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13. Januar 2010 15:20 Uhr

Zoff um die Reklame

Ist die badische Weinwerbung am Ende?

"Von der Sonne verwöhnt" – so werben Badens Winzer gemeinsam für ihren Wein. Doch die Reklameaktion steht vor dem Aus. Sechs Markgräfler Winzergenossenschaften wollen nicht mehr.

  1. Das Sonnenmännchen als Werbeträger des badischen Weins hat schon bessere Tage gesehen. Foto: Rix

Die gemeinsame badische Weinwerbung wird seit einem Jahr gemeinsam von 35 Winzergenossenschaften und rund 100 Weingütern und Weinkellereien getragen. Sechs Markgräfler Winzergenossenschaften wollen jetzt nicht länger akzeptieren, dass große Genossenschaften wie die Bezirkskellerei Markgräflerland in Efringen-Kirchen, der Winzerkeller Wiesloch und die WG Bötzingen keinen Cent in den Topf der Gemeinschaftswerbung einzahlen.

Noch vor gut einem Jahr wurde gefeiert. Nach jahrelangen Querelen hatten sich Winzergenossenschaften, Weingutsbesitzer und Weinkellereien endlich geeinigt und zum 1. Januar 2009 die Badische Wein GmbH gegründet. Der Start verlief vielversprechend und das badische Modell, das auf einer freiwilligen Mitgliedschaft beruht, wurde in anderen deutschen Weinbaugebieten neidisch betrachtet.

UNEINIGKEIT GEHT VON DEN GENOSSENSCHAFTEN AUS

Doch hinter den Kulissen rumorte es kräftig. Waren es früher die Weingüter, denen Uneinigkeit und mangelnde Solidarität vorgeworfen wurde, so sind es jetzt die Winzergenossenschaften. Denn die Bezirkskellerei Markgräflerland in Efringen-Kirchen und die Winzergenossenschaften aus Wiesloch, Bötzingen, Gengenbach, Haltingen, Wasenweiler, Bickensohl, Beckstein und Pfaffenweiler machten nicht mit und ließen die anderen für sich werben.

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Dies wollen die sechs Markgräfler Winzergenossenschaften aus Wolfenweiler, Staufen, Britzingen, Auggen, Ehrenstetten und Schliengen nicht länger akzeptieren. Sie kündigten ihre Mitgliedschaft, "um ein klares Zeichen zu setzen und die Abtrünnigen zur Umkehr zu bewegen", wie Roland Leininger am Dienstag in der Bereichsversammlung des Badischen Weinbauverbandes für den Kaiserstuhl in Bötzingen erklärte. Leininger ist Sprecher aller in der Badischen Wein GmbH vertretenen Winzergenossenschaften und sieht das Ende der Organisation nahen, "wenn nicht endlich in allen Betrieben die Vernunft einkehrt".

Die neuen Kündigungen werden zum 31. Dezember 2011 wirksam. "Wenn bis dahin keine Einigkeit da ist, wird es die badische Weinwerbung nicht mehr geben und der Markt wird für alle noch schwieriger", ist Leininger überzeugt. Vor allem die drei großen Genossenschaften aus Efringen-Kirchen, Wiesloch und Bötzingen müssten ihre Haltung überdenken. Denn statt drei Cent je Liter Wein in den gemeinsamen Werbetopf von rund 2,5 Millionen Euro zu zahlen, überweisen sie das Geld lieber ihren Winzern, was die anderen als Wettbewerbsverzerrung ansehen.

Die sechs Markgräfler Betriebe, die jetzt gekündigt haben, ärgert vor allem, dass die größte Winzergenossenschaft des Markgräflerlandes, die Bezirkskellerei Efringen-Kirchen, außen vor ist. Deren Geschäftsführer Gerhard Rüdlin war viele Jahre Vorsitzender der alten badischen Weinwerbung und hatte in dieser Zeit stets selbst für Solidarität geworben.

Autor: Gerold Zink