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22. Februar 2012 00:00 Uhr

Darlehen

Höhere Zinsen für südbadische Unternehmen

"Firmenkredite werden teurer" – so die Deutsche Bank in Südbaden. Eine Kreditklemme sieht das Institut aber nicht. Derweil verzeichnet die Deutsche Bank einen Rekord bei Hausdarlehen.

  1. Banken müssen heute vergleichsweise höhere Zinsen bezahlen, wenn sie sich selbst am Kapitalmarkt Geld leihen. Foto: dpa

FREIBURG. "Die Kredite werden teurer", sagte Michael Kahrs, Chef des Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank in Südbaden. Eine Kreditklemme gebe es jedoch nicht. Im Gegenteil: Die Bank will ihr Finanzierungsgeschäft in der Region in allen Sparten deutlich ausbauen. In Südbaden arbeiten für die Deutsche Bank rund 550 Menschen.



Als Gründe für die höheren Zinsen nannte Kahrs die höheren Refinanzierungskosten der Banken und die schärfere Regulierung. Anders ausgedrückt: Banken müssen heute vergleichsweise höhere Zinsen bezahlen, wenn sie sich selbst am Kapitalmarkt Geld leihen. Mit der schärferen Regulierung meint Kahrs die neuen Eigenkapitalvorschriften für die Finanzinstitute. Geben diese einen Kredit aus, müssen sie ihn mit mehr eigenem Kapital unterlegen. Dieses Eigenkapital müssen sich die Banken teuer beschaffen, was ebenfalls die Zinsen nach oben treibt.

Kahrs sieht aber keine Kreditklemme. Von einer Kreditklemme spreche man, wenn Banken sich weigern würden, überhaupt Darlehen zu vergeben. Dies sei bei der Deutschen Bank aber nicht der Fall. Die Bank verfüge über eine gute Eigenkapitaldecke und möchte ihr Kreditgeschäft noch ausweiten. Kahrs sieht lediglich höhere Zinsen, die nach seiner Meinung aber nur wenige Kunden von einer Finanzierung abhalten würden. Hier helfe das allgemein niedrige Zinsniveau. Derzeit liege der Zins bei den meisten Unternehmensfinanzierungen unter fünf Prozent.

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Die hohe Nachfrage in der Region nach Immobilien hat sich auch bei der Deutschen Bank bemerkbar gemacht. Allein für Freiburg und Umgebung wurden 2011 neue Haus- und Wohnungsfinanzierungen im Wert von 90 Millionen Euro abgeschlossen. "Das ist ein Rekord", sagte Hubert Sponer, zuständig für die Privat- und Geschäftskunden. Viele Leute warten nach seiner Aussage noch immer darauf, eine Immobilie in den Toplagen Südbadens erwerben zu können. Obwohl die Bedingungen für eine Finanzierung eingehalten würden, fehle es aber an Objekten. Insgesamt beläuft sich das Baufinanzierungsvolumen der Bank in Südbaden auf 1,6 Milliarden Euro. 2,5 Milliarden Euro beträgt die Summe der Spareinlagen, die Südbadener der Deutschen Bank anvertraut haben. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das Geschäftsvolumen (Kredite, Depots, Einlagen) blieb mit 7,2 Milliarden Euro in der Sparte Privat- und Geschäftskunden nahezu konstant.

Im Geschäft mit vermögenden Privatkunden verzeichnete Chef Michael Hahl im ersten Quartal 2012 einen Mittelzufluss von 100 Millionen Euro. Das ist genau so viel wie im gesamten Vorjahr zusammen. Insgesamt verwaltet die Bank in dieser Sparte rund zwei Milliarden Euro und ist damit einer der größten Vermögensverwalter in der Region.

Autor: Bernd Kramer