Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. April 2012 16:38 Uhr

"Wir sind Raus"

Wir sind Helden verabschiedet sich auf unbestimmte Zeit

Die Band Wir sind Helden legt eine Pause ein. "Diese uns sehr liebe, wunderschöne, bescheuerte Band pausiert auf unbestimmte Zeit", hat die Gruppe um die Sängerin Judith Holofernes, lange in Freiburg ansässig, verkündet.

  1. Wir sind Helden machen Pause – oder so... Foto: dpa

Das Quartett folgt damit einem Trend im Popbusiness, den sich immer mehr Musiker zu Nutze machten: Bands lösen sich nicht mehr offiziell auf, sie gehen einfach ins Sabbatical. Wie lange das dauert, ob es jemals endet – wer weiß das schon? Vielleicht kehren die Inspiration oder der Erfolg oder beides eines Tages zurück, vermisst man die sattsam bekannten Gesichter der Kollegen irgendwann wieder doch – oder, wie im Falle der ebenfalls in Freiburg verwurzelten Band Reamonn, hat die Plattenfirma noch ein Album zugute, das dann doch mal eingespielt werden will.

"Diverse Abnutzungserscheinungen"

So in etwa hört sich das bei Wir sind Helden auch an: Man habe trotz eigener echter Kinder, unterschiedlicher Wohnorte und "diverser Abnutzungserscheinungen" sehr lange an dem "gemeinsamen Baby" namens Band festgehalten, doch jetzt seien die Musiker erst mal raus, heißt es auf der Website der Band. ""Raus" bedeutet hingegen nicht, dass ihr euch nicht auf Schönes aus unserer Ecke freuen könnt. Einzeln und in allen möglichen Konstellationen werden wir sicher von uns hören lassen. Sogar zu viert, vielleicht, irgendwann, vielleicht auch auf der einen oder anderen Bühne oder im Studio, aus Gaudi oder in vollem Ernst."

Werbung


Türöffner für Bands von Juli bis Frida Gold

Damit endet erst einmal eine Erfolgsgeschichte, die 2003 begann. Die NDW- und Wave-angehauchten Songs wie "Guten Tag (Die Reklamation)", "Denkmal" und "Müssen nur wollen" vom damals erschienen Debütalbum waren allesamt Hits und begründeten einen Trend hin zu rockigem, deutschen Pop, der den Erfolg von Bands wie Juli und Silbermond erst möglich machte und mit Formationen wie Frida Gold bis heute anhält. Deutsch zu singen wurde mit Wir sind Helden wieder salonfähig und chartkompatibel. Dem Debüt von 2003 folgten noch drei weitere Alben, ebenfalls kommerziell erfolgreich, Sound und Stil waren am Ende aber ausgereizt. Der Hiatus kann daher nicht so richtig überraschend, zumal er sich mit einer 2011 veröffentlichten Best-of- und Kuriositäten-Sammlung und einem ersten Nebenprojekt von Schlagzeuger und Holofernes-Mann Pola Roy ankündigte. Was nun kommt? Sie müssen nur wollen – oder eben nicht.

Mehr zum Thema:

Autor: Peter Disch mit dpa