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20. Januar 2012

Bau verzögert sich weiter

Neue Haube, andere Fenster: Das Gallushaus beschäftigt den Gemeinderat in Wittnau wieder.

  1. Es geht zu langsam voran: Ein Blick auf den Umbau des Gallushauses. Foto: Tanja Bury

WITTNAU. Ein neues Jahr, ein bekanntes Thema: Das Gallushaus beschäftigte am Dienstag wieder einmal den Gemeinderat. Estrich und Fliesen sind gelegt, die Maler- und Schreinerarbeiten werden demnächst vergeben. Doch es gibt neue Hürden im zeitlichen und finanziellen Plan: Schuld daran sind eine Dunstabzugshaube und die Fenster.

"Unsere alte Haube entspricht nicht mehr den Vorschriften", erklärte Bürgermeister Enrico Penthin. Das habe man jetzt erst festgestellt. Soll in der Küchein Zukunft gekocht werden, muss eine neue Haube her. Die Kosten: etwa 6000 Euro. "Das tut weh, wenn man weiß, dass sie ein bis zwei Mal im Jahr genutzt werden wird", sagte Manfred Steinke (FBV) mit Blick auf die Kosten. Doch für die Vereine sei es wichtig, bei Veranstaltungen nicht nur ein Catering zu nutzen, sondern auch Steaks oder Würstchen zu braten. "Wir müssen in den sauren Apfel beißen. Wer die Halle mietet, muss bewirten könne", sagte Bernhard Vetter (FWG). Der Gemeinderat biss in den sauren Apfel: Bei einer Enthaltung wurden die zusätzlichen Kosten in die Planung mit aufgenommen.

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Das Thema Fenster beschäftigte den Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr. Beim Aufmaß der Fenster passierte wohl ein Fehler. Die Folge: Verzögerungen bei der Lieferung und dem Einbau der Kunststofffenster. Deshalb wurde beschlossen, den Einbau von teureren Metallfenster zu prüfen. Der Bürgermeister berichtete den aktuellen Stand: Die Kunststofffenster könnten Ende Februar eingebaut werden, die Metallfenster in drei Wochen – allerdings mit 7000 Euro Mehrkosten. Bei Zeitverzögerung verursacht auch der Kindergarten zusätzliche Kosten: Miete für das Ausweichgebäude und das Kindertaxi fallen an. Unterm Strich gleiche sich das aus, so Penthin.

Warnung vor Parallelaktivitäten

"Wir haben einen immensen Schaden, Mehrkosten und Zeitverzögerung", sagte Erik Lorenz (FWG). Die entscheidende Frage für ihn: Wer hat die zusätzlichen Kosten zu verantworten? Er habe bereits Telefonate geführt, um weitere Informationen zu bekommen und kritisierte den Bürgermeister und das Architekturbüro. Dieses Vorgehen brachte Bürgermeister Penthin in Aufruhr. Er bat darum, künftig vorab informiert zu werden, um Vorwürfe klären zu können. Von einem "Vertrauensproblem" gegenüber dem Architekten sprach Alexander Schuldis (FWG). "Ich weiß nicht, warum es einen Bruch gibt. Aber es ist fatal, wenn wir so miteinander arbeiten." Auch Manfred Steinke warnte vor "Parallelaktivitäten". Die Gemeinde und das Planungsbüro seien Vertragspartner. Elisabeth Hallersleben (WB) kritisierte hingegen die fehlende Transparenz.

Penthin bekräftigte sein Vertrauen in den Architekten und bot an, ihn erneut einzuladen. "Was machen wir jetzt mit den Fenstern? Sollen wir das wieder verschieben?", fragte Penthin etwas ratlos in die Runde. Er bat noch einmal um Abstimmung – und der Rat beschloss einstimmig den Einbau der Metallfenster.

Einige Eltern und Erzieherinnen waren nicht nur als Zuhörer gekommen, sondern hatten einen Antrag über 13 500 Euro für die Ausstattung des Kindergartens gestellt. Die Gemeinderäte beschlossen trotz angespannter Finanzlage den Betrag in den Haushalt 2012 aufzunehmen – allerdings mit Sperrvermerk. Sobald bekannt ist, was angeschafft werden soll, muss das Gremium erneut zustimmen, erst dann kann das Geld verwendet werden. Der Rat stimmte bei zwei Enthaltungen zu. Hans-Jürgen Lieser (WB) warnte davor, stückchenweise weitere Kosten zu akzeptieren. Penthin kündigte für die nächste Sitzung eine Zwischenbilanz an.

"Wir würden uns freuen, wenn der Bau schneller voran geht", sagte Erzieherin Marianne Kenk am Ende der Sitzung. Fünf Monate sei man schon im Verzug, jetzt verzögere sich der Einzug weiter. Ein Vater plädierte an die Räte: "Es gibt sicher viele berechtigte Fragen, aber Sie sollten Herrn Penthin den Rücken stärken."

Autor: Yvonne Weik