt in der Waldhorn-Kurve errichtet werden. Um dies rechtlich abzusichern, muss der Planfeststellungsbeschluss nachträglich noch geändert werden. Dies wird auf Antrag des Regierungspräsidiums in einem vereinfachten Verfahren ohne zeitliche Verzögerung geschehen, bei dem Anwohner und Gemeinde anzuhören sind.

In der Sitzung erklärte sich der Gemeinderat einstimmig mit dieser Standortverlagerung einverstanden. In seiner Stellungnahme befürwortete er den Abbruch des ehemaligen Gasthauses und den Neubau des Betriebsgebäudes auf dem Grundstück. Gegen die Änderungs-Plangenehmigung nach Bundesfernstraßengesetz, wie das Verfahren lautet, erhob er keine Einwände.

Wohl aber entzündete sich Kritik an der geplanten Bauausführung. Das zweigeschossige, rechteckige Betriebsgebäude mit Flachdach wird Außenmaße von 8 Meter Breite und 27 Meter Länge haben. Aus südlicher Fahrtrichtung wird die lange Front mit 32 kleinen Fensterquadraten im Blick sein. Bauamtsleiter Tobias Kury betonte den Funktionscharakter des Gebäudes mit nur einem Besprechungsraum, dem das Äußere angemessen sei. Das sahen die Ratsmitglieder anders. Friedhelm Fakler (CDU) forderte bei diesem massiven Bauwerk am Ortseingang mehr Rücksicht auf das Ortsbild. Herbert Reich (FWV) und Harry Schindler (SPD) störten sich am reinen Sichtbeton ohne Dachvorsprung, wo sich bald unschöne Ablagerungen bilden werden. Beide forderten eine andere Fassadengestaltung, etwa mit Holzoptik. Franka Weis (SPD) wünschte bei aller Funktionalität auch etwas "architektonische Ästhetik". Bürgermeister Klaus Hämmerle nannte den Bau "gewöhnungsbedürftig". Einhellig wurde deshalb der Stellungnahme noch ein Antrag der Gemeinde hinzugefügt. Darin wird der Bund als Bauträger ersucht, im Rahmen der Baugenehmigung wenigstens eine dem Ortsbild angemessene Fassadenverkleidung vorzunehmen.

Hinsichtlich der Verlegung der Versorgungsleitungen an der B 294 in Oberwinden, die vor Einrichtung der Tunnelbaustelle fertig sein muss, gab es zwischen Gemeinde und Regierungspräsidium eine Verständigung. Bürgermeister Hämmerle berichtete, dass nur noch die vertragliche Regelung mit dem Bund aussteht. Beim Abwasser belaufen sich die Kosten auf rund eine Million, beim Wasser auf 160 000 Euro. Abschnittsweise trägt der Bund die Ausgaben, an manchen Stellen werden sie geteilt. Die Gemeinde muss bis zu 400 000 Euro selbst übernehmen.

Sauter-Areal: Die elfte punktuelle Änderung im Flächennutzungsplan des GVV bildet die Grundlage für die Erschließung des "Sauter-Areals" am südlichen Stadtrand von Elzach. Dort ausgewiesen werden Gewerbe-, Misch- und Wohnbauflächen. Angesiedelt wird auch das Kommunale Rettungszentrum. Amtsleiter Tobias Kury stellte den beschlussreifen Planungsstand sowie die Inhalte des im Parallelverfahren angestrebten Bebauungsplans (BZ berichtete) vor. Der Gemeinderat nahm die Pläne zustimmend zur Kenntnis. Seine Vertreter in der GVV-Versammlung wies er an, der Änderung des Flächennutzungsplans zuzustimmen.

Flurneuordnung: Das Beschleunigte Zusammenlegungsverfahren (BZ) im Bereich Unterspitzenbach und Katzenmoos scheint jetzt voranzugehen. Insbesondere die stellenweise marode Haldenstraße auf Windener Gemarkung soll bis September erneuert werden. Die Teilnehmergemeinschaft hat die Aufträge vergeben, teilte der Bürgermeister mit. Für die Gemeinde ist dies wichtig, da sie sich an den Kosten beteiligt und seit zwei Jahren Haushaltsmittel dafür bereithält.

Beförderung: Aus nicht-öffentlicher Sitzung wurde noch eine Beförderung bekanntgegeben: Markus Rombach, Kommandant der Feuerwehr Winden, wurde zum Hauptbrandmeister ernannt.