Zuversicht für Einigung bei S-Bahn

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Di, 15. August 2017

Winden im Elztal

Annette Sawade vom Bundestags-Verkehrsausschuss und Johannes Fechner führten in Winden ein verkehrspolitisches Gespräch.

WINDEN. Zu einem verkehrspolitischen Gespräch kamen die SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner und Annette Sawade im Rathaus mit Vertretern der Gemeinde und der Bürgerinitiative Pro Umfahrung Winden zusammen. Sawade, Mitglied des Bundestagsverkehrsausschusses, lag an einer Vorortinformation zum Stand der Ortsumfahrung B 294 und zur geplanten Modernisierung der Elztalbahn. Bürgermeister Klaus Hämmerle dankte für ihre Unterstützung bei der Baufreigabe und stellte die bisher zeitgerechte Umsetzung der Straßenpläne vor.

Der Bürgermeister erläuterte die beiden Bauabschnitte sowie Zeitvorgaben für die Realisierung der Ortsumfahrung. Noch in diesem Jahr werden im Bauabschnitt 1 in Niederwinden alle fünf Brücken, drei Straßen- und zwei Bahnbrücken, fertiggestellt. Ab Frühjahr 2018 folgt dann der Straßenbau mit Vollendung der Umfahrung Niederwinden bis etwa März 2019. Schon im Oktober 2018 werden parallel die Vorarbeiten im Bauabschnitt 2 in Oberwinden beginnen; im Bereich der Waldhornkurve wird die gesamte Infrastruktur verlegt, das ehemalige Gasthaus abgerissen und das Anschlussohr Oberwinden West – vom Gasthaus "Sonne" in Richtung Frohnacker – gebaut, auf dem während des Tunnelbaus dann der Durchgangsverkehr fließen wird. Tunnelanschlag wird im Spätjahr 2019 sein, wobei bis zur Fertigstellung von Vortunnel und bergmännischem Tunnel eine Bauzeit von vier Jahren eingeplant ist.

Annette Sawade (MdB), die im April 2014 in Winden war, erinnerte an jene Zeit vor der Baufreigabe und die Einflussnahmen im Bundesverkehrsministerium. Was sie als Verkehrspolitikerin bisher nirgendwo in Deutschland vorgefunden habe, sei das große Schild am Ortseingang mit dem "Danke an Berlin", worüber sie sich sehr gefreut habe. Sawade und Johannes Fechner (MdB) sagten angesichts der noch langen Bauzeit zu, in Berlin darauf zu achten, dass der Realisierungsplan in Winden "strikt eingehalten" werde. Clemens Bieniger, Bürgermeister a.D., der ebenfalls gekommen war, lobte nochmals das gemeinsame Eintreten der Abgeordneten von SPD und CDU auf Bundesebene, mit deren Hilfe – neun Jahre nach Planfeststellung – im Juli 2015 die Baufreigabe erreicht wurde.

Bürgermeister Hämmerle sprach auch die übergeordnete Bedeutung der B 294 an, die als West-Ost-Verbindungsachse dient und täglich starken Pendelverkehr aus dem Kinzigtal aufnimmt. Mit der Umfahrung Winden werde auf ihr das "letzte Nadelöhr" beseitigt. Der Preis dafür seien nochmals unvermeidliche Belastungen während der Bauzeit. Er wies auf den erhöhten Fahrzeugverkehr hin, der im Zuge der Elektrifizierung der Elztalbahn noch zusätzlich zu erwarten sein wird. Die Sperrung der Bahnstrecke werde zeitlich jedoch so mit den Straßenbauarbeiten abgestimmt werden, dass zumindest ein Verkehrsfluss ohne Lichtanlagen gewährleistet sei (die BZ berichtete).

Damit war man beim zweiten Thema des Gesprächs: Der Modernisierung der Breisgau-S-Bahn im Elztal. Franka Weis, SPD-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, beklagte hier die Unnahbarkeit des Großunternehmens Deutsche Bahn. Bei der Rüttlersbergbrücke, die mit hohen Kosten für die Gemeinde ersetzt werden soll, habe es bisher kein Entgegenkommen gegeben, durch das man auf die Brücke verzichten könnte. In Bezug auf die voraussichtlich achtmonatige Sperrzeit der S-Bahnstrecke – 2019 oder 2020 – verlangte sie eine intelligente Gestaltung des Schienenersatzverkehrs. Clemens Bieniger forderte die Prüfung eines abschnittsweisen Baus der Elektrifizierung und generell "mehr Sensibilität" der Bahn für die Belange von Anliegern.

Die beiden Abgeordneten konnten dazu etwas Hoffnung machen. Johannes Fechner berichtete von seinen Kontakten zu Sven Hantel, dem Konzernbevollmächtigen der Bahn. Der habe ihm versichert, dass die Breisgau-S-Bahnstrecke "höchste Priorität" genieße. Auch eine bessere Kommunikation wurde zugesagt; als zuständige Ansprechpartnerin wurde Peggy Bretfeld, die technische Leiterin des Projekts, genannt. Fechner empfahl, mit etwas Optimismus an einem Baubeginn 2019 festzuhalten. Annette Sawade stellte klar, dass es für Gutach einen Anspruch auf Lärmschutzförderung gebe. Beim Hauptproblem, dem Kreuzungsbahnhof, dessen Planung die Anwohnerinteressen nicht hinreichend berücksichtigt habe, sei eine Lösung absehbar, sagte Fechner. Dem Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren am 27. September in Winden sahen deshalb beide Abgeordnete mit Zuversicht entgegen.