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01. Oktober 2014 00:00 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

AHP Merkle wächst und baut in Gottenheim weiter

Erst vier Jahre ist es her, dass der Hydraulikspezialist AHP Merkle seinen neuen Firmensitz in Gottenheim bezogen hat. Nun stehen schon die ersten Erweiterungen auf der Agenda.

  1. Das neue Technikum und der vergrößerte Hochlagerturm (hinten) sind bei der jüngsten Erweiterung von AHP Merkle schon fertig. Bis zum Advent sollen die übrigen neuen Gebäudeteile fertiggestellt sein. Foto: mario schöneberg

  2. Gottenheims Bürgermeister Christian Riesterer (rechts) gratuliert Christen Merkle zur Erweiterung des Betriebes. Foto: Mario Schöneberg

Das Technikum, ein Schulungs- und Kommunikationszentrum, wurde nun feierlich eingeweiht.

Knapp 200 Gäste waren zur Einweihung des neuen Technikums gekommen, die von der Ukrainischen Volkstanzgruppe "Tschervona Ruta" musikalisch umrahmt wurde. Das Technikum ist ein Teil von zwei Anbauten, die den Gottenheimer Firmensitz um fast 50 Prozent vergrößern werden. Immerhin rund 2500 Quadratmeter neue Nutzfläche sollen so bis November neu entstehen, die Investitionen liegen bei rund vier Millionen Euro.

Gegründet wurde "AHP Merkle" 1973 von Gerhard Merkle in einer Garage in Gundelfingen. Von Anfang an entwickelt, konzipiert und baut die Firma Hydraulikzylinder für die Industrie. 1981 folgte der Umzug ins Gewerbegebiet Hugstetten, wo sich die Produktion am Ende auf drei kleine Hallen verteilte, die nicht mehr genügend Platz für die weitere Entwicklung der Firma boten. 2008 begann dann der Bau des rund 6000 Quadratmeter großen Firmensitzes in Gottenheim, wo zwei Jahre später 100 Mitarbeiter einziehen konnten. Heute arbeiten knapp 150 Menschen für Merkle, darunter 27 Auszubildende.

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Man habe gemäß dem Firmenlogo in den zurückliegenden Jahren viel bewegt und seit 2010 den Umsatz fast verdoppelt. Daher sei die Erweiterung nun unerlässlich, betonte Geschäftsführer Christen Merkle, der besonders seinen Mitarbeitern und allen am Bau beteiligten Danke sagte. Neu ist die Logistik mit einer Verpackungsstraße, ein hochmodernes Prüflabor, ein Kino als Hausmesse und eine neue Kantine für die Mitarbeiter. Die freiwerdenden Flächen in der bisherigen Produktionshalle sollen für ein neues Kommissionierungslager genutzt werden, das bestehende Hochregallager wurde verdoppelt und im November soll ein neues Ausbildungszentrum in Betrieb genommen werden.

Neu ist auch eine Roboter-geführte Hochleistungssäge fürs Rohmaterial. Kernstück der Erweiterung ist jedoch das Technikum, in dem Kunden und Anwender ab dem kommenden Frühjahr Workshops und Schulungen rund um das Thema Hydraulikzylinder angeboten werden. Es soll aber auch ein Ort für Begegnung, Erfahrungsaustausch und eine Plattform für externe Veranstaltungen werden.

Weiteres Wachstum im In- und Ausland

Er sei dankbar für die Zusammenarbeit mit seinem Sohn Christen und freue sich über das Wachstum, gerade im Ausland, betonte Gerhard Merkle in seinen Grußworten. Zur Feier waren eigens auch neue Partner von AHP Merkle aus China und Japan gekommen. Gottenheim sei stolz auf die Firma, aber auch auf das soziale Engagement der Familie, erklärte Bürgermeister Christian Riesterer. Bodenständigkeit, Menschlichkeit und Respekt seien hier die Grundlage für den Erfolg. Hier sei etwas Unglaubliches entstanden, meinte auch Wirtschaftsförderer Lutz Dierks vom Landratsamt und Architekt Klaus Wehrle lobte die "famose unternehmerische Leistung", Christen Merkle sei ein "moderner Marco Polo". Für die Mitarbeiter dankten Paul Gutmann und Günther Reich, die für den Baufortschritt verantwortlich waren. Dass der ganze Ort von Merkle profitiere, meinte Frank Braun vom Gewerbeverein und von einer verlässlichen Partnerschaft mit den Finanzierern sprach Guy Selbherr von der MBG aus Stuttgart.

Das Schlusswort des offiziellen Teils der Eröffnung hatte der Freiburger Gastro-Unternehmer Horst Zahner, der sich gemeinsam mit Renate Merkle im Freiburger Essenstreff engagiert. Er betonte, dass man auch und gerade in Zeiten des Erfolges an die sozial schwachen und am Rande stehenden Menschen denken müsse. Und man müsse auch was tun, ist Zahner überzeugt: "Ein Gebet ohne Tat ist wie Seife ohne Wasser". Genau in diesem Sinne handle die Familie Merkle und die Renate Merkle-Stiftung.

Im Anschluss an den Empfang wurden die Besucher von Mitarbeitern durch den Betrieb geführt, danach gab es noch ein Abendessen in der ebenfalls neu gebauten Kantine. Dazu steuerte die von der Familie Merkle seit Jahren unterstützte ukrainische Folkloregruppe "Tscherwona Ruda" Tanz- und Gesangsbeiträge bei.

Autor: Mario Schöneberg