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09. Februar 2010 00:05 Uhr

Verkauf

Die Basler Zeitung hat einen neuen Eigner

Die Basler Zeitung wechselt den Eigentümer. Die Verlegerfamilie Hagemann und die Minderheitsaktionärin Publigroupe geben ihre Anteile an den Basler Zeitung Medien ab.

  1. Die Basler Zeitung hat einen neuen Eigentümer. Foto: Daniel Gramespacher

BASEL. Käufer sind der Tessiner Unternehmer Tito Tettamanti und der Basler Medienanwalt Martin Wagner. Die BaZ, das Flaggschiff der Unternehmensgruppe mit 14 Tochterfirmen und 1200 Mitarbeitern, soll als eigenständige Tageszeitung für die Region Basel erhalten bleiben. Matthias Geering bleibt Chefredakteur.

Gerüchte über Verkaufsabsichten kursierten seit geraumer Zeit. 2008/09 schrieb die Zeitungsgruppe einen Verlust in Höhe von zwölf Millionen Franken. Seit Herbst sei man auf Käufersuche gewesen, berichtete der bisherige Verleger Matthias Hagemann am Montag in Basel. Der Verkauf nach 59 Jahren in Familienhand sei ihm nicht leicht gefallen. Familienaktionäre könnten aber nicht das notwendige Kapital aufbringen, um im Strukturwandel zu bestehen, begründete er den Schritt. Vor allem im Internet sieht Hagemann eine ernsthafte Gefahr für das Geschäftsmodell einer regionalen Tageszeitung. Inserate wanderten ins Netz ab. Gratisblätter kämen hinzu.

Dass beim Verkauf nun keiner der beiden großen Zürcher Medienkonzerne – NZZ-Gruppe und Tamedia – zum Zug kam, überrascht Marktbeobachter etwas. Ausschlaggebend sei gewesen, dass die neuen Eigentümer die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der BaZ sichern wollten, erklärte Hagemann. Wagner will mit seinem Engagement denn auch ein Zeichen gegen die Medienkonzentration setzen. Der Anwalt, der jahrelang die BZM juristisch vertreten hat, wird Präsident des Verwaltungsrats und tritt damit als neuer Verleger auf. Er hält 25 Prozent der Anteile. Zwar müssten die BZM Gewinn erwirtschaften, ein weiterer Stellenabbau sei aber nicht vorgesehen, versicherte der Rechtsanwalt. Offenbar eher im Hintergrund hält sich Financier Tettamanti, der 75 Prozent der Aktien übernommen hat. Der Tessiner, dessen Vermögen auf 400 Millionen Euro geschätzt wird und der als rechtskonservativ gilt, war auch an der gestrigen Pressekonferenz nicht anwesend.

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Autor: Daniel Gramespacher