So läuft’s mit dem Straßenbau B 294

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Mi, 31. Januar 2018

Elzach

Bauleiter Daniel Haberstroh gab in der Gemeinderatssitzung einen Sachstandsbericht zur Ortsumfahrung Nieder- und Oberwinden.

ELZACH/WINDEN. Ein aufschlussreicher Sachstandsbericht des bauleitenden Ingenieurs Daniel Haberstroh vom Regierungspräsidium Freiburg über die aktuellen und künftigen Baumaßnahmen zur Ortsumfahrung Winden wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentiert.

Bürgermeister Roland Tibi wies zu Beginn darauf hin, dass Daniel Haberstroh vor wenigen Jahren auch schon die Bauleitung für die Ortsumfahrung Elzach innehatte und sagte zur Zukunft: "Wir müssen froh sein, für 68 Millionen Euro eine zukunftsfähige Ortsumfahrung zu bekommen – da müssen wir halt auch Baustellen hinnehmen" und Staus – in dem Zusammenhang stellte Tibi angesichts eines permanenten Ärgernisses für Autofahrer im oberen Elztal klar: "Der Herr Haberstroh kann nichts für die Engstelle in Oberwinden! Das ist ein anderes Thema."

"Was war, was ist und was kommt die nächsten Jahre?" lautete das Thema des Bauleiters an diesem Abend. Demnach wurden für die B-294-Umfahrung Niederwinden bis jetzt (etwa) zehn Millionen Euro ausgegeben: "Beide Bahnbrücken und die Dürrenbergbrücke sind im Bau, die Elzbrücke ist fast fertig." Jetzt erfolgt die europaweite Ausschreibung für den eigentlichen Straßenbau, der im Juli beginnen und bis Ende 2019 dauern soll. Haberstroh weiter: "Die Bauarbeiten zur Elektrifizierung der Elztalbahn sind bis jetzt noch für das Jahr 2019 terminiert. Von unserer Seite aus wird im Straßenbau bis dahin alles eingebaut sein, was verkehrsbehindernd ist". Das werde allerdings für die Autofahrer in diesem Sommer "stressig", explizit, wenn vom 24. August bis 1. September – also immerhin in den Ferien – wegen dem Brückeneinbau kein Zugverkehr möglich ist. Sogar schon demnächst kommt der erste Engpass: Die alte Hurstwaldbrücke wird vom 13. bis 15. Februar abgerissen – also noch in der Fasnetwoche; auch in diesen drei Tagen fährt kein Zug. Die gute Nachricht: "Wenn wir in Niederwinden fertig sind (also voraussichtlich Ende 2019), geht der Verkehr gleich über die Umgehung."

In Oberwinden erfordert das Projekt Umgehungsstraße sogar schon in der kommenden Woche Geduld von den Autofahrern: Vom 5. bis 9. Februar, jeweils von 7 bis 18 Uhr, wird, wegen geologischer Untersuchungen für den späteren Rettungsstollen, eine Ampel auf der B 294 aufgestellt , die von Hand bedient wird, um flexibel zu reagieren. In diesem Jahr läuft die Ausschreibung für die Tunnelarbeiten, im nächsten ist der Tunnelanschlag, also der Beginn der Tunnelbauarbeiten (Tunnelvortrieb) ab Herbst 2019. Angefangen wird am Tunneleingang Ost (Richtung Elzach), wo zuvor Felssicherungsarbeiten erfolgen, "damit wir eine sichere Baustelle kriegen", so der Ingenieur. Bei den dafür nötigen Sprengarbeiten gibt es jeweils kurze Sperrungen auf der B 294. Vom 10. bis 12. August ist dann allerdings eine Vollsperrung wegen Bergabtragearbeiten notwendig. "Wir sind bestrebt, immer nur eine einzige Ampel auf der Strecke zu betreiben", sagte Daniel Haberstroh.

"Ende 2020 wollen wir Licht sehen, also auf der anderen Seite rauskommen. Danach folgt die umfangreiche Tunneltechnik", sagt Haberstroh weiter. Eine Tunnelbohrmaschine kommt in Oberwinden nicht zum Einsatz, das wäre in diesem Fall unwirtschaftlich, so der Ingenieur. Das 20 Meter lange Tunnelbe-triebsgebäude kommt dorthin, wo jetzt das ehemalige Gasthof "Waldhorn" steht.

Bis Ende 2023/Anfang 2024 soll das große Werk dann fertig sein. "Derzeit liegen wir voll im Zeitplan", sagt der Leitende Ingenieur. Kurze Aussprache im Rat: Michael Meier (SPD) meinte, "wir freuen uns alle auf den Bagger, der auch das Provisorium (die lange Kurve oberhalb von Oberwinden) wegbaggert". "Wird bei der Ampel die Engstelle miteinbezogen?" wollte Rolf Pleuler (CDU) wissen. Haberstroh: "Das wird mit abgedeckt, deshalb steuern wir die Anlage auch von Hand". Außerdem würden die zwei Bauprojekte B 294/Bahn koordiniert. "Das ist ganz wichtig", so Roland Tibi, denn: Wenn der 7-Uhr-Zug morgens nicht fährt, "brauchen wir zehn Busse." Ansonsten gelte, so der Bürgermeister: "Wenn gebaut wird, gibt’s halt Behinderungen. Aber wir sind ja froh, wenn wir dann dafür 2024 infrastrukturell super erschlossen sind."