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23. Februar 2012
Teurer Treibstoff
Was den Spritpreis treibt
Vor allem, aber nicht nur der Konflikt mit dem Iran belastet deutsche Autofahrer, sagen Experten.
BRÜSSEL (AFP/dpa/BZ). Die Spritpreise sind oben, dann muss eben die Pendlerpauschale rauf. 40 statt 30 Cent je Kilometer fordern ADAC und Steuerzahlerbund. Die Regierung lehnt das ab. Jenseits der politischen Debatte – warum kostet der Sprit, was er kostet?
Wichtiger Grund ist der Atomstreit mit dem Iran. Die EU hat das Land mit einem von Juli geltenden Ölembargo belegt. Der Iran drohte daraufhin, seinerseits die Öllieferungen früher einzustellen. "Das ist der Nervositätsfaktor auf den Märkten", urteilt Kirsten Westphal von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Zwar könnten andere Länder wie Saudi-Arabien einspringen. Aber auch dann müsste das Öl durch die Wasserstraße von Hormus verschifft werden, die an den Iran grenzt.Hinzu kommt der Kurs des Dollars. Rohölkäufe werden in Dollar abgewickelt. Letztlich bezahlt werden die Endprodukte in Europa mit Euro. Derzeit ist der Euro vergleichsweise schwach. Es müssen für den Dollar und damit für das Öl viele Euro hingeblättert werden.
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Die jüngste Kältewelle in Europa spielt eine Rolle, sagt der Essener Professor für Energiewirtschaft, Christoph Weber. Raffinerien können zwischen der Herstellung verschiedener Produkte wechseln, etwa Benzin und Heizöl. Die verstärkte Nachfrage nach Heizöl kann das Angebot an Benzin verknappen.
Wichtig sind die Steuern. Die Hauptsteuer bei den Kraftstoffen ist die Energiesteuer, in der die sogenannte Ökosteuer enthalten ist. Die Energiesteuer ist fix und beträgt für den Liter Benzin 65,45 Cent, für den Liter Diesel 47,04 Cent. Sie wurde seit 2003 nicht mehr erhöht. Hinzu kommt die 19-prozentige Umsatzsteuer, die auf die jeweiligen Kraftstoffpreise samt Energiesteuer aufgeschlagen wird.
Auch wenn die Weltwirtschaft nicht floriert: Allein die Aussicht auf mehr Wachstum treibt die Preise. Der Essener Professor Weber meint, dass sich die Ölförderer folgende Frage stellten: "Fördere ich das Öl jetzt oder lasse ich es im Boden, bis die Preise in einigen Jahren noch höher sind?" Und Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung urteilt: "Aufgrund der kriselnden Wirtschaftslage tendieren Investoren verstärkt dazu, in Rohstoffe wie Öl zu investieren."
Autor: dpa
