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26. Juli 2012

Windrad trotz Auerhuhn

Gemeinderat Elzach will Gschasikopf als Windkraftstandort weiter verfolgen.

ELZACH. Der Gemeinderat Elzach möchte die Windkraft forcieren und wünscht sich eine gerechtere Verteilung der Zuschüsse für die Tourismusgesellschaft "Zweitälerland". Dies beschlossen die Gemeinderäte in der Sitzung am Dienstagabend.

Die Geschäftsführerin der Tourismusgesellschaft "Zweitälerland", Ulrike Schneider, rief den Räten zunächst die Arbeit der Gesellschaft im Jahr 2011 in Erinnerung: So konnte der "Zweitälersteig" eröffnet werden, ein anspruchsvoller Wanderweg in fünf Etappen, der auch die höchste Qualitätsauszeichnung im deutschen Wandertourismus erhalten hatte. Ulrike Schneider dankte hier vor allem dem Schwarzwaldverein für dessen Mithilfe. Sie präsentierte außerdem die Öffentlichkeitsarbeit der Tourismusgesellschaft, deren Fortbildungsveranstaltungen, Präsenz auf Messen und mehr. Der Gemeinderat stimmte den Jahresabschlüssen 2011 der Elztal- und Simonswäldertal Tourismusgesellschaft mbH sowie der Tourismusgesellschaft mbH & Co. KG einstimmig zu.

Wer im Bett liegt, soll nicht als Tourist gerechnet werden

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Ulrike Schneider präsentierte weiterhin viel interessantes Datenmaterial zum Geschäftsjahr 2011: Elzach hatte ein leichtes Plus von 0,2 Prozent bei der Anzahl der Ankünfte zu verzeichnen (Zweitälerland gesamt: plus 2,1). Bei der Zahl der Übernachtungen lag Elzach mit 2,1 Prozent genau im Schnitt des Zweitälerlands. Etwa 86 Prozent der Gäste in Elzach kamen aus Deutschland, die meisten davon aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Unter den ausländischen Besuchern nehmen die Niederländer den ersten Platz ein, gefolgt von Briten und Iren sowie, mit steigender Tendenz, den Schweizern.

Für Elzach werden allerdings auch die Übernachtungen in der BDH-Klinik mitgerechnet. Sie machen den Löwenanteil aus, so stellte die Klinik unter den etwa 124 000 Übernachtungen des Jahres 2011 mit knapp 69 000 mehr als die Hälfte. Was in der Statistik schön aussehen mag, ist finanziell eine große Belastung. Denn der Verteilungsschlüssel für die Zuschüsse an das "Zweitälerland" errechnet sich aus der halben Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde plus Übernachtungen.

Schon bei der Gesellschafterversammlung 2009 hatte Elzach gefordert, die Klinik-Übernachtungen aus den Berechnungen herauszunehmen – ohne Erfolg. Ulrike Schneider hat nun verschiedene Varianten für einen neuen Verteilerschlüssel berechnet, bei der die pflegebedürftigen Patienten nicht oder nicht voll berücksichtigt werden, da diese die touristische Infrastruktur nicht nutzen können. Karl-Heinz Schill fasste die einhellige Meinung der Gemeinderäte zusammen: "Es muss für Elzach eine Verbesserung geben." Man wolle allerdings keinen Schnellschuss, sondern einen Vorschlag, der mehrheitsfähig in der Gesellschafterversammlung sein kann.

Ein weiterer zentraler Punkt der Sitzung war die Ausweisung von möglichen Standorten für Windkraftanlagen. Hierzu braucht es eine Fortschreibung des Flächennutzungsplans des Gemeindeverwaltungsverbandes Elzach. Stefanie Burg von Fsp.Stadtplanung und Edith Schütze von Faktorgrün erläuterten den momentanen Stand in Sachen Windkraft. Der Gemeindeverwaltungsverband ist damit bereits sehr weit fortgeschritten. Kriterien für die Ausweisung von potentiellen Windkraftstandorten sind Windhöffigkeit, Lärmschutz und Naturschutz. Unter Berücksichtigung dieser Punkte könne man dem Gemeindeverwaltungsverband Elzach insgesamt 19 Standorte vorschlagen, davon 12 in Elzach (siehe BZ vom Dienstag).

Was wirkt stärker: Klimaschutz oder Naturschutz?

