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16. Juni 2012

"Wir hoffen, dass er nicht in ein Loch fällt"

BZ-UMFRAGE zur Verabschiedung von Oberbürgermeister Eberhard Niethammer in den Ruhestand unter Bürgern und politischen Weggefährten.

  1. Norbert Dietrich Foto: Gabriel Sommer

  2. Werner Hartwich Foto: Ralf Staub

  3. GerhardVogel Foto: Martina Proprenter

  4. EmilFranz Foto: Ingrid Böhm-Jacob

  5. Gustav Fischer Foto: Petra Wunderle

  6. MichaelLewerenz Foto: Ingrid Böhm-Jacob

  7. Er geht nach 24 Jahren in den Ruhestand: Oberbürgermeister Eberhard Niethammer. Foto: Fotos: BZ

  8. MichaelSchumacher Foto: Maja Tolsdorf

  9. DietmarBaum Foto: PetraWunderle

  10. Anette Lohmann Foto: Peter Gerigk

  11. Julian Wiedmann Foto: Ralf Staub

RHEINFELDEN. Heute, Samstag, wird Oberbürgermeister Eberhard Niethammer offiziell aus seinem Amt verabschiedet. 24 Jahre ist er an der Spitze der Verwaltung und des Gemeinderates gestanden. Martina Proprenter und Ralf Staub haben sich bei Bürgern, Weggefährten und den Fraktionssprechern umgehört, was aus ihrer Sicht die Ära Niethammer ausmacht und was sie ihm für den Ruhestand wünschen.

Michael Lewerenz (SPD-Fraktion): Der OB hat seine Verdienste: Er hat die Dioxinproblematik sehr gut bewältigt, die Fußgängerzone und sich auch um Ansiedlungen und damit um Arbeitsplätze gekümmert. im persönlichen Umgang war er immer sehr angenehm, man konnte sehr gut mit ihm ,geschirren’. Uns hat er viele sozialdemokratische Themen weggenommen, etwa bei Familien und Kinderbetreuung, obwohl er da bisweilen in der CDU viel zu kämpfen hatte. Allerdings hatte er in den Sitzungen stets einen gewissen Rechtsdrall: Sein Blick ging immer zuerst zu Paul Renz. Ich wünsche ihm, dass er jetzt nicht in ein Loch fällt, wenn er in Ruhetand geht, obwohl er ja im Kreistag und im Regionalverband weitermachen wird.

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Michael Schumacher (Musikverein Rheinfelden): Im Namen der Stadtmusik danke ich ihm für seine jahrzehntelange Hilfe und Unterstützung und wünsche ihm, den Ruhestand gesund und munter im Kreise seiner Familie genießen zu können.

Manfred Gollin (Wirtschaftsförderer): An erster Stelle wünsche ich ihm gute Gesundheit und viel Spaß im neuen, beginnenden Lebensabschnitt. Zudem alles Gute für die Familie und ich hoffe, dass er sich, auch wenn er nicht mehr im Amt ist, in Rheinfelden weiterhin wohl fühlen wird.

Werner Hartwich (Hausmeister): Ich wünsche ihm Geruhsamkeit, Zufriedenheit, Zeit und am wichtigsten, viel Gesundheit. Ich hoffe auch, dass er einen nahtlosen Übergang zum Rentnerdasein findet.

Paul Renz (CDU-Fraktion): Herr Niethammer war stets sehr offen und kooperativ und wirkte, wenn es im Gemeinderat mal ein kleines Gewitter gab, was für mich dazugehört, ausgleichend. Das wurde immer mit Fairness und Anstand ausgetragen. Wir haben ihn als Strategen wahrgenommen, der stets aktiv und engagiert war. Über viele Jahre seiner Amtszeit waren wir hier in Rheinfelden finanziell nicht gerade begünstigt, deshalb mussten wir Prioritäten setzen. Deshalb möchte ich hervorheben, dass es sein Verdienst ist, dass die Verschuldung der Stadt von 20 Millionen Euro zu Beginn auf jetzt 5,5 Millionen Euro im Kernhaushalt zurückgefahren worden ist. Und dennoch ist viel gelaufen, etwa bei der Stadtsanierung, der Ausbau der Infrastruktur, etwa dem Äußeren Ring oder bei Bildung und Betreuung. Der OB hat hier auch viele Weichen für die Zukunft gestellt, etwa mit dem Campus, dem Jugendzentrum, bei dem er als Pensionär hoffentlich bei der Einweihung dabei sein wird, oder beim neuen Flächennutzungsplan. Auch bei der Umsiedlung der ED-Verwaltung hat er mitgewirkt und so die Basis für die Entwicklung am Adelberg und in der Rheinbrückstraße geschaffen. Das ausgezeichnete Verhältnis zu Rheinfelden/Schweiz ist sicher sein Verdienst, er hat die große Linie auch beibehalten, wenn es im kleineren, etwa bei der Schließung der Rheinbrücke, Differenzen gab. In den vielen überörtlichen Gremien hat er sich durch seine Art ebenfalls viel Respekt und Anerkennung erworben.

Ursula Wichert (Sekretariat Rolf Karrer): Ich wünsche ihm vor allem Gesundheit und hoffe, dass er Abstand findet zu der langen Dienstzeit, der er verbringen musste. Ich hoffe, er sieht in Zukunft, dass das Leben mehr zu bieten hat, als nur das Rathaus.

