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15. Januar 2012 12:44 Uhr
UPM-Konzern
Papierfabrik Albbruck: Aus zum 31. Januar
Letzter Vorhang: Die Papierfabrik Albbruck wird endgültig geschlossen - und zwar schon sehr bald. Am 31. Januar endet die letzte Schicht. 508 Mitarbeiter sind von dem Aus betroffen.
Der finnische Konzern UPM wird die Papierfabrik in Albbruck definitiv zum 31. Januar schließen. Dies teilte das Unternehmen am Sonntag mit. 508 der ursprünglich 557 Mitarbeiter sind von der Stilllegung betroffen. Die Formatschneideanlagen kommen in das UPM-Werk nach Plattling (Landkreis Deggendorf). Beim Sozialplan konnte offenbar noch kein Einvernehmen erzielt werden. Deshalb soll eine Einigungsstelle mit einem Arbeitsrichter an der Spitze vermitteln.
Drei Monate hatten Mitarbeiter, Gewerkschaft und Politiker versucht, das Werk zu retten. Vergebens. Die Verhandlungen hätten keine Lösung ergeben, die den Weiterbetrieb des unrentablen Werks ermöglicht hätte, heißt es der Mitteilung von UPM. Auch die Suche nach einem Investor sei erfolglos verlaufen. Erste Personalkürzungen sind bereits zum 31. Januar geplant.
"Wir haben leider keine Möglichkeit gesehen, die Profitabilität des Werks auf ein Niveau zu verbessern, das einen nachhaltigen Betrieb erlaubt hätte", wird UPM-Präsident Jyrki Ovaska in der Mitteilung zitiert. Die Papierfabrik Albbruck erwirtschafte seit Jahren Verluste und sei aufgrund ihres Alters und der relativ kleinen Maschinen nicht wettbewerbsfähig. Das Unternehmen will mit der Schließung des Werks Überkapazitäten am Markt abbauen.
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Die 1882 gegründete Papierfabrik ist das größte Unternehmen der 7300-Einwohner-Gemeinde Albbruck und einer der ältesten Industriebetriebe der Region. Ihr Ende gefährdet laut Industrie- und Handelskammer neben den Arbeitsplätzen im Werk 1000 Stellen bei Zulieferern.
Vertreter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und des Konzerns verhandelten in dieser Woche erneut mit dem Konzern über einen Interessenausgleich und den Sozialplan; auch am Samstag soll die Runde zusammengekommen sein. Offenbar gibt es weiter Differenzen. Eine Einigungsstelle unter Vorsitz eines Arbeitsrichters soll zwischen den Parteien vermitteln. Am Sonntag waren weder Vertreter der Gewerkschaft noch die Verantwortlichen von UPM zu erreichen.
Die sechste Verhandlungsrunde über den Sozialplan war Ende Dezember geplatzt, weil sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht nicht über das Budget einigen konnten. Für die Gewerkschaft waren 38 Millionen Euro das letzte Gebot, die Arbeitgeberseite stieg bei 37,5 Millionen Euro aus.
In der Mitteilung der Konzern heißt es lediglich, UPM werde einen Sozialplan umsetzen, um die Auswirkungen der Personalkürzungen auf "verantwortliche Weise" auszugleichen. Während der Verhandlungen seien Themen wie Vorruhestandsregelungen, Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, Stellenwechsel innerhalb des Unternehmens, Umschulungen sowie Abfindungsregelungen diskutiert und vereinbart worden. Alle 34 Auszubildenden haben mittlerweile eine neue Stelle gefunden.
Die Gewerkschaft konnte nicht erreichen, dass die 34 Mitarbeiter, die an den UPM-Standort nach Plattling wechseln, eine fünfjährige Beschäftigungsgarantie erhalten. Bei Bewerbungen sollen die Mitarbeiter aus Albbruck lediglich bevorzugt werden. Streit gab es auch um das Wahlrecht für die Transfergesellschaft. Dort sollen zahlreiche Mitarbeiter der Papierfabrik in den kommenden zwölf Monaten unterkommen.
UPM will sich an einem Runden Tisch beteiligen, der die Zukunft des Geländes in Albbruck behandelt. Interessenten für eine industrielle Nutzung des Geländes soll es bereits geben. Die Gespräche werden von der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee geleitet.
- Rückblick: Arbeitnehmer lassen Gespräche über Sozialplan platzen (22. Dezember)
Autor: pk, aktualisiert um 19 Uhr
