Grenzach hat wenig vom BASF-Rekord

Ralf Dorweiler und dpa

Von Ralf Dorweiler & dpa

Sa, 25. Februar 2012

Wirtschaft

Während der Konzern Bestmarken einfährt, geht der Stellenabbau in Südbaden weiter.

LUDWIGSHAFEN/GRENZACH. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat 2011 so viel Gewinn gemacht wie nie. Der Konzernüberschuss legte um mehr als ein Drittel auf 6,2 Milliarden Euro zu, sagte Vorstandschef Kurt Bock während der Vorlage der Jahreszahlen. Der Umsatz stieg um gut 15 Prozent auf den neuen Bestwert von 73,5 Milliarden Euro. Das einzige badische Werk in Grenzach-Wyhlen jedoch hat wenig von den Rekorden.

Bock ging nach der Vorstellung der Konzernbilanz kurz auf die Lage des Werks im Landkreis Lörrach ein. Die Zukäufe der Düsseldorfer Cognis und der Schweizer Ciba, zu der das Grenzacher Werk bis zum Jahr 2009 gehörte, hätten wettbewerbsfähige Produkte in den Konzern gebracht. Die Zentralisierung solcher Arbeitsfelder in Ludwigshafen habe gezeigt, dass diese gewinnbringend betrieben werden könnten, sagte Bock.

Heiko Wodarkiewicz, der Betriebsratschef des BASF-Werks in Grenzach, sagte dazu auf Anfrage, dass vor allem gewinnbringende Produkte aus dem Werk Grenzach ausgegliedert worden seien. Zum Zeitpunkt der Übernahme arbeiteten 900 Menschen im südbadischen Werk, das zum Cluster Basel gehört. Bis Ende des Jahres soll der Abbau von mehr als 700 Stellen abgeschlossen sein. 186 volle Stellen wird es dann in Grenzach noch geben.

Der Konzern hatte 2011 allen betroffenen Mitarbeitern ein Angebot gemacht, an anderen Standorten übernommen zu werden, vornehmlich am Stammsitz im Ludwigshafen. Allerdings sind erst etwa 20 Mitarbeiter in die Pfalz gewechselt, einige befänden sich noch in Verhandlungen. Wegen der am Hochrhein guten Konjunktur sind einige Fachkräfte zu anderen Arbeitgebern in der Region gewechselt.

32 000 Mitarbeiter am Stammsitz in Ludwigshafen können sich nach dem sehr guten Jahr über insgesamt 300 Millionen Euro an Prämien freuen. Das sind 30 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Grenzacher Betriebsrat verhandelt derzeit mit dem Vorstand, die verbliebenen Mitarbeiter in der Region wenigstens von 2012 an am Erfolg zu beteiligen.