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02. März 2017

Talstraße

Feuer frisst sich bis unters Dach

Bei einem Brand im Oberrieder Mederlehof bringt sich eine Reisegruppe in Sicherheit / Ursache und Schadenshöhe noch nicht geklärt.

  1. Wehrleute beim Löschen des Brands am Oberrieder Mederlehof: Das Feuer war im Aufenthaltsraum ausgebrochen. Foto: Martin Ganz/Moritz Lehmann

  2. Zum Löschen musste das Holzschindeldach aufgeschnitten werden. Foto: Martin Ganz

  3. Um das Dach nach dem Einsatz wetterfest zu machen, deckten es Zimmerleute mit einer Plane ab. Foto: Moritz Lehmann

  4. Mit Feuerlöschern versuchten Bewohner, den Brand einzudämmen. Foto: Moritz Lehmann

  5. Um das Dach nach dem Einsatz wetterfest zu machen, deckten es Zimmerleute mit einer Plane ab. Foto: Moritz Lehmann

  6. Mit Feuerlöschern versuchten Bewohner, den Brand einzudämmen. Foto: Moritz Lehmann

  7. Wehrleute beim Löschen des Brands am Oberrieder Mederlehof: Das Feuer war im Aufenthaltsraum ausgebrochen. Foto: Martin Ganz/Moritz Lehmann

OBERRIED. Ein abruptes Ende fand der Winterurlaub einer Gruppe von 18 Wintersportlern im Oberrieder Mederlehof am Mittwochmorgen. In einem Aufenthaltsraum des alten Schwarzwaldhofs war ein Feuer ausgebrochen. Alle Menschen konnten sich unverletzt ins Freie retten. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Schadenshöhe und Ursache des Feuers sind noch unklar.

Ein Mitglied der Reisegruppe, von der niemand namentlich genannt werden möchte, schildert vor Ort die dramatischen Ereignisse: "Kurz nach 6 Uhr wurden wir von dem Piepsen der Rauchmelder aus dem Schlaf gerissen. Davon sind alle wach geworden und sofort nach draußen gestürmt." Alle Urlauber hätten einen kühlen Kopf bewahrt. Einige hätten Handys, Schuhe und Jacken mit nach draußen genommen, andere wären barfuß ins Freie gerannt.

Die Nachbarn seien äußerst hilfsbereit gewesen und hatten die Gruppe mit einem Feuerlöscher versorgt, mit dem einer der Urlauber versuchte, von außen den Brand im Aufenthaltsraum bis zum Eintreffen der Feuerwehr einzudämmen. Die Rettungskräfte zu alarmieren, sei nicht ganz einfach gewesen, weil die meisten Handys am Brandort keinen Empfang gehabt hätten. Einer aus der Gruppe sei daher kurzerhand ins Auto gesprungen, um einen Ort zu suchen, an dem ein Signal zu empfangen war. Um 6.11 Uhr gelang es einer Frau, einen Notruf abzusetzen – offenbar, weil sie als Einzige über ihr altes Handy-Modell am Mederlehof ein Signal empfangen konnte. Etwa 15 Minuten später seien die Rettungskräfte eingetroffen. Polizei und Feuerwehr hätten schnell und sehr professionell gehandelt und dadurch Schlimmeres verhindert, heißt es seitens der Reisegruppe. Das zu großen Teilen aus Holz bestehende Gebäude konnte so weitgehend erhalten werden. Wie groß der Schaden im Inneren ist, war von außen nicht einsehbar. Bewohnbar ist der Hof vorerst jedenfalls nicht mehr.

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Laut dem zuständigen Einsatzleiter Alexander Jautz, Feuerwehrkommandant aus Oberried, hat sich das Feuer von dem unteren Zimmer ins Obergeschoss gefressen. "Dort ist ein weiteres Zimmer komplett ausgebrannt", sagt Jautz. Danach drang das Feuer bis unter das Holzschindeldach vor. Auf einer Drehleiter stehend, schnitten die Feuerwehrleute die Dachbedeckung auf, um von oben zu löschen. "Den Wasserschaden konnten wir gering halten", sagt Jautz.

Dies bestätigt auch Andreas Fehrenbach, der für die Verwaltung des Hauses zuständig ist und ebenfalls vor Ort war. Der Mederlehof wird von der Katholischen Seelsorgeeinheit Waldkirch verwaltet. Es handelt sich um einen Schwarzwaldhof aus dem Jahr 1767, der unter Denkmalschutz steht. Der Hof liegt im Zastlertal auf 675 Meter Höhe. Das Haus wird vorwiegend für Jugendfreizeiten genutzt, kann aber auch für private Anlässe gemietet werden.

Fehrenbach zufolge sind die elektrischen Leitungen vor Weihnachten von einem Elektriker überprüft worden, weshalb er einen technischen Defekt an diesen als Ursache für unwahrscheinlich hält. Wie hoch der Gesamtschaden ist, konnten bislang weder Feuerwehr noch Polizei sagen. Die Brandursache ist ebenfalls unklar. Bislang gibt es offenbar keine Hinweise auf Fremdverschulden. Die Ermittlungen dauern an.
"Wir sind froh, dass wir

alle mit dem Leben

davongekommen sind."
Ein Urlauber
Gegen 10 Uhr morgens waren die Löscharbeiten beendet. Mitarbeiter einer Zimmerei kümmerten sich darum, das Dach notdürftig mit einer Plane abzudecken und damit wetterfest zu machen. Bis zum frühen Nachmittag blieb die Oberrieder Feuerwehr für die Glutwache vor Ort. Dabei geht es darum, eventuell nicht sichtbare Glut, die den Brand erneut aufflammen lassen könnte, zu überwachen. Insgesamt waren 100 Einsatzkräfte vor Ort, darunter 72 Feuerwehrleute aus Oberried, Hofsgrund und Kirchzarten.

Nachdem die Reisegruppe zuerst von den Nachbarn aufgenommen wurde, konnten die Urlauber in einem Feuerwehrfahrzeug in die Klosterscheune am Rathaus gebracht werden. Dort haben die Wintersportler zwischen 18 und 61 Jahren, die am Sonntag aus allen Teilen Deutschlands angereist waren, vorübergehend Zuflucht gefunden. Die kommende Nacht wollten Teile der Gruppe in einer Wohnung in Freiburg verbringen – einige traten auch die Heimreise an. Papiere, Autoschlüssel und viele ihrer Klamotten konnten sie aus dem Gebäude holen – in zwei Zimmern sei allerdings fast alles verbrannt. "Wir sind froh, dass wir alle mit dem Leben davongekommen sind", sagte ein Urlauber.

Autor: Moritz Lehmann und Max Schuler