Loser Untergrund hält auf

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Mi, 22. November 2017

Winden im Elztal

Hauptversammlung der BI Ortsumfahrung B 294 Winden / Bericht des Regierungspräsidiums.

WINDEN. Die Bürgerinitiative (BI) Pro Umfahrung B 294 Winden ist auch nach erfolgtem Baubeginn aktiv. Bei der Hauptversammlung wurde verdeutlicht, dass es ihr jetzt um die kritische Begleitung des Arbeitsfortgangs geht. Nach den Vereinsregularien folgte ein Bericht von Björn Michler vom Regierungspräsidium (RP). 25 von 90 Mitglieder kamen ins Gasthaus "Sonne".

Schriftführer Alfred Gehring führte die Abläufe auf der Baustelle und die Aktivitäten der BI chronologisch auf. Die Arbeiten kamen im Mai zum Stillstand an den beiden Bahnüberführungen. Instabilitäten im tiefen Baugrund hatten die Verzögerung verursacht. Die Folge war eine Terminverschiebung für den Brückeneinbau. Die BI hat wegen der Nichteinhaltung des Oktobertermins bei der DB-Netze AG interveniert und dann auch die Antwort erhalten, dass die statischen Probleme rechtzeitig behoben würden.

Marita Schmieder, die BI-Vorsitzende, hob hervor, dass sich die Zielrichtung der BI-Tätigkeit nun verändert habe. Jahrelang habe man mit der Politik um die Baufreigabe gekämpft. Jetzt komme es darauf an, dass bei der Bauabwicklung nicht neue Verzögerungen auftreten. Ein weiterhin "kritischer Blick" sei angebracht. Insbesondere die Bahn müsse dafür sorgen, dass ihre Brücken rasch fertiggestellt werden.

Bürgermeister Klaus Hämmerle bestärkte die BI in ihrem Engagement, drückte aber auch Zuversicht aus. Bei Großprojekten dieser Art sind kleine, unvorhergesehene Aufschübe nie auszuschließen. Wichtig sei, dass es immer vorangeht und das tut es in Winden, sagte Hämmerle, der den Verantwortlichen im Regierungspräsidium und deren Arbeit sein Vertrauen aussprach. Der Bürgermeister ging auch auf den von der Gemeinde gewünschten Agrarerschließungsweg entlang der künftigen B 294 ein, der unter der Bahnüberführung (Bauwerk 4) hindurchführen soll. Mit dem Weg würde man erhebliche Gemeindemittel einsparen (BZ berichtete). Wegen der von der Bahn verlangten Nachplanungen komme es aber darauf an, dass sie diese auch schnellstens abschließt, sagte Hämmerle. Bei den von ihm geleiteten Wahlen wurde der gesamte Vorstand der BI bestätigt. Einstimmig als Vorsitzende wiedergewählt wurde so auch Marita Schmieder, die anschließend Björn Michler vom RP zu einem Sachstandsbericht begrüßte.

Der Referent bedankte sich zunächst für die "ungewöhnlich positive Begleitung", die das Großprojekt in Winden erfährt. Zu den vom Bund zu bauenden Bauwerken 2 und 3 teilte er mit, dass an der Dürrenbergbrücke die Arbeiten jetzt fortgesetzt werden und zum neuen Standort der Hurstwaldbrücke erst ein Zufahrtsweg gebaut werden musste, der Aushub für die Widerlager aber ebenfalls beginnt. Für den Straßenbau in Niederwinden deutete Michler eine zeitliche Verschiebung an, die – auf nachfolgende Recherche der BZ beim RP – auch bestätigt wurde. Die Zusammenstellung für die europaweite Ausschreibung des Straßenabschnitts ist fertig. Man wartet nun aber auf die Nachplanung der Bahn, die wegen der eventuell nötigen Gabionenwand noch einbezogen werden muss.

Mit einem Baubeginn wird jetzt im Frühsommer 2018 gerechnet; fertig soll die Umfahrung Niederwinden dann im Spätjahr 2019 sein. Der Anschluss Niederwinden West mit dem Regenklärbecken wird zuerst gebaut und dort schon 2018 vorübergehend Ampelbetrieb verlangen. Sämtliche einseitigen Sperrungen im kommenden Jahr sollen jedoch zeitversetzt erfolgen. Zum Brückeneinbau an den Bauwerken 1 und 4 weiß das RP von der Bahn nichts Neues; das heißt, als Termin für die Sperrzeit der S-Bahn gilt unverändert die Fasnetwoche vom 9. bis 17. Februar.

Als erste Baumaßnahmen 2018 in Oberwinden kündigte Michler Felsabträge an der Tunnelanschlagswand Ost und am Zugangsbereich für den Rettungsstollen West (gegenüber der Mühle) an. Wegen der Sprengungen und Materialabfuhr wird es hier zeitweisen Ampelbetrieb geben. In der zweiten Jahreshälfte ist beim künftigen Tunnel-Westportal die Vorbereitung der Baustelle mit Verlegung der Versorgungsinfrastruktur vorgesehen. Gebaut wird auch die provisorische Zufahrt zur B 294 am südlichen Ende des Gewerbegebiets Frohnacker, was ebenfalls nicht ohne Ampelbetrieb gehen wird. Ab dem Spätjahr 2018 bis Anfang 2019 soll schließlich das Anschlussohr Oberwinden-West gebaut werden, das in der Zeit des Tunnelbaus als Umfahrung der Baustelle dienen wird.

Zum Abschluss drang Marita Schmieder nochmals auf eine schnelle Ausschreibung für Niederwinden. Bezüglich der Nachplanung für den Ersatzweg forderte Alt-Bürgermeister Clemens Bieniger, auf Bahn und ZRF mehr Druck auszuüben.

Vorstand bestätigt: Den Vorstand der BI bilden weiter als Vorsitzende Marita Schmieder, Stellvertreter Wilhelm Fischer, Schriftführer Alfred Gehring, Kassierer Stefan Brachmann, Beisitzer: Clemens Bieniger, Winfried Köpfer, Sonja Rießle, Monika Schultis und Paul Volk.