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17. Juli 2009

Neues Wasserversorgungssystem Winden

Kommunales Langzeitprojekt kommt zum Abschluss / Langfristige Bedarfssicherung aus eigenen Quellen

  1. Der neue Hochbehälter am Ensenberg Foto: Nikolaus Bayer

Für Winden ist es ein kommunales Ereignis. Am Wochenende wird sein zentraler Hochbehälter eingeweiht. Damit kommt ein 20-jähriger Planungs- und Bauprozess zum Abschluss, in dessen Verlauf ein modernes Wasserversorgungssystem geschaffen worden ist.

Seit März 2009 ist der Quell- und Aufbereitungsverbund voll in Betrieb. Die Brandquelle im Norden sowie Sulzbach- und Dreitannenquelle im Süden liefern freifließend ihr Rohwasser in den neuen Hochbehälter. Gleiches geschieht bei Schwangen- und Ecklequelle im Westen, deren Wasser durch die Talsenke geleitet und über ein Pumpwerk noch 20 Höhenmeter hochgepumpt wird. Sechste und ergiebigste Quelle ist der neue Tiefbrunnen Kirchberg. Von dort wird weiteres Rohwasser zugeführt, wenn die zentralen Speicher zu weit abgewirtschaftet sind. Die chemisch unterschiedlichen Wässer werden im Hochbehälter aufbereitet. Danach werden von hier beide Ortsteile Windens zentral mit Trinkwasser versorgt. Die Leitungen führen dabei über einen Druckunterbrecher, der nötig wurde, um zu hohen Druckaufbau im Ortsnetz Niederwinden zu verhindern.

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Der neue Hochbehälter am Ensenberg, nach dreijähriger Bauzeit vollendet, liegt auf 416 Metern Höhe. Sein Standort bietet eine direkte Zufahrt. Zugleich bringt er einen höheren Versorgungsdruck, der es erlaubt, künftig auch höher gelegene Baugebiete zu erschließen. Seine Hauptfunktionen sind Aufbereitung und Speicherung.

Die ankommenden Rohwässer werden nach zwei Verfahren behandelt. Die kohlesäurehaltigen, aggressiven Wässer werden in einem Filterkessel mit Kalkmaterial chemisch neutralisiert und aufgehärtet. Bei den Wässern von Tiefbrunnen und Schwangen erfolgt die Entsäuerung mechanisch über eingeblasene Luftströme. Danach fließen sie in ein Mischbecken und werden unter UV-Strahlung keimfrei gemacht. Eine Anlage zur Chlorierung sorgt schließlich im Notfall für eine schnelle Desinfizierung im Netz. "Damit wird eine hohe Wasserqualität unter Einhaltung des strengen EU-Rechts erreicht," betont Bürgermeister Clemens Bieniger.

Die Speicherung des Trinkwassers erfolgt in zwei sieben Meter hohen Edelstahlkammern mit einem Fassungsvermögen von 700 Kubikmetern. Dies ist doppelt so viel wie der örtliche Tagesverbrauch. Die Kosten für den Hochbehälter liegen bei 1,64 Millionen Euro. In das ganze System wurden seit 1994 rund 5,4 Millionen Euro investiert.

Dafür erhält Winden nun absolute Versorgungssicherheit. "Mit der erhöhten Schüttung der Quellen können wir künftig auch für eine weit größere Bevölkerungszahl den Bedarf decken," erklärt der Bürgermeister zufrieden.

Autor: ban