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23. September 2009 11:08 Uhr

Skibezirk V vor Jahresversammlung

Baustellen im Schatten des Nordic Centers

Schön, dass am Notschrei die Arbeiten für das Nordic Center fast abgeschlossen sind. So viel Tatendrang könnten die Skivereine im Bezirk Schauinsland-Wiesental auch gebrauchen. Hier klemmt’s an vielen Ecken.

  1. So schnell gehen der Biathlonsport im Skibezirk V nicht in die Knie – doch es gibt große Lücken beim Nachwuchs. Foto: Matthias Kaufhold

SKI. Sage noch einer, Wintersportler im Schwarzwald könnten nichts bewegen. Der Umbau der Biathlonanlage am Notschrei zum Trainings- und Wettkampfzentrum Nordic Center sorgt bei den 30 beteiligten Skivereinen für ein neues Wir-Gefühl. So viel Tatendrang wünscht sich Herbert Schweizer, Obmann des Skibezirks Wiesental-Schauinsland, auch bei der Kärrnerarbeit an der Basis. Doch vor der Jahresversammlung des Bezirks V am Freitag, 20 Uhr, in Wieden (Gasthaus Kranz) plagen Schweizer zahlreiche offene Baustellen. Seine Hoffnung: "Durch das Jahrhundertbauwerk Nordic Center kann auch die Zusammenarbeit der Vereine wieder gestärkt werden."

Auf Bezirksebene gibt es praktisch in allen Sparten Handlungsbedarf: So stehen die Langläufer ohne Sportwartin da, nachdem Isabella Beckert (WSC Breisgau-Stafenl) aufgehört hat. Da nicht zu erwarten ist, dass sich am Freitag bei den Neuwahlen spontan ein Nachfolger findet, will sich Schweizer mit den Nordisch-Klubs an einen Tisch setzen. Mehr als drei oder vier Vereine sind es nicht, da der Langlaufsport im Bezirk ein Schattendasein fristet. "Was nicht schon tot ist, wird so ganz tot gemacht", sagt Schweizer.

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Mangels Teilnehmern wurden Langlauf-Bezirksmeisterschaften zuletzt eher von den starken Biathleten getragen, doch auch hier beklagt Schweizer "einen Durchhänger beim Nachwuchs". Nach der Generation der Behringers, Gnädingers und Kiefers rückt kaum noch etwas nach. Die nach dem Amoklauf von Winnenden verschärften Waffenbestimmungen würden Eltern abschrecken. Zudem steht am Notschrei ein Betreuerwechsel an, weil Landestrainerin Ina Metzner (Babypause) und Rainer Stotz, Biathlon-Sportwart im Skiverband Schwarzwald (SVS), zumindest vorübergehend aufhören. Als neuer Stützpunktleiter will hier der Todtnauer Andreas Gnädinger, Bruder der deutschen Jugendmeisterin Helena Gnädinger, vor allem das Schülertraining wieder intensivieren. Zudem soll der ehemalige Jugend-Weltmeister Marcel Lorenz vom SV Schauinsland nach seiner Rückkehr in den Schwarzwald im Betreuerstab eine wichtige Rolle spielen.

Nachwuchsprobleme kennt der alpine Bereich schon seit Jahren. "Ab der Schülerklasse 13/14 lichtet sich das Feld", konstatiert Schweizer. Kaderfahrerinnen der S 14 gäbe es nun im Bezirk so gut wie keine nicht mehr. Das liegt auch an fehlenden Perspektiven im Schwarzwald: So wechselten Maren Wiesler (SC Münstertal), Anne Kissling (SV Schauinsland) und Max Wetzel (SC Todtnau) ans Skiinternat Oberstdorf, weil in Bayern Schule und Leistungssport offensichtlich besser harmonieren. Die Krise des alpinen Skirennsports ist ein Dauerthema – und zwar bezirksübergreifend. Hier will SVS-Vizepräsident Helmut Bähr am Freitag im Vorfeld des Verbandstags am 10. Oktober neue strukturelle und personelle Ansätze aufzeigen.

Autor: Matthias Kaufhold