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18. Januar 2012
Der kleine Bach darf nicht fehlen
KRIPPENZEIT: Josef Kopp aus Wittnau baut jedes Jahr eine Krippe mit zahlreichen Häusern auf.
BREISGAU. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" hat die Breisgau-Redaktion eine Vielzahl von Krippen vorgestellt, ebenso Leute, die sich dem Krippenbau verschrieben haben. Heute zum Abschluss der Serie: Josef Kopp, Krippenbauer aus Wittnau.
Es gibt viele Gründe, einen Wintergarten zu bauen und es gibt viele Möglichkeiten, ihn zu nutzen. Im Jahr 2000 war der Wintergarten bei Familie Kopp in Wittnau fertig, ein Teil der großen Terrasse künftig auch in der kalten Jahreszeit als Wohnraum nutzbar. Josef Kopp betont, es sei die Idee seiner Frau gewesen, dort künftig die Weihnachtskrippe aufzustellen, er habe sich nicht getraut, diesen Vorschlag zu machen.
Was nicht heißt, dass er die Idee nicht gut fand. Denn Josef Kopp ist seit seinem sechsten Lebensjahr begeisterter Krippenbauer. Er hat über die Jahre eine Vielzahl von Krippen und Häusern gezimmert. Seit 2000 steht nun keine kleine Krippe mehr im Wohnzimmer, sondern eine mittlerweile sieben Quadratmeter große, über mehrere Ebenen über Eck angelegte Anlage im Wintergarten.
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Josef Kopp, 76 Jahre alt, ist mit Krippen groß geworden. Sein Vater war 50 Mesner in der Wittnauer Kirche. Schon als Josef klein war, hat er geholfen, die Krippe in der Kirche aufzubauen. Der Vater war Schreiner, der Sohn lernte das gleiche Handwerk und übernahm die Schreinerei später vom Vater. Eine kleine Werkstatt hat er noch immer im Haus. Dort entstehen jedes Jahr neue Häuser. Nicht alle werden Teil der großen Weihnachtskrippe, einige sind zurzeit ausgemustert wie die große Herodesburg und stehen wie eine kleine Siedlung auf der Empore des Wintergartens.
Schmuckstück der Krippe, die Kopp seit Anfang Dezember im Wintergarten aufbaut, ist neben dem Stall ein Nachbau der Wittnauer Pfarrkirche mit Vorbau und Glockenturm. Wer sich etwas bückt, blickt durch die kleine Kirchentür auf den Altar, die Kirchenfenster sind aus Ornamentglas gefertigt. Auch alle Häuser haben echte Glasfenster, durch die Tische und Stühle im Inneren zu sehen sind.
Nicht fehlen darf auch das kleine Gasthaus Engel, das allerdings außer des Namens nichts mit dem Engel in Biezighofen gemein hat. Es steht für das Gasthaus, in dem Maria und Josef abgewiesen wurden. Gasthaus und Zimmerei (Josef war ja Zimmermann), der Stall mit Krippe und alle weiteren Häuser sind mit selbstangefertigten Dachschindeln ausgestattet, "eine Riesenarbeit", sagt Kopp.
Jedes Jahr sieht seine Krippe etwas anders aus. Zur Grundausstattung gehören neben Kirche, Stall, Gasthaus und Zimmerei auch mehrere weiß angestrichene Wohnhäuser, außerdem ein alter Bauernhof und ein sich drehendes Mühlrad. Hier fließt selbstverständlich echtes Wasser, ebenso wie in dem kleinen Bach, der die Landschaft durchzieht. Häuser und die Kirche sind mit elektrischem Licht ausgestattet und strahlen am Abend von innen, im Stall leuchtete eine kleine Laterne.
Kein Wunder, dass Josef Kopp etwa zwei Wochen braucht, bis seine Krippe steht. Nach dem Aufbau folgt der Feinschliff. Große Flächen werden mit Moos und Wurzeln bedeckt, Ziersteine, Urlaubsmitbringsel von Freunden und Verwandten, werden eingearbeitet. Im "Unterbau" sind jede Menge Leitungen und eine kleine Wasserpumpe versteckt. Wenn alles fertig ist, wird er durch kleine Holztüren verschlossen und dann ebenfalls abgedeckt.
Warum? Damit die Katze sich dorthin nicht verirrt und für Kurzschlüsse sorgt. Josef Kopp hat Fotoalben vor sich liegen und zeigt nach einigem Suchen das Bild von der Katze an ihrem Lieblingsplatz in der Krippenlandschaft. Den hatte sie sich erobert "und wehe, wenn da mal ein Schaf stand . . . " Das Schaf gehört zu den rund 80 Figuren, die die Landschaft beleben. Sie stammen aus Südtirol.
Viele Besucher haben die Kopps in der Weihnachtszeit und in den ersten Wochen des neuen Jahres. Freunde und Bekannte aus dem Ort, aber auch aus Nachbargemeinden sind immer wieder neugierig, wie die Krippe wohl diesmal aussieht. Bis Maria Lichtmess, bis zum 2. Februar, bleibt sie in der Regel stehen, dann ist wieder viel Platz im Wintergarten – bis zum nächsten Advent . . .
Autor: Andrea Gallien


