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dpa

Von dpa

Do, 22. November 2018

Wirtschaft

Ghosn bleibt in Haft — Berufung gegen Urteil — Gewinnwarnung — Weniger Atomstrom — Prüfung verlängert — Weniger Wachstum

RENAULT-NISSAN

Ghosn bleibt in Haft

Nach seiner Verhaftung in Japan wegen einer vermuteten Finanzaffäre soll der Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn zunächst für zehn weitere Tage festgehalten werden. Das entschied ein Bezirksgericht in Tokio am Mittwoch. In Paris trafen sich der französische und der japanische Wirtschaftsminister, um über den Vorgang zu beraten.

BAYER UND GLYPHOSAT

Berufung gegen Urteil

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat wie angekündigt gegen die millionenschwere Verurteilung im Glyphosat-Prozess in den USA Berufung eingelegt. Der Kläger im ersten Glyphosat-Prozess, Dewayne Johnson, führt seinen Lymphdrüsenkrebs auf seinen Umgang mit dem Unkrautvernichter zurück. Ursprünglich hatte eine Geschworenen-Jury Johnson 253 Millionen Euro zugesprochen. Die zuständige Richterin reduzierte die Summe, gab dem Antrag Bayers auf einen neuen Prozess aber nicht statt.

ENERGIEDIENST

Gewinnwarnung

Der Laufenburger Energieversorger Energiedienst macht im zweiten Halbjahr 2018 weniger Gewinn. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Wegen der Trockenheit produzierten die Wasserkraftwerke, in denen Energiedienst seinen Strom erzeugt, viel weniger Strom als geplant. Auch habe der Kapitalmarkt sich schlecht entwickelt, was die Vorsorge für Betriebsrenten verteuert. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen werde deutlich unter dem Vorjahreswert von 35 Millionen Euro liegen, hieß es. Geplant war für 2018 ein Ebit zwischen 40 und 50 Millionen Euro.

FRANKREICH

Weniger Atomstrom

Frankreich könnte bis zum Jahr 2035 fast jeden vierten Atomreaktor im Land abschalten. Umweltminister François de Rugy sagte am Mittwoch dem Sender France Inter, es gebe drei verschiedene Szenarien für den Teilausstieg. Das vom Umweltministerium bevorzugte Szenario sieht vor, bis 2035 insgesamt 14 der derzeit 58 französischen Reaktoren abzuschalten. Eingerechnet sind die zwei Reaktoren des Atomkraftwerks Fessenheim, deren Schließung Macrons Regierung bis 2022 zugesagt hat. In einem zweiten Szenario könnten ebenfalls 14 Reaktoren heruntergefahren werden – allerdings alle außer Fessenheim erst nach 2028. Der vom französischen Wirtschaftsministerium favorisierte Plan sieht hingegen vor, nach 2028 lediglich neun Reaktoren abzuschalten und bis 2040 vier neue Druckwasserreaktoren zu bauen.

SIEMENS-ALSTOM

Prüfung verlängert

Die EU-Kommission benötigt mehr Zeit, um die geplante Fusion der Zugsparten von Siemens und Alstom zu prüfen. Sie teilte mit, bis zum 28. Januar 2019 eine Entscheidung treffen zu wollen. Ursprünglich lief die Frist am gestrigen Mittwoch ab. Die Kommission fürchtet um den Wettbewerb in der Bahnindustrie, wenn sich die beiden größten europäischen Anbieter zusammenschließen.

OECD

Weniger Wachstum

In Deutschland dürfte der wirtschaftliche Aufschwung in den kommenden Jahren spürbar an Kraft verlieren. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rechnet in diesem und im kommenden Jahr nur noch mit einem Wachstum von jeweils 1,6 Prozent. Im September war sie noch von 1,9 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent ausgegangen.