Komplizierter Kanalbau im Grundwasser

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Do, 28. Juni 2018

Winden im Elztal

Gemeinderat Winden beschäftigte sich mit Tiefbaumaßnahmen an der künftigen Ortsumfahrung.

WINDEN (ban). Der Gemeinderat Winden arbeitete in seiner Junisitzung eine außergewöhnlich lange Tagesordnung ab. Eines der Hauptthemen war der Tief- und Kanalbau an der künftigen Ortsumfahrung Oberwinden-West.

Nach der Befürwortung der Kanalverläufe entlang der künftigen B 294, dem Anschlussohr Oberwinden-West und der Hauptstraße (Aprilsitzung, BZ berichtete) ging es jetzt um bautechnische Details, insbesondere um die temporäre Grundwasserhaltung beim Bau des Straßenabschnitts vom Ortsbeginn Oberwinden bis zum Ende des Vortunnels. Der Rat billigte in zwei Stellungnahmen zum wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren den Bau im Grundwasser, der für die Herstellung der Straßenentwässerung, von Druck- und Drainagekanälen sowie die Umlegung der Ortskanäle bei der Waldhornkurve unvermeidlich ist. Daniel Haberstroh vom Regierungspräsidium, Bauleiter in Winden, erläuterte nochmals das komplexe Leitungsnetz, das dort vor Tunnelanstich durchtrennt und neu gebaut werde muss. Dabei antwortete er auch Anliegern, die im April nach Risiken für ihre Gebäude durch die Eingriffe ins Grundwasser gefragt hatten: Das Niveau der neuen B 294 wird sich vom Ortsschild bis Beginn des bergmännischen Tunnels von zwei auf acht Meter Tiefe absenken. Bei der Kanalverlegung im ersten Teilstück, in dem man bis zu einem Meter im Grundwasser arbeitet, wird dies in offener Wasserhaltung geschehen. Dafür wird tiefer gegraben als nötig und eine Kiesschicht eingebracht, in der das Grundwasser durchfließen kann; darüber eindringendes Wasser wird am jeweils tiefsten Punkt gesammelt und abgepumpt. Im zweiten Teilstück, am Vortunnel-Trog, wo man bis zu drei Meter im Grundwasser bauen wird, wird das an den Bauspundwänden ansteigende Grundwasser mittels Drainagen seitlich abgeleitet und die Einhaltung des normalen Pegels durch Sonden überwacht. Auch eine zu starke Absenkung mit Bodensetzungen unter Anliegergrundstücken sei so nicht zu erwarten. Ungeachtet dessen, so Haberstroh, seien die Beweissicherungsverfahren schon angelaufen. Diese werden auch künftig automatisch – parallel zum Baufortgang – erfolgen; eine Antragstellung ist nicht nötig.

Unvermeidliche Verkehrsbehinderungen kündigte der Bauleiter bei der Kanalverlegung in der Hauptstraße an. Selbst nach Fertigstellung des Anschlussohrs als künftige Umleitung wird auch östlich des Gasthauses Sonne noch gegraben werden müssen. Dadurch werde eine Lichtsignalanlage nötig, die zu Hauptverkehrszeiten aber per Hand gesteuert werde.