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03. November 2010

Wasserkraft vom Kanal

Nikolaus Dufner baut in Niederwinden eine Anlage, die 200 Haushalte mit Strom versorgen kann.

  1. Hier, wo die Elz gestaut ist, wird der neue Anschluss für den Kanal gebaut für den Betrieb des Wasserkraftwerkes. Daneben wird die Fischtreppe angelegt. Foto: Elfriede Mosmann

WINDEN. Seit zwei Wochen ist am Kanal der alten "Eintracht"-Säge in Niederwinden schweres Gerät bei Erdarbeiten im Einsatz. Vielleicht ist in Vergessenheit geraten, dass der Gemeinderat im vergangenen Jahr grünes Licht gab für die Pläne eines Investors, dort eine Wasserkraftanlage mit dem erworbenen Wasserrecht des Sägewerks, das auf das Jahr 1860 zurück geht, zu errichten.

Dieses wurde direkt auf Nikolaus Dufner vom "Wisserhof" in der Frischnau übertragen. Mit dem Gewerbekanal zwischen B294 und Bruckmatten in Niederwinden will der Biederbacher ein Wasserkraftwerk zur Energiegewinnung speisen. Im September 2009 machte der Gemeinderat den Weg frei für eine öffentlich- rechtliche Vereinbarung bezüglich der Umleitung der Wasserleitung der Gemeinde; Wasserentnahme für Feuerwehr und Sportfreunde wurde geregelt, mit Angrenzern wurde Einvernehmen erzielt. Als ökologischer Ausgleich soll das Wehr an der Elz unterhalb der Rammersbrücke deklariert werden und der Investor die Unterhaltslast übernehmen. Für den Fischauf- und -abstieg habe er Sorge zu tragen. Weiter verpflichtet Nikolaus Dufner sich, den Scharmattensee mit genügend Wasser zu versorgen.

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In der vergangenen Sitzung des Gemeinderates gab Bürgermeister Clemens Bieniger bekannt, dass die Verträge mit Nikolaus Dufner unter Dach und Fach sind. Das sind unter anderem auch langfristige Nutzungsverträge für Grundstücke zum Verlegen der Rohre, sagte Dufner im Gespräch mit der BZ. Er sieht die Wasserkraft als wichtigen Faktor zur Energiegewinnung an: "Wasser und Sonne können sich hervorragend ergänzen". Er rechnet mit einer Fertigstellung im Frühjahr. Das alte Kanalbett muss ausgehoben werden, denn der Wasserlauf wird in Rohren mit einem Durchmesser von zwei Metern verlaufen. Das Turbinenhaus aus Holz mit Ausmaßen von vier auf fünf Meter kommt zwischen Tennisplatz und Sägewerk zu stehen. Die Anlage werde fernüberwacht und könne Strom für 200 Haushalte liefern.

Eine weitere interessante Baustelle zeigt sich an der Elz unterhalb der Rammersbrücke, wo ein Durchgang für Fische geschaffen wird. "Das Wehr soll durchgängig werden und das Nadelöhr als Hindernis für die Fische beseitigt werden. Da wird auch die Hochwassersituation besser regulierbar sein", verspricht Dufner, der die Erdarbeiten selbst ausführt.

Autor: Elfriede Mosmann