Europa

Einkauf mit Kreditkarten soll billiger werden

dpa

Von dpa

Fr, 04. April 2014 um 07:25 Uhr

Wirtschaft

Die EU will die Gebühren für den Einsatz von Kredit- und EC-Karten deckeln. Zudem machten sie sich für die Netzneutralität stark. Für Internetnutzer bedeutet das, dass alle Angebote im Netz ähnlich gut funktionieren müssen.

Geringere Gebühren
Die Gebührendeckelung für Kreditkarten würde vor allem Anbieter wie Visa oder Mastercard treffen. Die Pläne werden aber nur Gesetz, wenn das Parlament mit den EU-Staaten einen Kompromiss findet. Die Gespräche sollen im Sommer nach den Europawahlen starten.

Dabei geht es um die Verarbeitungsgebühren, die Banken untereinander festlegen und von den Einzelhändlern verlangen, wenn Kunden beim Einkauf mit Karte zahlen (Interbankenentgelt). Laut EU-Kommission summiert sich dies auf zehn Milliarden Euro pro Jahr. Die Händler schlagen die Summen zumeist auf die Preise auf. Künftig sollen diese Gebühren bei Kreditkarten noch maximal 0,3 Prozent des Kaufpreises betragen dürfen; bei EC-Karten 0,2 Prozent oder 7 Cent (je nachdem, welcher Betrag niedriger ist). Die Obergrenzen würden sowohl für grenzüberschreitende als auch für nationale Zahlungen gelten. Die Abgeordneten gehen davon aus, dass die Preise für Verbraucher sinken werden. Die Kreditkartenbranche läuft Sturm gegen die Pläne und droht damit, zum Ausgleich von den Verbrauchern höhere Jahresgebühren für Kreditkarten zu verlangen. Dann gingen die Pläne auf Kosten der Kunden.

Gleichbehandlung im Netz
Das Europaparlament tritt mit Nachdruck für die Gleichbehandlung von Inhalten im Internet ein. Internetanbieter dürfen einzelne Dienste nicht zum Schaden anderer Angebote bevorzugen. Die Abgeordneten gingen mit ihrem Votum in Brüssel über Vorschläge der EU-Kommission hinaus. Sie forderten strengere Vorgaben zur Netzneutralität. Im Kern geht es um die Frage, ob Anbieter bestimmte Datenpakete schneller durchleiten dürfen – ob sie also etwa eigene Videoangebote gegenüber anderen Diensten im Internet bevorzugen dürften. Gegner befürchteten, dass damit ein Zwei-Klassen-Netz unterschiedlich schneller Dienste entstehen könnte. Bis zu einer endgültigen Entscheidung der EU dürfte es noch Monate dauern. Das Vorhaben benötigt auch die Zustimmung der EU-Staaten.