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30. Juni 2011 20:27 Uhr

Bilanz

E-Werk Mittelbaden: 14 Millionen in erneuerbare Energien investiert

Von der anziehenden Konjunktur profitiert auch der in Lahr ansässige Stromversorger E-Werk Mittelbaden. Der hat zuletzt Millionen in erneuerbare Energien investiert – doch bewertet der Vorstand den Alleingang der Deutschen beim Atomausstieg skeptisch.

  1. Sonne, Wasser und Wind werden beim EWM zunehmend zur Stromerzeugung eingesetzt. Foto: CHR. BREITHAUPT

LAHR. Von der anziehenden Konjunktur profitiert auch der in Lahr ansässige Stromversorger E-Werk Mittelbaden (EWM). Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um über 20 Millionen auf 242 Millionen Euro, der Jahresüberschuss von 11,1 auf zwölf Millionen Euro. In der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag führte EWM-Vorstand Helmut Nitschke die positiven Zahlen auch auf das gewachsene Dienstleistungsangebot des Unternehmens im netznahen Bereich zurück.

Klarer Schwerpunkt bei den Investitionen war im vergangenen Jahr der Bereich der regenerativen Stromerzeugung, die von Nitschke seit 2005 vorangetrieben wird. Mit 21,8 Millionen Euro wurde der Vorjahreswert bei den Investitionen nahezu verdoppelt. Rund 14 Millionen Euro flossen in den Ausbau von Wasserkraftwerken, Offshore-Windparks und den Bau von Photovoltaik-Anlagen.
Nachdem die Bundesregierung mit der Laufzeitverlängerung den Atomkonsens im vergangenen Jahr aufgekündigt hatte, hatte das EWM seine geplante Beteiligung am umstrittenen Kohlekraftwerk in Brunsbüttel aufgegeben und Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro in erneuerbare Energien bekannt gegeben. Ob er diesen Schritt nach dem Beschluss zur Energiewende noch einmal gehen würde? Nitschke beantwortete die Frage mit einem Nein. Aus Gründen der Versorgungssicherheit seien auch neue Kohlekraftwerke nötig.

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Grundsätzlich sei die Bundesregierung auf dem richtigen Weg. Allerdings sei er skeptisch, ob ein deutscher Alleingang in der Energiepolitik in diesem Tempo finanziell machbar ist – ganz abgesehen davon, dass der deutsche Verzicht bei derzeit 440 Atomkraftwerken weltweit, und 50 weiteren, die bis 2020 geplant sind, marginal sei: "Schaffen wir’s, sind wir weltweit Vorreiter bei der Technologie erneuerbarer Energien."

Offen ließen Nitschke und die Aufsichtsratsvorsitzende Edith Schreiner Fragen zu möglichen strategischen Veränderungen, die mit den neuen Eigentumsverhältnissen beim Hauptanteilseigner EnBW ins Haus stehen könnten.

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Autor: Manfred Dürbeck