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18. Mai 2010 12:37 Uhr

Bilanzpressekonferenz

Endress + Hauser rechnet mit keinem neuen Boom

Die Jobmaschine schaltet einen Gang zurück, rechnet aber mit einem guten Jahr 2010: Der Messtechnikspezialist Endress + Hauser rechnet für 2010 mit einem deutlichen Umsatzwachstum.

Weiterarbeiten wie bisher? Den ersten Umsatzrückgang in der 57-jährigen Firmengeschichte als einmaligen Ausrutscher abhacken, zumal der Umsatz in den ersten vier Monaten des neuen Jahres wieder kräftig gestiegen ist? Mit dem Chef des Messtechnikherstellers E+H, Klaus Endress, ist das nicht zu machen. Stattdessen haben sich er, seine Führungsmannschaft, Mitglieder der Familie Endress und Mitarbeiter zusammengesetzt. Das Ergebnis: die Strategie 2015. Ihre Eckpunkte stellte E+H-Vizechef Michael Ziesemer am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Basel vor.

"Kein dynamisches Wachstum der Beschäftigung"

Mit einer raschen Rückkehr der Boomzeiten vor dem Kollaps der Lehman-Bank 2008 rechnet bei den E+H-Verantwortlichen niemand. "Wir gehen von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von sechs Prozent aus – zwei Prozentpunkte weniger als bisher", sagte Ziesemer.

Große Zuwächse sieht man in der E+H-Zentrale in Reinach bei Basel vor allem in Asien, im Nahen Osten, Lateinamerika und Afrika. "In Europa und Nordamerika kommt es darauf an, unsere traditionell starke Position in einem immer härter werdenden Wettbewerb zu verteidigen", fügte Ziesemer hinzu.

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Die Jobmaschine, die E+H lange für das Dreiländereck war, schaltet einen Gang zurück. Allein zwischen 2004 und 2008 entstanden mehr als 775 zusätzliche Arbeitsplätze bei E+H in der Region. Zwar will das Unternehmen jetzt wieder gezielt neue Stellen aufbauen, "doch es wird kein dynamisches Wachstum der Beschäftigung geben", lautet die Einschätzung des E+H-Vizechefs.

"Forschung und Entwicklung werden weiterhin in der Region beheimatet sein" Matthias Altendorf
An Bewährtem will E+H jedoch nicht rütteln: "Forschung und Entwicklung werden weiterhin in der Region beheimatet sein", sagte Matthias Altendorf, E+H-Innovations-Vorstand. Auch von der Massenfertigung wird sich E+H fernhalten. Lieber kleine Losgrößen und Produkte, die genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sind. Ziesemer sieht E+H als Profiteur von Megatrends: Ob Umwelt-, Biotechnik oder Energieeffizienz – E+H-Messgeräte würden gebraucht, um Produktionsprozesse zu überwachen, zu steuern und zu automatisieren.

Hinter dem Unternehmen liegt eines der schwierigsten Jahre der Firmengeschichte, sagte Klaus Endress. Der Umsatz ging um 9,5 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern sank um 40,7 Prozent auf 83,2 Millionen Euro. Trotz der Rückgänge bei Umsatz und Ertrag steigerte E+H die Eigenkapitalquote um 3,6 Prozentpunkte auf 64,9 Prozent.

Für das laufende Jahr erwartet E+H-Finanzchef Fernando Fuenzalida ein Umsatzplus in Höhe von zehn Prozent – vorausgesetzt die günstige Entwicklung der ersten Monate setzt sich fort. Die Beschäftigung hielt E+H nahezu stabil. Weltweit ging die Zahl der Mitarbeiter um 15 auf 8419 zurück.

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Autor: Bernd Kramer