Ein mögliches Problem könnte der Vogelschutz, insbesondere in Bezug auf das Auerwild werden. Noch liegen keinen präzisen Daten der Naturschutzbehörden vor, es werde jedoch daran gearbeitet. Dass gerade einer der in Elzach besten Standorte – Gschasikopf und Umgebung – gleichzeitig ein für die Auerwildpopulation im Schwarzwald immens wichtiger Platz ist, focht den Gemeinderat nicht an. "Wenn wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen, sieht es auch für das Auerhuhn schlecht aus, denn das braucht schneereiche Winter", meinte Peter Haiß (FWV). Auch Dietmar Oswald (CDU-Fraktion) und Michael Meier (SPD) sprachen sich für eine stärkere Gewichtung des Klimaschutzes gegenüber dem Naturschutz aus.

Unter den Zuhörern fragte Torsten Schwarz, ob die geplanten Windkraftgebiete auch einen Mindestabstand zu Ferienwohnungen einhalten. Diese Frage wurde bejaht: Wenn ein Gebäude baurechtlich ganzjährig bewohnt werden kann, werde ein Abstand von 500 Metern zum nächsten Windrad eingehalten. Einen Abstand zu Naturschutzgebieten – dies war eine weitere Frage von Torsten Schwarz – gibt es jedoch nicht. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Vertretern der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes Elzach den vorgelegten Entwurf für die Ausweisung von Konzentrationszonen für die Windkraftnutzung zu billigen.

Autor: Thomas Steimer


7 Kommentare

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Petra Simon

Registriert seit: 29.08.2009

Kommentare: 208

26. Juli 2012 - 17:40 Uhr

Zitat: "Wenn wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen, sieht es auch für das Auerhuhn schlecht aus, denn das braucht schneereiche Winter", meinte Peter Haiß (FWV). Auch Dietmar Oswald (CDU-Fraktion) und Michael Meier (SPD) sprachen sich für eine stärkere Gewichtung des Klimaschutzes gegenüber dem Naturschutz aus.«

Aber ja ganz klar doch – haut weg den Scheiß mit dem Naturschutz, wer braucht schon Naturschutz? Naturschutz gehört grundsätzlich abgeschafft, der behindert nur die Grünen Politiker (aller Parteien) bei der Vollendung ihrer edlen Ziele bei der Weltrettung. Endlich wird das eingesehen, endlich wird das öffentlich laut gesagt. Die grüne Umweltzerstörungsparetei von Herr Kretschmann geht dja auch hier mit mit gutem Beispiel voran und forder5t Windräder in Natuirschutzgebieten; jetzt trauen sich auch FWV, CDU und SPD, die naturschutzfeindliche Sau mal endlich rauszulassen. Wie sagte doch Oberumweltzerstörer Kretschmann? "Erst kommen die Erneuerbaren Energien, dann der Umweltschutz!". Das ist gut, da freut sich die EE-Industrie, wenn man ihr den Umweltschutzgedanken aus dem Weg räumt. Mappus hätte es hinsichtlich neuer AKW nicht schöner sagen können. Aber dem hätte man's übel genommen , bei Kretschman ist Umweltschutzabschaffung eine hohe Tugend, nicht wahr? Und schließlich ist die Argumentation astrein: Wenn erst die Tem peratur um x° Grad ansteigt, schwitzt das Auerhuhn sich zu Tode und hat auch nix davon; also weg mit dem Auerhuhn, damit die Windräder sich ausbreiten können, dvom geretteten Weltklima profitiert dann später auch mal das Auerhuhn. Das ist wahrhaft ökologisch gedacht, wir alle – auch das Auerhuhn ! – müssen schließlich Opfer bringen für die Rettung des Klimas!

Zitat: "Unter den Zuhörern fragte Torsten Schwarz, ob die geplanten Windkraftgebiete auch einen Mindestabstand zu Ferienwohnungen einhalten. Diese Frage wurde bejaht: Wenn ein Gebäude baurechtlich ganzjährig bewohnt werden kann, werde ein Abstand von 500 Metern zum nächsten Windrad eingehalten."

