Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
06. März 2010 16:37 Uhr
Wirtschaft
Ein Fünftel weniger Lohn für Frauen
In Europa verdienen Frauen fast ein Fünftel weniger als ihre männlichen Kollegen, in Deutschland ist die Differenz noch größer. Das will die EU-Kommission jetzt ändern.
BRÜSSEL. Die Kommission will berufstätigen Frauen in Europa zum gleichen Lohn wie Männer verhelfen. Notfalls sollen Unternehmen mit Strafgeldern dazu gezwungen werden. Das kündigte EU-Justizkommissarin Viviane Reding am Freitag an.
Im Schnitt verdienten Frauen 18 Prozent weniger. Dieser Unterschied sei in den vergangenen 15 Jahren kaum geschrumpft, sondern in einigen Ländern noch gewachsen. So wird die Lohnlücke in Deutschland größer: Der Bruttoverdienst der Frauen lag 2008 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Schnitt 23,2 Prozent unter dem von Männern. 2007 lag die Differenz bei 23,0 Prozent, 2006 betrug sie 22,7 Prozent.
"Gleichberechtigung ist kein Luxus, sondern stärkt die Wirtschaftskraft", sagte die Kommissarin. Wenn gut ausgebildete Frauen nur in Teilzeit oder in schlecht bezahlten Jobs arbeiteten, gehe Produktivität verloren.
Frauen seien inzwischen mindestens so gut ausgebildet wie Männer, sagt die Kommissarin. Bis zum Frühherbst will sie detaillierte Vorschläge unterbreiten: zum Beispiel, dass Unternehmen die Lohnstruktur öffentlich machen müssen, und härtere Strafen, wenn ein Unternehmen männliche Bewerber und Mitarbeiter bevorzugt.
Werbung
In Ländern, wo nur wenige Frauen berufstätig sind wie Malta, Italien, Griechenland oder Polen, ist die Lohndifferenz deutlich geringer als in Ländern wie Irland, wo Frauen hauptsächlich in schlecht bezahlten Berufen arbeiten oder in Deutschland, wo ein großer Teil der Frauen Teilzeit arbeitet.
Autor: dpa/wein
