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21. Mai 2008
Fast wie das Colosseum
Bau der Sanaa-Logistikhalle im Plan / Viel für Lärmschutz getan / Vitra wird noch mehr erweitern
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Die Südansicht des Sanaa-Rundbaus mit den Schleusen, die künftig ein geräuscharmes Beladen der Lkw ermöglichen. Foto: Jochen Fillisch
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Ulrich Eberhardt (rechts) und Roland Briegel, hier vor der Schallschutzmauer zur Leimgrubenstraße, sind zufrieden mit dem Baufortschritt an beiden Vitra-Baustellen. Foto: Jochen Fillisch
WEIL AM RHEIN. Der Rundbau, der im südöstlichen Bereich des Vitra-Geländes entsteht, sieht aus wie eine moderne Version des Colosseums. Architektonisch sind beide Gebäude auf ihre Weise spektakulär. Doch während das Wahrzeichen Roms seinerzeit Stein auf Stein hochgemauert werden musste, kommen beim Bau der Logistikhalle des japanischen Architekturbüros Sanaa modernste Verfahren zum Einsatz.
Acht Tonnen wiegt jedes der Betonfertigteile, die Stück für Stück von einem 100-Tonnen-Kran zu dem (fast) runden Gebäude mit einem Durchmesser von etwa 156 Metern und einer Grundfläche von rund 20 000 Quadratmetern zusammengesetzt werden. Vergangene Woche wurden bereits die Stahlteile für die Dachkonstruktion angeliefert. Bis Oktober soll das erste Halbrund fertig sein, ebenso wie die Tiefgarage darunter, die Platz für 240 Fahrzeuge bietet. Der Mitarbeiterparkplatz wird dann den Besucher des Vitra Campus zur Verfügung stehen. Danach wird die daneben liegende alte Halle abgerissen und der zweite Teil des Neubaus kann in Angriff genommen werden. Geht es nach Plan, wird der gesamte Sanaa-Bau im Oktober 2009 fertig sein.Werbung
Mit dem bisherigen Baufortschritt sind Ulrich Eberhardt, Geschäftsführer der Vitra Verwaltungs-GmbH, und Roland Briegel, der Leiter des Gebäudemanagements, zufrieden. Wie auch beim Bau des neuen Vitra-Hauses (die BZ berichtete am Samstag), sind die Rohbauarbeiten zu etwa 65 Prozent fortgeschritten. 960 Tonnen Stahl und 6800 Kubikmeter Beton wurden bislang verbaut. Durch den Neubau wird zwar die Produktionsfläche des Büromöbelherstellers nicht erweitert, doch die Betriebsabläufe werden wesentlich vereinfacht. So kann das logistisch nicht unproblematische Außenlager völlig wegfallen.
Auch die Anwohner profitieren von der Maßnahme: Zum einen rückt die Ladezone weiter von der Wohnbebauung weg, zum anderen erfolgt die Beladung der Lkw künftig über geschlossene Schleusen. "Offene Rampen zum Beladen wird es nicht mehr geben", kann Ulrich Eberhardt die Nachbarn beruhigen. Bereits fertiggestellt ist die Lärmschutzmauer zur Leimgrubenstraße hin, wo Natursteine ein einer Metallgitter-Umhüllung – sogenannte Gabionen – aufgeschichtet wurden, die den verbleibenden Lärm vom Wohngebiet fernhalten werden. Mittlerweile wurde die Wand sogar schon von einer Landschaftsbaufirma begrünt.
Wie Eberhardt und Briegel betonen, wird die Bautätigkeit der Vitra mit den beiden laufenden Projekten noch nicht abgeschlossen sein. Die Auftragslage ist so gut, dass im Osten neue Produktionsflächen entstehen sollen. Eberhardt: "Das kann aber nicht schnell-schnell gehen. Das muss auch etwas Besonderes werden und sich in die architektonische Gesamtkonzeption einpassen."
Autor: Jochen Fillisch