Sehr, sehr, SEHR zweifelhaft, diese Argumentation! Was - 500 Meter Abstand...? Vom Wohnhaus zum Windrad? Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – ganze 500 Meter Abstand von der Wohnbebauung für ein 200 Meter hohes Windrad??? Grotesk, diese Platzverschwendung. Da steckt natürlich wieder die Atomlobby dahinter, die den Windrädern das Leben schwermachen will, ich sage nur: Mappus...! Wenn so ein 200 m hohes Windrad Richtung Wohnhaus umfällt – na, dann sind da immer noch 300 m Abstand zum Wohnhaus, oder? Also! Absurde Verschwendung von dringend benötigtem Platz für Windräder! Ein Abstand von 250 Metern wäre vollkommen ausreichend – dann wären , wenn das 200 m-hohe Windrad umfällt, ja immer noch satte 50 Meter Abstand zum Wohnhaus. Also! Reine Verschwörung der Atomlobby, die dahintersteckt, hinter diesem Unsinn. Die Welt muß gerettet werden, um jeden Preis, oder, wie der Lateiner sagt, mundus liberandus est, pereat mundi.

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Detlef Wolters

Registriert seit: 25.07.2009

Kommentare: 449

27. Juli 2012 - 17:22 Uhr

Auch Dietmar Oswald (CDU-Fraktion) und Michael Meier (SPD) sprachen sich für eine stärkere Gewichtung des Klimaschutzes gegenüber dem Naturschutz aus.

Das glaube ich einfach nicht. Zwei Einfallspinsel wollen die Natur opfern, ohne auch nur die geringste Chance das Klima beeinflussen zu können ?
Wann studieren die Leute endlich wieder Naturwissenschaften ? Dann gibt es solch grenzenlose Naivität nicht mehr.

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Martin Rotzinger

Registriert seit: 19.11.2010

Kommentare: 589

13. August 2012 - 21:08 Uhr

Auch wenn EE hipp sind, man wird damit ganz sicher nicht das Klima retten. Der Impact ist viel zu klein bei lausigen 2,5 W/m² durchschnittlicher Leistung, die ein Windrad einfährt.
Vielmehr wird die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zementiert. Die Kernenergie wird durch Kohle/Gas ersetzt. Eine benötigte Substitution für Öl in der richtigen Größenordnung, die nicht auf Kohle/Gas basiert, ist auch nicht in Sicht, wenn man stur auf Kernenergie verzichtet. Es gibt inhärent sichere Reaktortypen, in denen wir auch noch unseren Atommüll "verbrennen" können. Der Brennstoff (Thorium) reicht bei 10 Mrd Menschen auf westlichem Niveau mindestens 60 000 Jahre. In dieser Zeit sollte es dann auch gelingen, eine kontrollierte Fusion zu zünden, was Energieträgerprobleme beendet.

Von Kernenergie hätten wir und das Auerhunh im übrigen mehr.

mfg

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1354

13. August 2012 - 22:05 Uhr

Herr Rotzinger, meinen sie verstrahlte Waldbeeren? Und wieso im Konjunktiv, nach Tschernobyl hatten wir und die Auerhühner tatsächlich mehr. Fragen sie doch mal Putin, ob er nicht mal wieder dafür sorgen kann, dass eine jetzt russische Bedienungsmannschaft mit einem AKW rumspielt?

Erneuerbare können keine fossilen Energieträger ersetzen und nicht den Klimawandel (mit)aufhalten? Einfache Mathematik scheint einige Kommentatoren hier zu überfordern: der deutsche Stromverbrauch stagniert, gleichzeitig steigt der Anteil der erneuerbaren Energien auf über 25%. Preisfrage: Was wurde abgeschaltet, als die Windräder liefen und die Sonne schien?

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Martin Rotzinger

Registriert seit: 19.11.2010

Kommentare: 589

14. August 2012 - 09:53 Uhr

@Burster:
Ich ziehe ihnen von den 25% ca. 5% ab, da es die Wasserkraft schon ewig gibt und diese anders mit dem Netz umgeht als die übrigen EE (ausser Biogas).

Wenn Sie jetzt ein Netz haben mit KKW, KohleKW und EE. und Sie haben Ihren Stromfahrplan nach Wetterprognose, dann werden entsprechend Gas und Kohlekraftwerke heruntergeregelt. Abgesehen von Effekten, daß man je nach dem die Erneuerbaren abregeln muß weil besser fürs Netz und auch der Tatsache, daß die fossilen Kraftwerke durch diesen Betrieb niedrigere Wirkungsgrade aufweisen, sparen sie wahrscheinlich fossile Primärenergieträger.

In dem Moment in dem aber die 20% Kernkraft wegfällt und an deren Stelle 20% EE treten haben sie kein CO2 gespart. Der Rest wird von fossilen Kraftwerken bereitgestellt. Die Kernkraft also durch fossile ersetzt.

