Sachverständigenrat

Wirtschaftsweise wollen die Rente mit 70

Bernd Kramer & dpa

Von Bernd Kramer & dpa

Do, 08. November 2018 um 17:05 Uhr

Wirtschaft

Soli komplett abschaffen, langfristig Rente mit 70 – das sind Kernforderungen der Wirtschaftsweisen. In seinem Jahresgutachten senkte der Sachverständigenrat außerdem seine Wachstumsprognose.

Er rechnet nun für 2018 noch mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent statt 2,3 Prozent. Gründe seien unter anderem die Handelskonflikte. In der Rentenpolitik gehe es um Generationengerechtigkeit. Nach Meinung des Chefs des Sachverständigenrats, Christoph M. Schmidt, wäre es sinnvoll, von 2030 an die Lebensarbeitszeit an die weiter steigende Lebenserwartung anzupassen.

Für die seit 1990 Geborenen würde eine solche Verlängerung der Lebensarbeitszeit eine Rente ab 70 bedeuten. Der Rat sprach sich mehrheitlich dafür aus, den Solidaritätszuschlag vollständig abschaffen.

Im BZ-Gespräch forderte der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld auch eine Reform der Unternehmensteuern. Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, sagte: "Ich sehe eine Unternehmensteuerreform nicht als das dringendste Problem."

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