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02. Februar 2012
Der südbadische Autohandel strahlt Zuversicht aus
Dank der Firmenkunden ist das Jahr 2011 hervorragend gelaufen – auch für 2012 ist die Branche guten Mutes.
FREIBURG. Das vergangene Jahr ist für den Autohandel gut gelaufen, das neue hat gut angefangen – mit dieser optimistischen Haltung erwarten 115 südbadische Autohändler von Freitag bis Sonntag rund 20 000 Besucher zur Neuwagen-Ausstellung Automobil 2012. Die Händler wollen dem Genfer Autosalon, der in fünf Wochen stattfindet, ein Stück weit die Schau stehlen. Denn einige Hersteller präsentieren am kommenden Wochenende neue Modelle.
Keine Frage, die Autohändler haben im vergangenen Jahr gut verkauft, die Zulassungszahlen für neue Pkw sind zwischen Offenburg und Lörrach im Schnitt um neun Prozent gestiegen, in Freiburg sogar um 16,4 Prozent (siehe Grafik; Zahlen aus dem Ortenaukreis waren nicht verfügbar). Aber: "Die Zuwächse sind überwiegend durch gewerbliche Kunden zustande gekommen", sagt Dieter Rüd. Der Citroën-Händler ist Mitgründer der vor 26 Jahren gegründeten Autoausstellung und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Autohäuser. Gewerbliche Kunden haben ihre Flotte von Dienstfahrzeugen 2011 erneuert, das erklärt den Spitzenwert in Freiburg. In der Stadt sind viele Unternehmen mit Außendienst ansässig, die Firmenwagen brauchen.
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Das gewerbliche Geschäft dominiert auch bundesweit. Von den 3,17 Millionen verkauften neuen Personenwagen in Deutschland fahren 60 Prozent auf Firmenkosten. Davon profitieren vor allem deutsche Marken und eine ganz speziell: Rund 90 Prozent der neuen VW-Passat-Modelle sind nach der Statistik des Verbands der deutschen Automobilindustrie als gewerblich genutzte Fahrzeuge unterwegs. Der deutsche Außendienstmitarbeiter fährt klassisch deutsch vor, im Passat, Audi, BMW oder Mercedes. Auch deshalb haben die deutschen Hersteller auf dem Binnenmarkt ihren Marktanteil auf 70 Prozent steigern können, vorneweg der Volkswagen-Konzern. Den größten Fang freilich machten die Hersteller nicht auf dem Binnen- sondern auf dem Weltmarkt außerhalb Westeuropas. Im Gesamtjahr 2011 erreichten die deutschen Autobauer ein Ausfuhrvolumen von mehr als 4,5 Millionen Pkw (plus sieben Prozent). Damit wurde der Rückgang aus dem Jahr 2009 binnen zwei Jahren aufgeholt und ein neuer Höchststand erzielt. Alle deutschen Hersteller zusammen verkauften 2011 erstmals mehr als eine Million Neuwagen auf diesem nach wie vor wichtigsten Automarkt der Welt. "Made in Germany" zieht aber auch in Russland, China und Lateinamerika.
Das spüren die Zulieferer der Region. Peguform etwa hat weltweit wohl rund 1,7 Milliarden Euro umgesetzt. Das sei deutlich über Plan, vermutet Andreas Heuser, Deutschland-Geschäftsführer des mittlerweile zum indischen "Samvardhana Motherson"-Konzern gehörenden Kunststoffausrüsters vom Kaiserstuhl. Peguform ist besonders eng mit der Volkswagen-Gruppe verknüpft und fährt mit dem Wolfsburger Konzern, der Weltmarktführer werden will, nach oben. "Wir haben großes Vertrauen zu unseren Kunden", betont Heuser.
Der Zulieferer PWO aus Oberkirch in der Ortenau, unter anderem Hersteller von Steuerungen, Airbags und Motorengehäusen, profitiert ebenfalls von Absatzrekorden seiner Hauptkunden, zu denen Mercedes, BMW und Ford zählen. Noch stehen die Zahlen nicht fest, doch rund 330 Millionen Euro Umsatz und 19 Millionen Euro Gewinn vor Steuern werden wohl rauskommen, glaubt Vorstand Bernd Bartmann. "Wenn nicht alles zusammenbricht", sagt er gelassen, "wird auch dieses Jahr ganz erfreulich werden."
AUTOMOBIL 2012
Autohändler aus der Region präsentieren auf der Ausstellung Fahrzeuge von 22 Marken. Die Veranstaltung auf dem Freiburger Messegelände ist am Freitag von 12 Uhr bis 24 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag jeweils von 10 Uhr bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 7,50 Euro (ermäßigt 5 Euro). Der Parkplatz kostet 2 Euro.
Autor: bz
Autor: Heinz Siebold