Wenn Sie jetzt meinen, dass man dann einfach die Erneuerbaren noch weiter ausbaut, werden Sie feststellen, daß das Limit bald erreicht ist.
Bei Wind ist das Verhältnis (gemessen an den Produktionsdaten 2011) Maximalleistung/Durchschnittsleistung = 4,5

Sagen wir mal 4. Das bedeutet, daß wenn sie 25% Windenergie im Netz haben, versorgen sie bei Sturm bereits ganz Deutschland und müssten alle anderen Kraftwerke stilllegen.

Bei PV ist der Faktor ca 7,5

Viel Spaß
mfg

PS entsprechend fordert sogar ein gewisser Förderverein für Solarenergie die zwingende Bereithaltung von Akkupuffern für jede Solaranlage.

PPS Viel Spaß mit dem "günstigen" Batterieschrank im Keller

PPS Wenn es dann mal einen günstigen Speicher für elektrische Energie gibt, ist es um mindestens Faktor 4 günstiger diesen komplett mit Grundlast zu füttern als mit zusätzlich zum Verbrauch wetterabhängiger Last

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1354

14. August 2012 - 10:10 Uhr

In dem Moment in dem aber die 20% Kernkraft wegfällt und an deren Stelle 20% EE treten haben sie kein CO2 gespart. Der Rest wird von fossilen Kraftwerken bereitgestellt. Die Kernkraft also durch fossile ersetzt.

Herr Rotzinger, lesen ist schwierig, ich weiß. Wir haben aktuell schon deutlich über 20% und für 2013 werden erneuerbare Energien aller Voraussicht nach zum wichtigsten Energieträger.
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/11752-iwr-erneuerbare-2013-erstmals-nr-1
Das Argument, ohne Atomkraft steige der CO2-Ausstoß, ist längst widerlegt. Letztes Jahr wurden 8 AKWs abgeschaltet und der CO2-Ausstoß ist trotzdem gesunken. Auch wenn wir Glück mit der milden Witterung hatten, wenn die Rechnung so einfach wäre wie jahrzehntelang von den Atomkraft-Befürwortern behauptet, dann hätte ein so schnelles und massives Abschalten von AKW auch bei einem milden Winter zu einem starken CO2-Ausstieg führen müssen. Das zeigt, ihre Berechnungen taugen höchstens für den Sandkasten.

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Martin Rotzinger

Registriert seit: 19.11.2010

Kommentare: 589

14. August 2012 - 16:25 Uhr

@Burster: verstehen mag für Sie wohl unvorstellbar schwierg sein.
Jetzt lesen Sie meinen Beitrag nochmal durch. Und erklären mir, wo (ohne massiven Speicherausbau) die Grenze für EE im Netz liegt.

Im übrigen haben wir noch KKW am Netz. Sie sprechen vom Istzustand ich vom Zustand, der in ein paar Jahren eintreten wird. Es macht wenig Sinn, klimafreundliche technik durch klimafreundliche Technik zu ersetzen und dann vielelicht mal die "klimaunfreundliche" Technik anzugehen.

Aber den Leuten, die alternative Energie schon sehr lange propagieren, ging es wahrscheinlich nie ums Klima, sondern gegen Kernenergie. Das Klimaargument nimmt man halt mit. (OK. die ersten Krenkraftwerke wurden wegen der großen bereitstellbaren Energiemenge gebaut, nicht wegen dem Klima)

Im übrigen: in dem letztens veröffentlichten Interview mit Landesumweltminister Untersteller sagt dieser zur "angespannten Netzsituation":
"In den Folgejahren entspannt sich die Situation durch die Inbetriebnahme neuer Blöcke der Anlagen in Karlsruhe und Mannheim."

Ja mit was werden die Betrieben?
Der neue Block des Rheinhafendampfkraftwerks in Karlsruhe wird ein 912 MW Steinkohlekraftwerk. In Mannheim dann nochmal quasi baugleich.

Zwar als neues Kohlekraftwerk mit einem Wirkunsggrad von 46%, aber trotzdem ein zusätzliches Kohlekraftwerk, das die "angespannte Lage" durch den Ausfall der Kernrkaftwerke kompensiert.

Ihr Milchmädchen darf mir gerne mal etwas Milch vorbeibringen, wenn es schon vorbeikommt.

mfg

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