Gustav Fischer: Ich wünsche ihm natürlich alles Gute und eine geruhsame Zeit für den Übergang aus dem aktiven Berufsleben. Ich gehe davon aus, dass wir uns auch in Zukunft noch öfter sehen. Er wird sicher seinem Motto treu bleiben und verschiedene Anlässe in Zukunft zwar nicht mehr als Schirmherr, dafür aber als Rheinfelder Bürger besuchen.

Rüdiger Zorn (Personalrat): Die Zusammenarbeit war immer sehr schön und das Vertrauensverhältnis ging weit über das hinaus, was das Landespersonalgesetz fordert. Die Zusammenarbeit und auch die Verhandlungen waren immer sehr angenehm. Wir vom Personalrat wünschen ihm ein erfülltes Rentnerdasein und wünschen ihm, dass ihm der Schnupftabak niemals ausgehen werde.

Gerhard Vogel (Zunftmeister Narrenzunft): Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute, eine ruhige Zeit für sich und seine Familie, dazu viel viel Zeit und Gesundheit. Er soll nun frühzeitig lernen auch mal nein zu sagen als Unruheständler und sich nicht noch mehr aufdrücken lassen, sonst passiert es schnell, dass er plötzlich wieder einen Acht-Stunden-Tag hat. Ich hoffe auch, dass er jetzt die Zeit findet, mit nach Fécamp zu kommen.

Norbert Dietrich (Leiter Musikschule): Ich wünsche ihm vor allem Gesundheit und dass er sich auch ohne Amt in Zukunft wohlfühlen möge. Auch wünsche ich mir, dass die guten Kontakte, die wir mit ihm haben, beispielsweise mit der Musikschule, weiterhin erhalten bleiben.

Julian Wiedmann (Förderverein Kaffcafé): Ich habe "den OB" vor allem durch eine sehr konstruktive Zusammenarbeit kennengelernt. Konflikte konnten fast immer zufriedenstellend für alle gelöst werden. Als Oberbürgermeister hat man immer die Aufgabe zu moderieren, die Menschen an einen Tisch zu bringen und dafür zu sorgen, dass für alle annehmbare Lösungen entstehen. Auch eine nicht allzu große Stadt wie Rheinfelden ist in ihrer Zusammensetzung derart heterogen, dass dies nicht immer einfach und meist auch zeitaufwendig ist. Deshalb wünsche ich Herrn Niethammer für die Zukunft einen nicht allzu vollen Terminkalender und Gesundheit, damit er sich für jene Dinge Zeit nehmen kann, für die es in den letzten Jahren nicht gereicht hat.

Dietmar Baum (Pro Rheinfelden): Ich wünsche ihm einen schönen und angenehmen Ruhestand in Rheinfelden, damit er die künftige Entwicklungen der Stadt mitverfolgen und erkennen kann, die er angefangen hat. Für mich war er wie Helmut Kohl in klein, da er so lange im Amt war. Von der Zeit an, als ich politisch aktiv und interessiert wurde, war er im Amt und hat mich persönlich politisch in dieser Zeit begleitet.

Emil Franz (Fraktion Freie Wähler): Ich habe den OB über mehr als 20 Jahre begleitet und schätze sehr an ihm, dass er trotz Diskussionen, die es hin und wieder gab, etwa zur Grün 07, nie nachtragend ist. Er ist sehr ausgewogen und versucht zu schlichten, er ist immer kollegial. Kurz: Menschlich ist er schwer in Ordnung. Wir wünschen ihm, dass er natürlich gesund, aber auch in Rheinfelden bleibt, damit man ihn ab und zu auch bei einer städtischen Veranstaltung sieht.

Petra Brückner (OB-Sekretärin): Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und dass er die Zeit mit seiner Familie genießen kann. Ich hoffe, dass er nicht mehr so unter Stress steht wie in den letzten Monaten und dadurch die Zeit findet, auch einmal kleine Dinge erledigen zu können.

Anette Lohmann (Grünen-Fraktion): Zu Beginn der Amtszeit von Herrn Niethammer saß ich für die Grünen im Gemeinderat, mein Mann war zu der Zeit gerade in Bonn. Damals ging es richtig rund in Sachen Umweltthemen: Das Dioxin in Rheinfelden, Sandoz, Tschernobyl, die ganzen Katastrophen haben uns beschäftigt. Und während zuvor immer versucht worden ist, alles unter den Teppich zu kehren, ist Niethammer die Themen offen und offensiv angegangen. Man hat bei ihm immer das Bestreben gespürt, aus Rheinfelden eine andere Stadt zu machen, als die sie immer galt: schmutzig und mit viel Industrie. Ich finde, er hat das auch gut hingekriegt, weil er offen war für Neues, aus unserer Sicht manchmal vielleicht zu offen. Unter dem Strich sehen wir eine gute Zusammenarbeit, auch wenn wenn wir einmal vor Gericht ziehen oder uns ans Regierungspräsidium wenden mussten – aber wir haben uns immer gegenseitig respektiert. Im sozialen Bereich hatte er stets ein offenes Ohr und sicher die meisten Pluspunkte verdient. Unter dem Strich hat Herr Niethammer seine Amtsgeschäfte nicht schlecht geführt. Sehr positiv ist sein guter Draht in die Schweiz, aber auch zu den umliegenden Kommunen. Ich wünsche ihm neben der Gesundheit, dass er nicht in ein Loch fällt, sondern immer das Gefühl hat, dass er noch gebraucht wird. So soll er gut aufhören und sein Nachfolger gut anfangen können.

Autor: mtp