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02. September 2010

Azubis in Hotels fühlen sich ausgenutzt

Die Unzufriedenheit mit der Ausbildung ist laut DGB im Gaststättengewerbe am höchsten.

  1. Hat weiter ein schlechtes Image: die Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe. Foto: DPA

BERLIN (AFP). Die Betriebe im Hotel- und Gaststättenbereich haben offenbar noch immer keine Konsequenzen aus ihrem schlechten Image als Ausbildungsstätten gezogen. Wie im Vorjahr lagen die Ausbildungen zu Hotel- oder Restaurantfachkräften auf den letzten beiden Plätzen des am Mittwoch in Berlin vorgestellten Ausbildungsreports des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Auch die Lehre im Lebensmittelhandwerk wird von den Azubis unverändert als negativ erlebt – während die Lehren zum Industriemechaniker und zu Bankkaufleuten wie bereits 2009 die Spitzenplätze erreichten.

Der DGB verglich die Ausbildungssituation in den 25 am häufigsten gewählten Lehrberufen. Das Ranking beruht auf einer repräsentativen Befragung von 7317 Azubis. In den Hotels und Gaststätten beklagen die Azubis demnach harte Arbeit, permanente Überstunden, einen oft rauen Umgangston und das Gefühl, als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden. So müssten etwa zwei Drittel der Azubis in diesen Branchen regelmäßig Überstunden machen.

Laut DGB könnte sich die Lage noch weiter verschlechtern. Pläne der Bundesregierung für Lockerungen im Jugendarbeitsschutzgesetz dürften nach Einschätzung des Gewerkschaftsbundes dazu führen, dass minderjährige Azubis im Hotel- und Gaststättengewerbe auch in den Nachtstunden arbeiten müssen.

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Ganz anders dagegen das Bild in den beliebtesten Ausbildungsberufen: So erreichte die Lehre zum Industriemechaniker außer bei der Vergütung überall die besten Bewertungen. Dort gibt es der Studie zufolge die besten Ausbildungszeiten, fachliche Anleitungen, Ausbildungsinhalte und persönliche Beurteilungen. Die zweitplatzierten Bankkaufleute bewerten vor allem ihre Ausbildungsinhalte und ihre Vergütung als sehr gut. Die angehenden Industriekaufleute waren außer mit ihrer fachlichen Anleitung durchweg mit der Lehre zufrieden, weshalb diese vom vierten auf den dritten Platz kletterte.

Der größte Aufsteiger im Ranking ist die Lehre zum Anlagenmechaniker, die vom 22. auf den zwölften Rang vorstieß – hier bewerteten die Azubis alle Felder besser als im Vorjahr. Größter Absteiger ist das Maler- und Lackiererhandwerk, das von Platz 13 auf 22 abstürzte. Die Azubis gaben ihren Lehrherren hier durchweg in allen Bereichen schlechtere Noten. Erneut spielte laut DGB die Firmengröße bei der Bewertung der Qualität eine wichtige Rolle: Großbetriebe werden demnach deutlich besser bewertet als kleine Firmen.

Autor: afp