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05. März 2010 00:05 Uhr

Manipulierter Geldautomat

Skimming: Betrüger bringen Dutzende um ihr Erspartes

Manipulation mit Plastikaufsatz und Kamera: Rund 30 Kunden der Deutschen Bank sollen in den Filialen in Lahr und Offenburg Opfer von Scheckkartenbetrügern geworden sein. Der Schaden geht in die Zehntausende.

  1. Skimming: Mit Plastikaufsatz und versteckter Kamera zu wichtigen Daten. Foto: usage worldwide, Verwendung weltweit

LAHR. Nach Informationen der Badischen Zeitung beläuft sich der von ihnen angerichtete Schaden auf eine Summe von 40.000 bis 50.000 Euro. Die Polizei bestätigt die Vorfälle, will aber mit Hinweis auf laufende Ermittlungen keine weiteren Auskünfte geben.

Am Wochenende hatte eine Lahrer Kundin mit ihrer Scheckkarte am Automat im Vorraum der Filiale in der Schillerstraße Geld abheben wollen und sich gewundert, dass ihre Karte eingezogen wurde. Das Rätsel löste sich am Montag auf, als sie den Anruf eines Mitarbeiters des Bankinstituts erhielt. Sie habe ihr Konto überzogen, teilte er ihr mit. Dies sei auch der Grund, warum ihre Karte eingezogen worden sei. Sie habe, so der Mitarbeiter weiter, innerhalb von zwei Tagen in England über 3000 Euro abgehoben.

Der Irrtum klärte sich rasch auf, als sie ihm versicherte, in der fraglichen Zeit in Deutschland gewesen zu sein. Der Mitarbeiter riet ihr, den Vorfall unverzüglich der Polizei zu melden und wies sie darauf hin, dass ihr Konto vorerst gesperrt bleibe. Im Lahrer Revier erfuhr sie dann, dass sie nicht die einzige Geschädigte sei. Es lägen rund zehn Anzeigen von Kunden der Deutschen Bank in Lahr vor.

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Betrug in zwei Akten

Skimming ist der Fachbegriff für das kriminelle Vorgehen, das längst europaweit angewandt wird – und wohl auch in Lahr zum Einsatz gekommen war. Dabei wird ein falscher Kartenschlitz an einen Geldautomat montiert. Führt der Kunde seine Kontokarte ein, werden alle Daten auf dem Magnetstreifen unbemerkt kopiert.

Zweiter Akt: Über eine Minikamera oder durch direktes Mitnotieren zeichnen die Betrüger die PIN-Nummer auf. Die kopierten Daten werden häufig noch an Ort und Stelle per E-mail verschickt und dann in einer Fälscherwerkstatt auf eine "white plastic", so der Fachjargon, übertragen. Häufig agieren die Gauner international. 2007 wurden bei insgesamt 1349 Skimming-Attacken über 20 Millionen Euro Schaden angerichtet.

Selbstschutz ist gefragt

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Vorkehrungen, die diese Betrügereien verhindern. In Deutschland können keine Kartendubletten eingesetzt werden. Das bringt allerdings nichts, wenn – wie geschildert – in England abgehoben wird. An neueren Geräten verhindern ruckartige Intervalle beim Einziehen der Karte, dass der Magnetstreifen abgelesen werden kann. Schließlich kann jeder durch das Abschirmen der Tastatur mit der Hand selbst dafür sorgen, dass die PIN nicht in unerwünschte Hände gerät.

Warum es in beiden Filialen des Instituts keine technischen Vorkehrungen gab, um "Skimming" zu verhindern, wie die Bank jetzt mit den Vorfällen umgeht und wie den Geschädigten geholfen wird, während ihr Konto gesperrt bleibt, war gestern nicht zu erfahren. Weder Tatjana Metzler, die Leiterin der Lahrer Filiale, noch Michael Hügel, ihr Kollege in Offenburg, waren gestern trotz mehrfacher Versuche telefonisch zu erreichen.

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Autor: Manfred Dürbeck