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06. August 2012

Winzertrio bringt Stadt in Partylaune

Florian Isele, Michael Weber und Andreas Bieselin wecken Urlaubsgefühle / Stilvolle Weinverkostung mit zwei renommierten Bands.

  1. Hunderte nahmen das Angebot zur Wein und Musik auf dem Rathausplatz an. Foto: Erika Sieberts

ETTENHEIM. Urlaubsgefühl für Daheimgebliebene hat am Wochenende die Weinparty der so genannten jungen Wilden aus Ettenheim geboten, unterstützt von milden Temperaturen und den beiden Bands: Poor Poets am Freitagabend und Soul’s back in town am Samstag.

Das Gedränge war bei vorangegangenen Weinpartys schon größer, besonders der Freitagabend war nicht so stark besucht wie sonst. "Freitag ist immer etwas schwach, aber da bleiben wir locker", gab sich Winzer Michael Weber gelassen. "Wie in jedem Jahr wollen wir auf unsere Produkte aufmerksam machen und finden Freitag wie Samstag Weingenießer, die ausprobieren möchten."

Bei ihm sei der Sauvignon sehr gefragt, ebenso der Spätburgunder Rosé, ein typischer Sommerwein. Und warum ist das Jungwinzertrio Weber, Bieselin und Isele eigentlich "wild"? Michael Weber weiß es selbst nicht genau: "Den Namen hat uns, glaube ich, ein Zeitungsredakteur verpasst. Er wird wissen warum." Zu viel Wildheit erlaube das Kulturgut Wein jedoch nicht, so Weber. Da gehöre eine ordentliche Portion Tradition dazu.

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Für das besagte Urlaubsgefühl durften am Freitag und Samstag natürlich die In-Getränke Aperol Spriz und Hugo nicht fehlen.

Auch für die Winzer eine Gelegenheit zu glänzen, denn diese beiden seit Jahren aus keiner Bar wegzudenkenden Sommerdrinks sind auf der Basis von Secco, einem weißen Perlwein, gemixt. Bei der Weinparty kam dieser von Florian Isele aus Münchweier.

An seinem Stand wurde besonders der Weißburgunder nachgefragt. Von Wildheit auch hier keine Spur. "Ich weiß nicht, warum wir wild sein sollen", sagt Isele und zuckt mit den Achseln. "Na, weil wir immer wieder Neues zeigen und experimentieren", hat sein 30-jähriger Kollege Andreas Bieselin eine Antwort. Er findet deshalb den Titel durchaus für angebracht. Sein Sommerhit nennt sich "Weinkristall," in Eis gerührter Weiß- und Rotwein, mit dem er auch schon im vergangenen Jahr Erfolg hatte.

Weil Andreas Bieselin in den vergangenen Wochen stark in den Medien präsent war – noch vor kurzem vertrat er die Winzer der südlichen Ortenau in einer Freitagabend-Fernsehsendung des SWR und Sommelière Natalie Lumpp pries seine Weine unlängst in der Zeitschrift "Brigitte" – sind bei ihm einige Sorten ausverkauft: "Auxerrois, Weißburgunder und Muskateller sind aus", freut sich der Winzer. Auf der Weinparty werden bei ihm Riesling und Grauburgunder stark nachgefragt.

Die drei Winzer stellten ihre Weine angemessen vor: Jeder beriet persönlich seine Kunden, die Getränke waren exakt temperiert und die Gläser stilgerecht. Die Gäste schätzten dieses Auftreten: "Uns gefällt, dass sie sich nebeneinander in gleicher Aufmachung präsentieren", war an den Tischen zu hören. "Das ist ein neuer Umgang, der von Harmonie und Wettbewerb zugleich zeugt."

Niveau hatten auch die Bands: Am Freitagabend wirkten die Poor Poets zu Dritt zwar etwas verloren auf der Bühne, aber Hutch Hensle (Keyboard und Gesang), Frank Dominik (Gitarre und Gesang) und Frank Iwannek (Schlagzeug) spielten die feinsten Rocksongs mit viel Seele. Ihr Repertoire pendelte von Deutschrock "Verdammt lang her" von BAP bis zu Pink Floyds "Wish you where here", womit der Abend romantisch ausklang.

Soul’s back in town dagegen brauchte mit elf Bandmitglieder die große Bühne und sorgte mit drei Frontfrauen und einem Bläserquartett für den entsprechenden Druck, den der Samstagabend forderte.

Kurz nach 23 Uhr beendete eine kräftige Regendusche die Veranstaltung und allzu lange Zugaben.

Autor: Erika Sieberts


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