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27. März 2010
Der Boom in Fernost
In Daisuke Takahashi wird erstmals ein japanischer Mann Eiskunstlauf-Weltmeister.
TURIN (dpa). Ein Jahr vor der WM in Tokio hat der elegante Schlittschuh-Künstler Daisuke Takahashi die Eiskunstlauf-Euphorie mit dem ersten Titel in der Geschichte für Japan kräftig angeheizt. Die Wintersportdisziplin, die in ganz Europa und sogar in Russland in der Krise steckt, erlebt in Asien einen Boom. Der 24 Jahre alte Champion von Turin ist neben Olympiasiegerin Kim Yu-Na aus Südkorea das Aushängeschild für die neue Trendsportart.
Die Sponsoren jubeln und die Einschaltquoten im Fernsehen sind so hoch, dass der Weltverband am liebsten jeden Wettbewerb Richtung Fernost vergeben würde. In der nächsten Saison finden schon sieben internationale Ereignisse auf asiatischem Eis statt – darunter das Grand-Prix-Finale und die Junioren-WM, bei der bereits in diesem Jahr drei Titel an den neuen starken "Kufen-Kontinent" gingen. "Mir sitzt die Konkurrenz schon im Nacken, ich fühle mich von Junioren-Weltmeister Hanyu Yuzuru fast herausgefordert", so Takahashi nach seinem Programm zu italienischen "La Strada"-Klängen von Nino Rota.
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Auch Takahashi versuchte sich am Vierfach-Flip, schaffte es aber nicht, ihn als erster Eiskunstläufer sauber zu landen. Mit dieser Vorstellung hätte er auch Olympiasieger Evan Lyscek (USA) und den Olympia-Zweiten Jewgeni Pluschenko aus St. Petersburg schlagen können, die beide die WM ausließen. "Das Wertungssystem ist nicht gut für Vierfach-Springer, es gibt zu wenig Punkte", kritisierte Bronze-Gewinner Brian Joubert, der zwei tolle Toeloops viermal in die Luft schraubte.
Dazwischen leistete der choreographisch schwache Franzose, der bei Olympia auf Rang 16 abgestürzt war, aber nicht viel mehr als Peter Liebers. Der Berliner war allerdings schon vor dem Finale auf Rang 25 ausgeschieden. "Ich werde noch härter an meinen Sprüngen arbeiten und kann auch den Lutz vierfach zeigen", kündigte Ex-Weltmeister Joubert an und forderte wie Pluschenko vom Weltverband eine höhere Wertigkeit der artistischen Höchstschwierigkeiten.
Autor: dpa
