Chemieindustrie

BASF streicht 350 Stellen in Basel und Schweizerhalle

Michael Baas

Von Michael Baas

Di, 23. April 2013 um 19:44 Uhr

Wirtschaft

BASF baut an den Standorten Basel und Schweizerhalle bis Ende 2015 weitere 350 Stellen ab. Damit trägt die Region den Großteil eines auf weltweit 500 Stellen bezifferten Arbeitsplatzabbaus in der Spezialchemiesparte.

Betroffen sind Managementfunktionen in zwei Geschäftseinheiten, lokale Servicefunktionen sowie das im Zuge der Ciba-Übernahme 2008/2009 als Bekenntnis zum Standort Basel eingerichtete Forschungszentrum. Parallel prüft der Konzern auch den Verkauf des früheren Hauptsitzes der Ciba im Klybeck-Areal am Rhein im Basler Norden, wo derzeit noch Büros und Labors untergebracht sind. Nicht betroffen sind die Produktionsstandorte Grenzach-Wyhlen, Hüningen und Kaisten mit zusammen 830 Arbeitsplätzen.

Seit BASF die Ciba vor gut vier Jahren übernommen hat, wurden im Großraum Basel wiederholt Stellen abgebaut. Allein in Basel und Schweizerhalle wurden von 2009 bis Ende 2010 rund 600 Arbeitsplätze gestrichen; auch das Werk in Grenzach-Wyhlen schrumpfte von bis zu 900 Mitarbeitenden in Ciba-Tagen auf derzeit noch 300. In Basel und Schweizerhalle beschäftigte BASF Ende 2012 zusammen noch rund 1150 Personen. Mit der neuerlichen Umstrukturierung verliert dort nochmals fast jeder Dritte den Arbeitsplatz. Das soll so sozialverträglich wie möglich geschehen, kündigt BASF an. "Wir sind bestrebt, für Betroffene Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen BASF-Gesellschaften zu finden", lässt Andreas Dür, Geschäftsführer der BASF Schweiz, per Mitteilung wissen.

Begründet wird die neuerliche Anpassung mit Veränderungen der Geschäfte mit Kunststoffadditiven und Pigmenten, die unter anderem für Lacke der Autoindustrie verwendet werden. Die zunehmende Standardisierung einzelner Produktgruppen sowie neue Wettbewerber, vor allem aus Asien, erzeugten Handlungsdruck, schildert der Basler Konzernsprecher Franz Kuntz die Situation. Ziel sei es, die Geschäfte "an die Marktbedingungen anzupassen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken". Die betroffenen Managementfunktionen werden nun vor allem am Konzernsitz Ludwigshafen gebündelt und zum Teil auch in Hongkong. Die Entwicklungs- und Anwendungstechnik solle näher bei der Produktion angesiedelt werden.

In Folge müsse auch das Forschungszentrum Basel verkleinert werden. Dort sollen sich künftig noch 270 Mitarbeitende auf "zukunftsorientierte Wachstumsfelder" konzentrieren, erläutert Kuntz – zum Beispiel auf organische Leuchtdioden. Gleichwohl stehe der BASF-Sitz nicht zur Disposition. Es sei klar, dass der Konzern im Raum Basel präsent und dort das Hauptquartier für die Schweiz bleiben werde. Bestand habe in jedem Fall auch der globale Unternehmensbereich Papierchemie, dessen Hauptsitz Basel ist.

Rückblick: