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04. Juli 2017

Atomreaktor wird noch teurer

Hinkley Point kostet 1,7 Milliarden Euro mehr.

PARIS (AFP). Das britische Atomkraftwerk Hinkley Point wird voraussichtlich 1,5 Milliarden Pfund (1,7 Milliarden Euro) teurer als geplant. Die Bauzeit könne sich zudem um mehr als ein Jahr verlängern, warnte am Montag der französische Stromkonzern EdF, der das Kraftwerk mit Beteiligung des chinesischen Staatsunternehmens CGN bauen will. Es ist der erste Reaktorneubau in Großbritannien seit rund zwei Jahrzehnten. Die britische Regierung gab erst nach Zögern und der Festlegung neuer Auflagen grünes Licht.

Die Endkosten würden schätzungsweise von bisher rund 18 Milliarden Pfund auf 19,6 Milliarden Pfund steigen, teilte EdF am Montag mit. Die Kostensteigerung ergebe sich unter anderem aus einer Neubewertung des Reaktordesigns sowie des Umfangs der Bauarbeiten. Weiter hieß es, dass sich die Lieferung des ersten Reaktors um 15 Monate, die des zweiten um neun Monate verzögern könnte. In diesem Fall könnten die Kosten um nochmals 700 Millionen Pfund steigen.

In Hinkley Point sollen Druckwasserreaktoren vom Typ EPR gebaut werden - in Frankreich und in Finnland sind die Baukosten für diesen neuen Reaktortyp auch aufgrund immer neuer Verzögerungen explodiert. Die Bauarbeiten in Hinkley Point hatten im März begonnen, die Konstruktion des ersten Reaktors ist ab Mitte 2019 vorgesehen. Ans Netz gehen soll das britische Atomkraftwerk nach bisherigen Plänen 2025 und künftig sieben Prozent des britischen Strombedarfs abdecken. EdF erhielt von der britischen Regierung eine Strompreisgarantie für 35 Jahre nach Inbetriebnahme. Eine Klage dagegen wurde vom Gericht der Europäischen Union abgewiesen.

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Der britische Rechnungshof hatte die Strompreisgarantie vor einigen Tagen scharf kritisiert. Die britische Regierung habe die Stromverbraucher damit "in ein riskantes und teures Projekt eingesperrt" mit ungewissem strategischen und wirtschaftlichen Ausgang. Umweltgruppen protestieren seit Jahren gegen das Projekt und fordern, stattdessen auf erneuerbare Energien zu setzen.

Autor: afp