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27. April 2010

Überholmanöver endet tödlich

Motorradfahrer kommt auf der B 294 ums Leben / Polizei warnt vor Leichtsinn.

  1. In hohem Tempo fuhr ein Motorradfahrer auf diesen Bus zu und wurde überfahren. Foto: Frank Berno Timm

WINDEN. Ein 56-jähriger Motorradfahrer aus dem Elztal ist am Sonntagabend nach einem offensichtlich falsch eingeschätzten Überholvorgang kurz hinter Oberwinden auf der B 294 ums Leben gekommen.

Es ist Sonntagabend, kurz nach 22 Uhr. Die BZ wird an eine Unfallstelle auf der B 294 gerufen. Kurz vor Oberwinden hat sich eine Schlange gebildet, der Verkehr stockt, talabwärts kommt kein Auto. Rund 300 Meter weiter bietet sich ein schreckliches Bild: Ein Reisebus steht mit stark beschädigter Vorderfront am Straßenrand in Richtung Elzach, unter der Vorderachse liegt ein Motorradhelm, hinter dem Bus ist ein Leichnam abgedeckt.

Ein paar Schritte vor dem Bus steht ein Kleinwagen, dem der linke Außenspiegel herunterhängt. Dessen Fahrer berichtet, ein Motorradfahrer sei beim Überholen zu weit nach links gekommen. Der Mann habe ihm aus einer Kolonne "mit Affengeschwindigkeit" entgegenkommend (Richtung Waldkirch) den Spiegel abgefahren, kam ins Trudeln und stieß mit dem Bus zusammen. Das Geschehen muss sich nach den Darstellungen in einer atemberaubend kurzen Zeit abgespielt haben. Die an der Unfallstelle ermittelnde Polizei schildert die Vorgänge ähnlich. Busunternehmer Kurt Heizmann, dem der beschädigte Bus gehört, ist ebenfalls gekommen. Der "sehr erfahrene Fahrer" habe keinerlei Chancen gehabt, den Unfall zu verhindern, sagt er. Den Schaden an seinem Fahrzeug beziffert Heizmann auf 30 000 Euro.

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Bürgermeister Clemens Bieniger sucht am Straßenrand das Gespräch mit der Feuerwehr. Der Bürgermeister nennt das Geschehen ohne Umschweife "dramatisch". Unbeeindruckt lässt das Geschehen dieser Nacht niemanden. Polizeisprecher Rocco Braccio redet im Waldkircher Polizeirevier von einem "Supergau". Der Bus sei auf dem Rückweg vom SC-Freiburg-Spiel nach Oberwolfach gewesen, die Fahrgäste vom Geschehen traumatisiert worden. Keiner der Fahrgäste habe aber die angebotene Nachsorge in Anspruch genommen, "die wollten alle nur noch heim". Ein Ersatzbus wird angefordert, damit die Fahrgäste ihre Fahrt fortsetzen können.

Alarmiert wurden die Rettungskräfte um kurz nach 21 Uhr von einem Verkehrsteilnehmer, berichtet Braccio. Vier Polizisten, die Feuerwehr aus Winden und Elzach, zwei Notärzte und Kräfte des DRK eilten an den Unfallort. Die B 294 war für längere Zeit gesperrt.

Was exakt geschehen sei, müsse der Gutachter sagen, erläutert Braccio. Dieser war noch in der Nacht auf dem Weg an den Unfallort und bestätigte am Montag in groben Zügen den geschilderten Unfallhergang. Das rund 100 PS starke, Motorrad japanischen Typs war im Elztal zugelassen, der Unfallfahrer war kurz vor Mitternacht noch nicht eindeutig identifiziert. So starke Maschinen, erläutert der Polizeisprecher, könnten sich Wiedereinsteiger mittleren Alters leisten, die ihre Fähigkeiten häufig nicht richtig einschätzten. Das zeige die landesweite Statistik. Ob es auch hier so war, kann man noch nicht beurteilen. In der gerade begonnenen Motorradsaison hat es bereits Mitte April einen tödlichen Unfall im Landkreis gegeben, auf der Gscheidstraße zwischen Gutach und Freiamt.

Autor: Frank Berno Timm